2011 ist Internationales Jahr der Chemie

Aktion „leuchtende Augen“

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27.01.2011 2011 ist nach dem chinesischen Kalender das Jahr des Hasen und des „Elements“ Metall. Passend dazu ist es laut UNO das Internationale Jahr der Wälder – und laut Unesco das der Chemie. In diesem Jahr gedenken wir also nicht nur der vielen Bäume, die Borkenkäfern und dem Verlangen nach Designermöbeln zum Opfer fallen, sondern erinnern uns an die Errungenschaften der Chemie und malen uns zukünftige Möglichkeiten dieser spannenden Naturwissenschaft aus.

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Ein jeder Tag ist ein Tag voller Chemie, auch wenn es uns nicht immer bewusst ist. Zu allererst liegen allem Leben chemische Reaktionen zu Grunde. Außerdem ist die Chemie auch um uns herum allgegenwärtig. Seien es chemische Elemente, Erzeugnisse oder Reaktionen – angefangen vom morgendlichen Weckerklingeln, das durch Reaktionen in der Batterie unterstützt wird, über Kleidung aus Kunststofffasern, Verbrennung im Automotor, Tinte in Kugelschreiberminen, Verpackung von Lebensmitteln, Stromerzeugung an sich, undundund, ließe sich eine solche Liste endlos weiterführen. Viele Menschen haben jedoch von den komplexen chemischen Prozessen, die notwendig sind, um beispielsweise einen Alltagsgegenstand wie ein Handy herzustellen, gar keine Vorstellung. Wer weiß schon, welch immenser Aufwand nötig ist, um seltene Erden, die unerlässlich für die Funktion eines Handys sind, aufzubereiten, was bei der Verarbeitung von Rohstoffen für die Kunststoffschale des Telefons beachtet werden muss und woher eigentlich die Energie für all diese verfahrenstechnischen Abläufe kommt?

Um mehr Menschen für diese klein- und großtechnischen Verfahren und Techniken zu sensibilisieren und vor allem zu interessieren, haben die Vereinten Nationen das Jahr 2011 zum Internationalen Jahr der Chemie erklärt. Sie wollen, dass in diesem Jahr die Errungenschaften der Chemie und deren Anteil am Wohle der Menschheit gewürdigt werden. Die chemische Forschung leistet schließlich auch einen entscheidenden Beitrag zum Lösen globaler Probleme im Zusammenhang mit Lebensmitteln und Wasser, Gesundheit, Energie, Transport und vielem mehr. Aus diesem Grund sollen sich für Industrie, Forschung, Bildung und Politik durch das Jahr der Chemie neue Perspektiven, Informationen, Kontakte und internationale Kooperationsmöglichkeiten ergeben.

Jedermann für Chemie begeistern

Außerdem wollen die Organisatoren interessierten Laien weltweit den Zugang zum Thema erleichtern, indem die Partnerorganisationen der Länder verschiedene interaktive, unterhaltsame und informative Aktivitäten für alle Altersgruppen, wie Zaubervorlesungen, Workshops zur forensische Chemie oder einen Vorträge über Schießbaumwolle, anbieten. Federführend zeichnen die Unesco und die Internationale Union für reine und angewandte Chemie (Iupac) für die Aktivitäten verantwortlich, in Deutschland koordiniert sie das Forum Chemie. „Das schöpferische Potenzial der Chemie in Wissenschaft und Industrie wird heute mehr denn je gebraucht. Ihre Erkenntnisse, Verfahren und Produkte sind unverzichtbar für eine nachhaltige Entwicklung unseres Erdballs“, erklärt Prof. Dr. Michael Dröscher, Sprecher des Forums Chemie. Daher sind hier zu Lande viele unterschiedliche Veranstaltungen, Ausstellungen und Wettbewerbe an Hochschulen und in Unternehmen geplant, die über das Jahr verteilt stattfinden werden. Darunter findet sich besonders viel Chemie „zum Anfassen“. Denn das Greifbarmachen der vielen Vorgänge, die die meisten kaum in der Theorie kennen oder gar verstehen, ist eines der Ziele der Initiative. So kann die Öffentlichkeit zum Beispiel am bundesweiten Tag der Offenen Tür am 24. September 2011 einen Blick hinter die Kulissen von Großchemieanlagen und Forschungseinrichtungen werfen. Normalerweise bleiben dem Laien solche Einsichten verwehrt.

Ein weiterer Fokus liegt auf den Errungenschaften der weiblichen Chemiker. An sie soll in diesem speziellen Jahr 2011 erinnert werden, da sich gleichzeitig die Nobelpreisvergabe an Marie Curie zum 100. Mal jährt. Damals erhielt Curie die Auszeichnung unter anderem für die Entdeckung der Elemente Radium und Polonium. Heute haben sich zwar in jedem Gebiet der chemischen Forschung und Industrie Frauen etabliert, ihre Anzahl ist jedoch längst noch nicht vergleichbar mit der von Männern, die auf diesen Gebieten arbeiten.

Auch dem für die kommenden Jahre erwarteten Fehlen von Nachwuchschemikern und -ingenieuren wollen Unesco und Iupac mithilfe des Jahres der Chemie entgegenwirken. Veranstaltungen, die sich speziell schon an Vorschulkinder richten, sollen ihre Augen zum Leuchten bringen und sie für das Thema begeistern. Wobei dort neben den kleinen sicher auch die großen Kinder auf ihre Kosten kommen werden und noch das ein oder andere lernen können.

Website zum „Internationalen Jahr der Chemie 2011″: www.ijc2011.de

Heftausgabe: Februar 2011

Über den Autor

Tina Walsweer
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