Kleine Ergänzung – große Wirkung

Automatischer Nullpunktabgleich schafft Sicherheit

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27.10.2015 Anwender von Durchflussmessungen mit Wirkdruckgebern kennen es: vor allem bei kleinen Fließgeschwindigkeiten nehmen die Messfehler zu. Häufig bleiben diese Fehler zunächst unerkannt, da die Veränderung schleichend eintritt. Lediglich bei redundanten Messungen offenbart sich dieses Phänomen, wenn die Messwerte sich in unterschiedliche Richtungen verschieben. Ein unterbrechungsfreier Betrieb ist ohne weitere Maßnahmen dann nur noch möglich, wenn der Betreiber eine höhere Abweichung zwischen den Messwerten akzeptiert.

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Entscheider-Facts Für Betreiber

  • Ein fehlender oder fehlerhafter Nullpunktabgleich bei Durchflussmessgeräten kann zu einem reduzierten Wirkungsgrad von Anlagen führen.
  • Mit der Add-on-Lösung des Herstellers gibt es nun eine automatisierte Lösung, die die Temperatur des verbundenen Messumformers konstant überwacht und gegebenenfalls einen Nullpunktabgleich ausführt.
  • Hierdurch entlastet das Zusatzgerät, das auch ohne Aufwand nachzurüsten ist, den Betreiber und ermöglicht es ihm, seine Prozesse zu optimieren.

Da jedoch gerade redundante Messungen im Regelfall eine sicherheitsrelevante Funktion haben, ist dies in vielen Anwendungsfällen zur Aufrechterhaltung der Sicherheitsfunktion mit einer Reduzierung des Anlagenwirkungsgrades verbunden.

Nullpunkte auf Wanderschaft
Die Ursache für diese Messfehler liegt weniger in den verwendeten Durchflusssensoren als mehr in „wandernden“ Nullpunkten der angeschlossenen Differenzdruck-Messumformer. Umgebungs- und Messstofftemperaturen zeigen hier ebenso Wirkung wie Lastwechsel und schlicht die Zeit. Die Folge: Entweder kann der Anwender den Messungen im unteren Messbereich nicht vertrauen, oder aber er muss in kurzen Abständen immer wieder den Nullpunkt des Differenzdruck-Messumformers justieren. Das Ingenieurteam der S.K.I. aus Mönchengladbach hat mit dem Accuflo Zero jetzt ein Add-on entwickelt, das diese Fehlerquelle ausschaltet. Dieses können Betreiber bei allen Differenzdruck-Messumformern, die über eine Hart-Schnittstelle verfügen, problemlos nachrüsten. Es gleicht den Nullpunkt des Differenzdruck-Messumformers automatisch ab – und zwar immer dann, wenn es prozessabhängig nötig ist. Dazu greift das Gerät tief in den jeweiligen Messumformer ein und nutzt dessen mehr oder weniger versteckte Fähigkeiten. Auf diese Weise eliminiert das Zusatzgerät sämtliche Messfehler, die durch den Einfluss von Temperatur- und Druckänderungen sowie Langzeitdrift entstehen können.

Die Anwendung im Detail
Im Regelfall sind wirkdruckbasierte Durchflussmessungen nach Abschluss der Montage aller Komponenten, der Herstellung der Wirkdruckleitungen und des elektrischen Anschlusses, sofort betriebsbereit und zeigen im Anlagenbetrieb realistische Messwerte an. Die Genauigkeit dieser Messwerte steht und fällt dabei mit dem korrekten Durchführen des ersten Nullpunktabgleichs, bei dem auch montagebedingte Lagefehler des Differenzdruckmessumformers kompensiert werden. Typische Fehler bestehen darin, dass der Anwender den Nullpunktabglich schlichtweg vergisst, oder bei falschen Bedingungen durchführt. Beim ersten Anlagenstillstand ereilt den Anlagenbauer dann häufig ein Anruf mit der Aussage: „Die Messung zeigt einen Durchfluss, obwohl die Anlage steht“. Nicht selten resultiert aus diesem Anruf nach mehreren erfolglosen telefonischen Problemlösungsversuchen ein im Regelfall unbezahlter Service-Einsatz beim Kunden. Bei Einsatz des Add-ons können Betreiber solche Problemfälle vermeiden. Unmittelbar nach dem ersten Anliegen der Netzspannung führt das Gerät automatisch und fehlerfrei einen Nullpunktabgleich durch; wodurch die Messwerte von Anfang an nicht nur realistisch, sondern auch genau sind. Unbezahlte Service-Einsätze aufgrund von Nullpunktfehlern gehören damit der Vergangenheit an.

Heftausgabe: November 2015
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Über den Autor

Friedhelm Kremer, Geschäftsführer bei S.K.I.
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