Neue Strategie

Akzonobel plant Aufspaltung und will sparen

20.04.2017 Der niederländische Chemiekonzern Akzonobel will sich aufspalten. In Amsterdam hat das Unternehmen heute seine Strategie für die Zukunft vorgestellt.

Anzeige
Ton Büchner, CEO Akzonobel

Ton Büchner, CEO von Akzonobel, plant tiefgreifende Änderungen bei dem niederländischen Chemiekonzern. Bild: Akzonobel

Den Plänen zufolge sollen die Geschäftsbereiche Farben und Beschichtungen sowie Spezialchemikalien in den kommenden 12 Monaten als jeweils eigenständige Unternehmen etabliert werden. Derzeit würden dazu zwei Optionen verfolgt: Die Gründung von zwei separaten Unternehmen oder der Verkauf einer Einheit. Offenbar soll der künftige Fokus von Akzonobel auf dem Farbengeschäft liegen, während die Spezialchemie abgespalten werden soll. Akzonobel plant im Farbengeschäft durch kontinuierliche Verbesserungen Einsparungen in Höhe von jährlich 150 Mio. Euro, in der Spezialchemie sollen durch die Abspaltung jährlich 50 Mio. Euro gespart werden. Gleichzeitig will der Konzern bis 2020 rund 1 Mrd. Euro in die Forschung und Entwicklung neuer Produkte investieren. So sollen unter anderem die Nachhaltigkeitsbemühungen so verstärkt werden, dass  das Unternehmen bis 2050 klimaneutral wirtschaftet.

Während das Unternehmen in den Jahren 2016 bis 2018 für das Farbengeschäft mit einem Ergebnis von 10 bis 12 % und einer Kapitalrendite von >18 % rechnet, erwartet der Konzern im Bereich Spezialchemikalien ein Ergebnis von 11,5 bis 13 % und eine Kapitalrendite von >16 %.

Kleineres Risiko oder kleineres Übel?

Akzonobel_Werk_China_Beschichtungen Raumfahrt

Das Lackgeschäft soll künftig im Fokus von Akzonobel stehen. Bild: Akzonobel

Ton Büchner, CEO von AkzoNobel, sagte: „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um zwei fokussierte, leistungsstarke Unternehmen zu schaffen. Diese Strategie wird für unsere Aktionäre einen erheblichen Mehrwert schaffen und beinhaltet deutlich geringere Risiken und Unwägbarkeiten im Vergleich zu anderen Alternativen. Mit dem Plan wollen wir in unserer Wertschöpfung einen Schritt voran kommen. Die Aussichten für unser Spezialitätenchemie-Geschäft machen uns zuversichtlich, dass wir den Anteilseignern den Erlös im Vorfeld der Trennung zurückgeben können. Darüber hinaus sehen wir eine umfangreiche Wachstumsdynamik in unserem Lack- und Beschichtungsgeschäft, und wir erwarten, dass wir schneller wachsen werden, als der Markt.“ Und Antony Burgmans, Vorsitzender des Aufsichtsrats von Akzonobel, ergänzt: „Der Aufsichtsrat ist der Auffassung, dass der Plan des Managements für die Zukunft von Akzonobel im Vergleich zu den Alternativen einen überlegenen Shareholder Value liefern wird.“

2007 Pharmageschäft abgestoßen, ICI gekauft

Der 1911 im niederländischen Ede gegründete Chemiekonzern Akzo firmiert seit der Fusion mit der schwedischen Nobel Industries im Jahr 1994 als Akzonobel. Das Unternehmen hatte 2007 seine Pharmasparte (organon) an Schering-Plough verkauft und im selben Jahr die britische ICI übernommen. Das Klebstoffgeschäft wurde damals an Henkel weiterverkauft. Das Unternehmen beschäftigt 46.000 Mitarbeiter in 80 Ländern und generierte 2016 einen Umsatz von 14,2 Mrd. Euro, davon 4,8 Mrd. im Segment Spezialchemie, 3,8 Mrd. mit Wand- und Schmuckfarben und 5,7 Mrd. Euro mit Lacken und Beschichtungen (Performance Coatings).

(as)

Die größten Übernahmen und Fusionen in der Chemie


Loader-Icon