ABB: 155 Mio. Dollar-Auftrag für Ölfeld-Stromversorgung

17.03.2015 Das Energie- und Automatisierungs-Unternehmen ABB hat den Zuschlag für ein Projekt des norwegischen Energiekonzern Statoil im Wert von 155 Mio. Dollar erhalten. Der Auftrag beinhaltet die Lieferung von Systemen und Ausrüstung zweier HGÜ-Stromrichterstationen, die das kürzlich entdeckte Offshore-Ölfeld Johan Sverdrup mit dem Festlandnetz verbinden sollen.

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ABB: 155 Mio. Dollar-Auftrag für Ölfeld-Stromversorgung

Für zwei HGÜ-Stromrichterstationen für das Offshore-Ölfeld Johan Sverdrup auf dem norwegischen Sockel erhält ABB 155 Mio. Dollar (Bild: ABB)

Die Ölföderung im Johan-Sverdrup-Feld, das sich westlich von Stavanger auf dem norwegischen Festlandssockel befindet, soll voraussichtlich Ende 2019 beginnen. Die volle Produktionsleistung wird mit 550.000 bis 650.000 Barrel/d erwartet. Das würde rund 40 % der gesamten Ölförderung auf dem norwegischen Sockel ausmachen. Während der ersten Erschliessungsphase versorgt die HGÜ-Verbindung von ABB die vier Plattformen vollständig mit Strom vom Festland. Die Landstrom-Investitionen bereiten bis 2022 die künftige Erschliessung des Erdölfelds Johan Sverdrup und weiterer in der Region Utsira High gelegener Felder vor. Die Verbindung ist bereits die dritte vom Schweizer Konzern bereitgestellte.

Das Automatisierungs-Unternehmen über nimmt Planung, Konstruktion, Lieferung und Inbetriebnahme der Ausrüstung für zwei auf 100 MW ausgelegte 80-kV-Konverterstationen. Eine Station entsteht auf dem Festland, wo sie den Drehstrom aus dem Netz in Gleichstrom umwandelt. Dieser gelangt zur 200 km entfernten zweiten Stromrichterstation, die auf einer der Ölplattformen untergebracht ist. Diese wandelt den Gleichstrom wieder in Wechselstrom um und verteilt ihn an das restliche Ölfeld.

„Die Verwendung von Landstrom für den Betrieb der Ölplattformen macht den Einsatz von Gasturbinen zur lokalen Energieerzeugung überflüssig“, erklärt Peter Terwiesch, Leiter der Division Prozessautomation. „Dadurch werden sowohl die CO2-Emissionen als auch die Betriebs- und Instandhaltungskosten reduziert.“

Das Unternehmen nutzt für die Stationen die HVDC-Light-Technologie, die auf Spannungszwischenkreis-Umrichtern (VSC) beruht. Diese Technik sitzt in allen vier von ABB gelieferten HGÜ-Landstromprojekten für die Nordsee: Troll A, Verdichter 1 und 2 von Statoil (Lieferung 2005), das Valhall-Ölfeld von BP (Lieferung 2011), Troll A 3 und 4 (wird derzeit geliefert) und Johan Sverdrup.

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