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Atex-konforme mobile Raffineriepumpen

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31.08.2015 Für den flexiblen Einsatz auf dem Raffineriegelände suchte ein Mineralölkonzern vor knapp zwei Jahren nach mobilen Pumpen zur Förderung wechselnder Medien und zum sogenannten Molchen der Rohrleitungen. Man entschied sich für zwei mobile Drehkolbenpumpen.

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Entscheider-Facts Für Betreiber

  • Eine Raffinerie setzt zur Förderung der unterschiedlichsten Medien und zum Molchen zwei mobile Drehkolbenpumpen ein.
  • Die Atex-konformen Pumpen sind auf einem mit Staplerlaschen versehenen Grundrahmen montiert. So können diese von einem Radlader zu den Einsatzstellen auf dem Raffineriegelände transportiert werden.
  • Durch die Fähigkeit der Pumpen, im Schlürfbetrieb zu fördern, können diese auch zur Restentleerung der Öltanks eingesetzt werden. Ein Verschleißteilwechsel war an den Pumpen bislang nicht erforderlich.

Neben der hohen Qualität und der kompakten Bauweise der Pumpen war es insbesondere die hohe Flexibilität des Herstellers und das Erfüllen der hohen Konzernnormen beim Bau der Pumpeneinheiten, die die Raffinerie überzeugte.

Da jeder Einsatzfall anders ist, muss auch jede Pumpe anders sein, um den unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden. Diese Individualität findet sich auch bei den Mobilpumpen wieder. Beim Aufbau einer Mobilpumpe sind nahezu keine Grenzen gesetzt. Ob als Hochleistungspumpe auf einem Anhänger, einer mobilen Gelenkwellenpumpe, einer flexibel einsetzbaren Handwagenpumpe oder als tragbare Aluminiumpumpe – vom Fahrgestell über die Pumptechnik bis zur Steuerungstechnik erfolgt der Bau der Mobilaggregate aus einer Hand. Auf diese Weise konnten sämtliche Anforderungen und Wünsche des Mineralölkonzerns beim Bau der Mobilpumpen berücksichtigt werden.

Steuerungstechnik sorgt für Sicherheit
Für den Einsatz auf dem Raffineriegelände musste das gesamte Pumpenaggregat von der Pumpe über den Antrieb bis zur Steuerungstechnik in Atex-konformer Bauweise gefertigt werden. Die Steuerungstechnik sorgt für höchste Sicherheit im explosionsgeschützten Bereich. Mit Hilfe verschiedener Messinstrumente werden verschiedene Parameter an der Pumpe überwacht.
Ein elektronisches Füllstandmessgerät an der Saugseite der Pumpe stellt den Trockenlaufschutz sicher. Fördert die Pumpe innerhalb einer definierten Zeit keinerlei Flüssigkeit, schaltet die Steuerung die Pumpe ab, um so einen längeren Trockenlauf der Pumpe zu verhindern. Darüber hinaus überwacht die Steuerung die Temperatur der Pumpe. Bei einer Überschreitung der definierten Grenztemperatur schaltet die Steuerung das Aggregat aus.

Die Pumpen sind mit einer mit Quenchöl gefüllten Zwischenkammer ausgestattet. Der Quenchraum zwischen Pumpenkammer und Getriebe schützt im Fall eines Dichtungsdefektes das Getriebe vor austretendem Fördermedium. Ein Messgerät überwacht den Füllstand im Quenchraum. Ein Dichtungsdefekt kann damit sofort festgestellt werden.

Um die Pumpen und etwaige Rohrleitungssysteme vor Überdruck zu schützen, wird an der Druckseite der Pumpe der Förderdruck mit Hilfe einer elektronischen Messeinheit stetig überwacht. Im Falle eines überhöhten Drucks stellt sich die Pumpe sofort ab. Zusätzliche Sicherheit bietet die Bypassleitung mit integriertem Überdruckventil und Notabschaltung.

Manometer an verschiedenen Stellen der Pumpeinheit geben dem Betreiber stets Auskunft über die Druckverhältnisse innerhalb der Pumpeinheit. Etwaige Störungen sind über verschiedene Warnleuchten am Schaltschrank ablesbar. Über das Bedienelement am Schaltschrank ist die Pumpe problemlos zu steuern.

