Expertenforum beleuchtet Entwicklungen im Explosionsschutz

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15.06.2016 Explosionsschutz ist kompliziert und kostet viel Geld. Zum Teil zu Recht, weil Entwicklung und Know-how der Sicherheitstechnik nun einmal nicht zum Nulltarif zu haben sind, zum Teil aber unnötig, wenn beispielsweise das Ex-Zertifikat von Land A im Land B nicht anerkannt wird. Im elektrischen Explosionsschutz arbeitet beispielsweise die Normenschmiede IEC daran, dies zu ändern. Für Maschinen und mechanische Geräte wird nun ein neues Fass aufgemacht.

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Entscheider-Facts für Betreiber

  • Zertifikate für nicht-elektrische Betriebsmittel rücken auch außerhalb der EU in das Blickfeld von Geräteherstellern und -betreibern.
  • Komplex ist der Ex-Schutz bei nicht-elektrischen Betriebsmitteln aufgrund der vielfältigen Zündgefahren, wie sie durch Reibungswärme, elektrostatische Aufladungen und Fehlern im Betrieb entstehen können.
  • Auf dem Expertenforum zum Thema Ex-Schutz wurden diese und weitere Aspekte im Juni diskutiert.

Explosionsschutz ist kompliziert und kostet viel Geld. Zum Teil zu Recht, weil Entwicklung und Know-how der Sicherheitstechnik nun einmal nicht zum Nulltarif zu haben sind, zum Teil aber unnötig, wenn beispielsweise das Ex-Zertifikat von Land A im Land B nicht anerkannt wird. Im elektrischen Explosionsschutz arbeitet beispielsweise die Normenschmiede IEC daran, dies zu ändern. Für Maschinen und mechanische Geräte wird nun ein neues Fass aufgemacht.

In Europa ist das Thema bereits seit 1994 auf der Agenda: Die Atex-Richtlinie 94/9/EC und auch deren aktualisierte Fassung 2014/34/EC betrachten schon immer auch den Bereich der mechanischen Zündgefahren und fordern von Herstellern, deren Produkte im Ex-Bereich eingesetzt werden, für diese die Konformität mit der Richtlinie schriftlich zu erklären. Sollen die Produkte in Zone 0 eingesetzt werden, wird sogar ein Zertifikat einer Zertifizierungsbehörde (Notified Body) gefordert. Für Berater, Zertifizierungsbehörden (Notified Bodies) und Schulungsanbieter ist so ein lukrativer Markt entstanden. Und auch die Hersteller sind nicht unzufrieden – so gibt ihnen das Zertifikat einerseits Sicherheit, andererseits nutzen sie das Prädikat „Atex-zertifiziert“ auch als Qualitätsmerkmal.

Doch was in der EU seit 2003 Gesetz ist und durch Anwendung einschlägiger Europanormen sichergestellt wird, ist weltweit bislang die Ausnahme. Hier habe sich allerdings die Normenorganisationen ISO und IEC  vor einigen Jahren aufgemacht und weltweit gültige Normen für den nicht-elektrischen Explosionsschutz entwickelt (ISO/IEC 80079 – 36 ff.), die im Laufe des Jahres 2016 veröffentlicht werden sollen. Auch an eigene  Zertifikate durch das IEC Ex Equipment Scheme ist gedacht – berichtet Prof. Dr. Thorsten Arnhold, Technologiechef bei R. Stahl und Vorsitzender der IEC Ex: „Für den elektrischen Explosionsschutz ist das bereits seit vielen Jahren gelebte Praxis. Über 50.000 Zertifikate und Testberichte sprechen eine beredte Sprache.“

->Lesen Sie auf den Folgeseiten, wie es um die Anerkennung von Ex-Zertifikaten bestellt ist und was sich in der neuen Atex-Richtlinie geändert hat.

Heftausgabe: Juli 2016
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Über den Autor

Armin Scheuermann, Chefredakteur CHEMIE TECHNIK
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