Markt

BASF drosselt weltweit Produktion

20.11.2008

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Wegen eines massiven Nachfragerückgangs ergreift die BASF Maßnahmen, um entstehende Überkapazitäten zu vermeiden. Rund 80 Anlagen weltweit werden vorübergehend außer Betrieb genommen. Außerdem drosselt das Unternehmen die Produktion in gut 100 Anlagen. Geplante Wartungsarbeiten von Anlagen werden vorgezogen.

„Schon Ende Oktober haben wir auf das schwierige wirtschaftliche Umfeld hingewiesen. Seitdem hat sich die Nachfrage unserer Kunden in wichtigen Märkten nochmals deutlich verschlechtert“, erklärte Dr. Jürgen Hambrecht, Vorstandsvorsitzender der BASF. „Besonders Kunden aus der Automobilindustrie haben bereits erteilte Aufträge kurzfristig storniert.“ Darüber hinaus belasten der verstärkte Vorratsabbau der Kunden und die ungenügende Verfügbarkeit von Krediten in Abnehmerindustrien den Absatz.

„Die BASF wird daher 2008 das sehr gute EBIT vor Sondereinflüssen des Vorjahres nicht erreichen. Die Entwicklung im nächsten Jahr ist schwer einschätzbar. Die BASF richtet sich auf harte Zeiten ein“, so Hambrecht weiter.

Weltweit sind 20000 Mitarbeiter von den Produktionsanpassungen betroffen. Wenn immer möglich, werden dabei flexible Arbeitszeitinstrumente eingesetzt. Im Stammwerk Ludwigshafen hat der Chemiekonzern eine Betriebsvereinbarung mit dem Betriebsrat geschlossen, nach der Produktionsanpassungen über die flexible Handhabung von Arbeitszeitinstrumenten wie Zeitguthaben und Urlaub aufgefangen werden sollen. Nach derzeitigem Stand der Planung werden davon in Ludwigshafen rund 5000 Mitarbeiter betroffen sein.

Die Produktionsanpassungen erfolgen vorwiegend in Betrieben, die für die Abnehmerbranchen Automobil, Bau und Textil produzieren. Davon betroffen sind unter anderem die Wertschöpfungsketten Ammoniak, Styrol und Polyamid, in denen Vorprodukte für technische Kunststoffe, Lacke und Fasern hergestellt werden. Die Abstellungen werden innerhalb des weltweiten Produktionsverbunds abgestimmt und betreffen unter anderem die sechs Verbundstandorte in Europa, Asien und Nordamerika. Die Maßnahmen wurden größtenteils bereits eingeleitet, für einzelne Anlagen ist eine verringerte Auslastung bis Januar 2009 geplant.

„Bei allem notwendigen Realismus sind wir für die Zukunft trotzdem zuversichtlich“, betonte Hambrecht. „Wir haben die BASF in den vergangenen Jahren krisenfester gemacht. In der jetzigen, schwierigen Situation zeigt sich die Stärke unseres besser balancierten Portfolios. Zudem sind wir solide finanziert und haben das beste Team an Bord, um die vor uns liegende Strecke erfolgreich zu meistern.“

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