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4. Engineering Summit geendet: Über 300 Teilnehmer diskutierten Herausforderungen im Anlagenbau

03.12.2015 Der 4. Engineering Summit, der am 2. Dezember in Mannheim zu Ende gegangen ist, adressierte aktuelle Herausforderungen und Perspektiven für den europäischen Anlagenbau. Über 300 Teilnehmer diskutierten auf dem Networking-Kongress in Mannheim die Ursachen und die Folgen der aktuellen Volatilität im Engineering-Geschäft.

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Intensive Diskussionen prägten auch den 4. Engineering Summit in Mannheim (Bild: Redaktion)

Am ersten Kongresstag gestern wurden vor allem die Herausforderungen betont und diskutiert: Insbesondere der Großanlagenbau sieht sich derzeit einer ausgeprägten Volatilität gegenüber. Ob die Entwicklung eine Wiederkehr der bis vor 15 Jahren branchenüblichen Zyklen ist, oder ob die verschiedenen Ursachen für die Volatilität das Geschäft heute unberechenbar machen, blieb dabei offen.

„Für den deutschen Großanlagenbau muss das „Normal-Null“ neu und wahrscheinlich auch niedriger gesetzt werden“, erklärte Jürgen Nowicki, Sprecher der Geschäftsführung bei Linde Engineering im Rahmen einer Podiumsdiskussion. Dieter Rosenthal, Geschäftsführer beim Metallurgieanlagenbauer SMS zeigte, dass die langfristigen Wachstumstreiber für den Anlagenbau intakt sind, während Jens Michael Wegmann, Vorstandsvorsitzender des Geschäftsbereichs Thyssenkrupp Industrial Solutions AG, betonte, dass der Großanlagenbau künftig nicht mehr vor allem Großprojekte aquirieren wird, sondern auch in weiteren Geschäftsfeldern wie dem Service wachsen will.

Mehrere Referenten betonten, dass die Qualifikation der Mitarbeiter und Ingenieure ein zentraler Wettbewerbsfaktor ist: Diese müssen „Unternehmer im Unternehmen“ sein. Wie diese zu finden und zu entwickeln sind, zeigte beispielsweise Jan-Christoph Schüler, Country HR Manager, ABB Deutschland, in einem vielbeachteten Vortrag auf.

Am zweiten Kongresstag wurden vor allem Perspektiven aufgezeigt: Die Engineering-Chefs Dr. Jürgen Hinderer, Bayer, und Christian Wissel, Covestro, stellten dar, wie sich die betreibereigenen Ingenieurabteilungen der Chemie aufstellen, um das erwartete Wachstum mit Engineering-Partnern bewältigen zu können.

Auch der Aspekt einer effizienten Organisation globaler Planungsprozesse wurde sowohl aus Sicht des Großanlagenbaus als auch des Mittelstands dargestellt und intensiv diskutiert. Markus Ströbel, Geschäftsführender Gesellschafter beim Spezialmaschinenbauer Bausch+Ströbel, zeigte einen interessanten Ansatz dafür, wie mittelständische Maschinenanbieter kooperieren, um gemeinsam Projekte abzuwickeln.

Im Themenblock „Technologie & Zukunft“ wurde schließlich der Einfluss der Industrie 4.0 und die Chancen und Herausforderungen von Big-Data-Konzepten dargestellt. Clemens Pulles vom Energieversorger Shell stellte eine Cloud-Lösung für die Abwicklung von Projekten vor. CHEMIE TECHNIK-Chefredakteur Armin Scheuermann betonte abschließend, dass viele der aktuell im Zusammenhang mit der Industrie 4.0 diskutierten Entwicklungen zwar bereits vor Jahren entwickelt wurden, damals allerdings überwiegend getrieben von den Technikern an der Basis. Das Leitbild Industrie 4.0, so Scheuermann, verleiht Entwicklungen wie der IT-Integration, dem Einsatz von Data-Mining und Expertensystemen, eine neue Priorität, weil diese nun auch „Top down vom Management getrieben werden.“ „Die Branche steht am Anfang eines fundamentalen Umbruchs“, stellte Dr. Rainer Hauenschild, CEO bei Siemens Energy Solutions und Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau, zuvor dar.

Der nächste Engineering Summit soll im Juni 2017 stattfinden.

(as)

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