Gib Staub keine Chance

Atex-konforme Absaugtechnik

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14.08.2013 Brand- und Explosionsgefahr besteht generell in Produktionsanlagen, in denen es zum Freisetzen brennbarer Stäube kommt:  In Verbindung mit einer ausreichend hohen Konzentration an Sauerstoff bildet sich ein sogenanntes stöchiometrisches Gemisch, das bereits durch kleine Zündquellen, beispielsweise ein durch statische Aufladung erzeugter Funke, explodieren kann.

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Entscheider-Facts Für Betreiber

  • Die Atex-konformen Geräte sind Lösungen für trockene, brennbare und nicht leitfähige Stäube in explosionsgefährdeten Bereichen der Zone 22.
  • Patronenfilter der Staubklasse „M" aus antistatischem Polyester-Nadelfilz ermöglichen die erforderliche Feinstaubfiltration.
  • Magnetventile steuern ein Filterreinigungssystem, das Druckluft in das Filterinnere gibt und an der Außenseite der Filterpatronen anhaftenden Staub löst.

Die Folgen davon können schwerwiegende Personen- und Sachschäden sein. Fehlt hingegen eine der drei Komponenten (brennbarer Staub, Luft oder Zündquelle) ist eine Staubexplosion ausgeschlossen. Auf Basis dieser Erkenntnis können Betreiber Maßnahmen treffen, die die Wahrscheinlichkeit einer Staubexplosion minimieren.

Staub absaugen, Sicherheit gewinnen
Der Ausschluss von Sauerstoff ist in der Praxis nur in seltenen Fällen möglich, darum liegt der Fokus beim Explosionsschutz auf dem Vermeiden von Zündquellen und Staubemission im Produktionsprozess. Komplett lassen sich Staubemissionen jedoch kaum vermeiden. Aufgrund dessen ist der Einsatz von Absauggeräten in Atex-gerechter Ausführung für viele Betreiber unerlässlich. So geschehen bei einem bayerischen Chemikalienhersteller: Kettlitz-Chemie ist spezialisiert auf die Produktion von Weichmachern und Verarbeitungs-Hilfsmitteln, Schmierstoffen und Additiven. Das Unternehmen mit Firmensitz in Rennertshofen verarbeitet pulverförmige Stoffe und verpresst diese zu Granulaten. Die Rohstoffe erhält der Hersteller zumeist in Säcken, die Mitarbeiter für die Verarbeitung händisch in die Mischer füllen. Der Schüttprozess erzeugt Staub in den Werksräumen, wodurch eine explosionsgefährdete Atmosphäre entstehen kann. Weiteres Gefahrenpotenzial sind Ablagerungen auf den Bearbeitungsmaschinen oder durch den Transport der Rohstoffe verursachte Rückstände auf dem Betriebsboden. Bereits eine Staubschicht von einem Millimeter auf Geräten und Boden reicht aus, um in Verbindung mit einer Zündquelle eine Staubexplosion zu verursachen. Das exakte Erfassen und Beseitigen des Staubes ist somit unerlässlich für den Arbeitsschutz. Um dies zu ermöglichen, greift der Chemikalienhersteller auf die Absaugtechnik des Sendener Maschinenbauers Esta zurück. Gefertigt gemäß der Richtlinie 94/9/EG, liefert der Absaugspezialist mit seinen Atex-konformen Geräten Lösungen für trockene, brennbare und nicht leitfähige Stäube in explosionsgefährdeten Bereichen der Zone 22.

Mobile und stationäre Lösungen
Gleich mehrere Anlagen aus dem Produktprogramm kommen bei dem Chemieproduzenten zum Einsatz: Für das gleichzeitige Absaugen an mehreren Staubquellen hat das Unternehmen eine zentrale Absauganlage Dustmac P-60 Atex mittels Rohrleitung an die Aufgabestellen der Produktionsmaschinen angeschlossen. Ein Druckentlastungsventil an der Anlage, eine Rückschlagklappe in der Rohgasleitung sowie ein in die Absauganlage integrierter Reststaubsensor/Polizeifilter in der Reinluftleitung ermöglicht das Erfüllen der Atex-Richtlinien. Für die Einzelplatzabsaugung nutzt der Hersteller den fahrbaren Entstauber Dustomat P-20 Atex. Die Installation erfolgt anhand eines Schlauches, der das Gerät mit der Bearbeitungsmaschine verbindet. Generell eignet sich dieser Gerätetyp zum Direktabsaugen an den Maschinen wie auch zum Anschluss an Erfassungshauben oder Absaugarmen. Beiden Gerätetypen liegt dasselbe Filtrationsverfahren zugrunde: Ein integrierter Prallabscheider filtert Grobpartikel bereits bei Eintritt ins Gerät aus, so dass lediglich der verbliebene Feinstaub zu den Filterpatronen gelangt. Zwei beziehungsweise sechs dauerhafte Patronenfilter der Staubklasse „M“ aus antistatischem Polyester-Nadelfilz mit einer Gesamtfilterfläche von 20 beziehungsweise 60 m2 ermöglichen die erforderliche Feinstaubfiltration. Entscheidend für eine lange Filterstandzeit und ein funktionierendes Abreinigen ist die Geometrie des Filtergehäuses. Diese realisiert die lufttechnisch richtigen Strömungsverhältnisse im Gehäuse.

Säubert die Umgebungsluft und sich selbst
Die automatische Jet-Pulse-Abreinigung säubert die Filterpatronen während und nach dem Betrieb. Magnetventile steuern das pneumatische Filterreinigungssystem, das Druckluft in das Filterinnere gibt. Hierdurch löst sich an der Außenseite der Filterpatronen anhaftender Staub und fällt in einen Staubsammelbehälter, der unterhalb der Filtereinheit angebracht ist. „Das vollautomatische Abreinigen stellt den größten Vorteil für uns dar. Sie reinigt selbständig, wenn dies erforderlich ist, so dass wir uns voll und ganz auf den eigentlichen Produktionsprozess konzentrieren können. Gleichzeitig steht so immer eine konstante Absaugleistung zur Verfügung“, erklärt Frank Brauburger, Sicherheitsbeauftragter der Firma Kettlitz. Um das Risiko von Staubexplosionen durch Ablagerungen zu beseitigen, reinigt das Personal die Hallenböden und Produktionsanlagen sowie die Aufgabestellen mittels Atex-konformen Industriesaugern wie dem Eurosog I-D Atex. Die Vorsichtmaßnahmen der Firma Kettlitz zeigen stellvertretend auf, was Betreiber im Umgang mit Ex-Stäuben beachten müssen, um Mitarbeiter und Maschinen zu schützen. Betriebsleiter Lothar Lehnbaur schildert den Prozess, beginnend von der Planung bis zur Inbetriebnahme der Anlage: „Ausgehend von einer intensiven Gefahrenanalyse erfolgte im ersten Schritt die Zoneneinteilung. Nach Identifizierung des Gefahrenpotenzials wurden auf Basis dieser Erkenntnis entsprechende Maßnahmen getroffen. Das zuverlässige Absaugen explosionsgefährdender Stäube ist dabei existentieller Bestandteil umfassender Sicherheitsprävention.“

Hier gelangen Sie auf die Homepage von Esta Apparatebau.
Weitere Beiträge zum Thema Explosionsschutz finden Sie hier.

Heftausgabe: August 2013

Über den Autor

Dominik Schweigert, Esta Apparatebau
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