ABB erhält 700 Mio.-Auftrag für Windpark-Anbindung

19.07.2010 ABB hat von dem Übertragungsnetzbetreiber Transpower einen Auftrag zur Anbindung weiterer Windparks in der Nordsee erhalten.

Anzeige
ABB erhält 700 Mio.-Auftrag für Windpark-Anbindung

Im schwedischen Karlskrona werden alle Seekabel direkt auf die Installationsschiffe umgespult. Bild: ABB

ABB wird mit der Technologie HVDC Light (Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung) den Windpark Borkum West II (400 MW) und weitere Windparks, die in der Nähe entstehen werden, an eine Offshore-Umrichterstation anschließen. Von dort wird der Strom auf das Festland zum Umspannwerk in Dörpen weitergeleitet. In der Umrichterstation Dörpen/West wird die Windenergie von Gleichstrom zurück in Drehstrom umgewandelt und in das Übertragungsnetz eingespeist. Insgesamt wird die Energie über eine Strecke von 165 Kilometern unter Wasser und unterirdisch übertragen. Die Kabel mit einer Leistung von 320 Kilovolt sind die ersten dieser Art, die je bei HVDC Light zum Einsatz gekommen sind.

Dies ist der zweite Netzanschluss eines Offshore-Windparks, den ABB Deutschland durch den Einsatz von HVDC Light Technologie realisiert. Bei dem ersten – Borwin1 – handelt es sich um den bislang am weitesten von der Küste entfernt liegenden Windpark der Welt. HVDC Light ist durch eine Vielzahl von umweltfreundlichen Aspekten gekennzeichnet, wie zum Beispiel neutrale elektromagnetische Felder, ölfreie Kabel und kompakte Umrichterstationen. Aufgrund der unbegrenzten Reichweite ist die Technologie außerdem ideal, um weit entfernte Windparks bei gleichbleibender Leistung mit minimalen Verlusten an die Stromnetze auf dem Festland anzubinden.

Im Rahmen des Projekts ist ABB verantwortlich für die System-Entwicklung einschließlich Design, Lieferung und Installation der Offshore-Plattform, der Offshore- und Onshore-Umrichterstation sowie die Lieferung und Verlegung der See- und Landkabel. Der Netzanschluss des Windparks soll im Jahr 2013 fertig gestellt werden. Schätzungen zufolge soll er dann die CO2-Emissionen um 3 Mio. t pro Jahr reduzieren und einen Teil der fossilen Brennstoffe zur Energieerzeugung ersetzen. Deutschland deckt derzeit etwa 8 % des Strombedarfs mit Windenergie, bis zum Jahr 2010 soll dieser Anteil verdoppelt werden.

 

Loader-Icon