Damit die Pumpen überall auf dem zum Teil unwegsamen Raffineriegelände einsetzt werden können, ist die gesamte Mobileinheit samt Antrieb auf einem mit Staplerlaschen versehenen Grundrahmen montiert. Mit Hilfe eines Radladers können die Pumpen auf diese Weise einfach zu dem jeweiligen Einsatzort gebracht werden.

Der 30-kW-Drehstrommotor wird dann über ein Verlängerungskabel an eine Tankfeldverteilerdose angeschlossen. Die Pumpen sind dann sofort einsatzbereit und fördern bis zu 100 m³/h bei einem Förderdruck von bis zu 8 bar.

Wartung ist ein Kinderspiel
Für den Transport der flüssigen Medien auf dem Raffineriegelände bieten Rohrleitungssysteme die höchste Sicherheit. Diese Rohrleitungen gilt es in regelmäßigen Abständen zu reinigen und zu kontrollieren. Hierzu setzt der Mineralölkonzern die sogenannte Molchtechnik ein. Ein Molch ist ein Reinigungs- und Inspektionsgerät zum Einsatz in Rohrleitungen. Der Molch füllt den Leitungsquerschnitt aus. Die Mobilpumpe erzeugt einen Flüssigkeitsstrom, der den Molch durch die zu inspizierende Leitung wandern lässt. Durch die Mobilität der Pumpen können diese auf dem gesamten Areal eingesetzt werden, um die zahlreichen Rohrleitungen zu „molchen“.

Darüber hinaus werden die beiden Mobilaggregate für verschiedene Umpumparbeiten oder zur Tankentleerung eingesetzt. Hierbei fördern die Pumpen unterschiedliche Medien wie Naphtha, Gasöl, Diesel, Heizöl, Brunnenwasser oder Rohöl. Um das Pumpengehäuse vor Abrieb durch die leicht abrasiven, organischen Stoffe im Rohöl zu schützen, sind die Pumpen mit einem axialen und radialen Gehäuseschutz ausgestattet. Der Gehäuseschutz kann im Verschleißfall sehr einfach ausgetauscht und erneuert werden. In den Drehkolbenpumpen werden dreiflügelig gewendelte Drehkolben eingesetzt. Diese sorgen für eine nahezu pulsationsfreie Förderung der Medien. Die Drehkolben sind mit Dichtleisten aus Fluorkautschuk (FPM) ausgestattet. Im Verschleißfall müssen lediglich die austauschbaren Dichtleisten der Kolben gewechselt werden. Die Einsatzdauer der Pumpen variiert je nach Förderaufgabe von wenigen Stunden bis hin zu mehreren Wochen im 24/7 Betrieb.

Fazit: Nach mehr als einem Jahr zieht man in der Raffinerie ein durchweg positives Fazit. Man schätzt an den Börger-Drehkolbenpumpen vor allem die hohe Flexibilität, die einfache Bedienbarkeit und die enorme Ansaugkraft der Pumpen. Durch die Fähigkeit der Pumpen, im Schlürfbetrieb zu fördern, können diese auch zur Restenleerung der Öltanks eingesetzt werden. Ein Verschleißteilwechsel war an den Pumpen bislang nicht erforderlich. Die Pumpen wurden lediglich geöffnet, um die laut Atex-Richtlinien vorgeschriebenen Prüfungen durchzuführen. Ein Verschleiß konnte dabei nicht festgestellt werden.

Dank des Konzepts „Maintenance in Place“ (MIP) ist die Wartung und der Wechsel von strapazierten Verschleißteilen direkt am Einsatzort der Pumpe möglich – vom Betriebspersonal selbst und ohne eine Rohrleitungs- und Antriebsdemontage. So lässt sich die Mobilpumpe schnell wieder in einen Neuzustand bringen – falls es Verschleiß gibt.

Hier können Sie sich näher über Drehkolbenpumpen informieren

Heftausgabe: September 2015
Mike Eiting,  Business Development Manager, Börger

Über den Autor

Mike Eiting, Business Development Manager, Börger

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