Anlagenbau

AGAB Trotzt Finanzkrise

Anlagenbau
Chemie
Pharma
Ausrüster
Planer
Betreiber
Einkäufer
Manager

17.11.2008 Großanlagenbau: Auftragseingang steigt auf 36,1 Milliarden Euro, 7,1 Mrd. aus dem Inland

Anzeige

Die Nachfragedynamik hat unsere Anfang des Jahres bestehenden Erwartungen übertroffen – kommentierte der Sprecher der AGAB, Dieter Rosenthal, SMS DEMAG Aktiengesellschaft, das hervorragende Ergebnis. In Relation zu 2007 ergibt sich ein Plus um 12 % oder knapp vier Milliarden Euro. „Träger dieser Entwicklung war die wiederum sehr lebhafte Auslandsnachfrage, die mit 29 Milliarden Euro (2007: 26,8 Milliarden Euro) einen Höchstwert erreichte“, teilte Rosenthal mit. Die Exportquote lag bei 80 %. Die Industrieländer waren mit Bestellungen von 10,3 Milliarden Euro die wichtigste ausländische Kundengruppe. Hohe Ordereingänge kamen ferner aus der Asien-Pazifik-Region, der GUS und Südasien. Bedeutendstes Kundenland im Berichtszeitraum war erneut China mit Buchungen von 2,9 Milliarden Euro.

Russland – Zukunftsmarkt für den deutschen Großanlagenbau

Parallel zur Hausse an den Rohstoffmärkten haben sich die Auftragseingänge aus Russland deutlich belebt. Im Berichtszeitraum kam es sogar zu einem regelrechten Boom: Die Bestellungen stiegen um 80 % auf 2,7 Milliarden Euro (2007: 1,5 Milliarden Euro). Auf der Liste der wichtigsten Kundenländer machte Russland damit einen Sprung von Rang fünf auf Rang zwei. „Der deutsche Großanlagenbau genießt in Russland einen hervorragenden Ruf und profitiert von der nachhaltigen Investitionsbereitschaft. In den kommenden Jahren rechnen wir mit einer weiterhin hohen Nachfrage aus Russland und weiteren Ländern der GUS“, führte Rosenthal aus.

Inlandsgeschäft im Aufwind

Die Inlandsnachfrage ist erstmals seit drei Jahren wieder spürbar gewachsen. Die Bestellungen stiegen im Vergleich zu 2007 (5,6 Milliarden Euro) um 28 % auf 7,1 Milliarden Euro. Der Kraftwerksbau war die wichtigste Teilbranche. Die Buchungen von 3,3 Milliarden Euro übertrafen den Vorjahreswert (2007: 1,8 Milliarden Euro) um 83 %. Gefragt waren neben fossil betriebenen Kohle- und Gaskraftwerken auch Anlagen zur Erzeugung regenerativen Stroms auf Wasser- und Windbasis. Darüber hinaus hielt auch die gute Auftragslage bei elektrotechnischen Ausrüstungen (970 Millionen Euro) sowie im Hütten- und Walzwerksbau (587 Millionen Euro) an. In beiden Segmenten erreichten die Bestellungen langjährige Höchstwerte. Die aktuellen Erfolge des deutschen Großanlagenbaus sind wesentlich auf seine starke Technologieorientierung zurückzuführen. Rosenthal betonte: „Die international hohe Wertschätzung unserer Branche basiert zu großen Teilen auf der Fähigkeit, Ideen rasch zur Marktreife zu entwickeln und im großtechnischen Maßstab umzusetzen.“ Die Branche hat ihre Forschungs- und Entwicklungs-Aktivitäten in den vergangenen Jahren spürbar ausgeweitet. Die Aufwendungen stiegen 2007 im Branchenschnitt um mehr als 10 %, in Einzelfällen sogar um 50 %. In den nächsten Jahren soll sich dieser Trend fortsetzen. Derzeit sind mehr als 2500 Personen in den FuE-Abteilungen der AGAB-Firmen tätig. Gemessen an der Gesamtzahl der Beschäftigten liegt die FuE-Quote bei gut 5 %.

Optimistischer Ausblick trotz Finanzkrise

Die kurz- bis mittelfristigen Aussichten der Branche werden von der AGAB weiterhin positiv gesehen. Trotz Finanzkrise rechnen die AGAB-Mitglieder für das laufende Jahr mit einem deutlichen Auftragsplus und planen einen weiteren Beschäftigungsaufbau, denn auch die Ertraglage hat, so AGAB-Sprecher Rosenthal, „ein einmalig hohes Niveau erreicht.“ Angesichts der Finanzkrise nahm der Verband die im September veröffentlichte Einschätzung, dass sich der Boom auch „in den kommenden Jahren nicht wesentlich abschwächen“ wird, etwas zurück: Ende Oktober sagte Rosenthal:„In Folge der weltweiten Finanzkrise und Konjunkturabschwächung werden die Zuwachsraten 2009 aber voraussichtlich zurückgehen. Da zahlreiche Lieferanten seit längerem an ihrer Kapazitätsgrenze arbeiten, kann die Branche eine leichte Nachfrageberuhigung aber gut verkraften.“

Heftausgabe: November 2008

Über den Autor

Scheuermann
Loader-Icon