62-jähriger bedauert Unglück

BASF-Explosion: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

26.04.2018 Anderthalb Jahre nach der Explosion im Nordhafen des BASF-Standorts Ludwigshafen hat die Staatsanwaltschaft Frankenthal nun Anklage gegen einen Mitarbeiter der Rohrleitungsbau-Firma erhoben.

Anzeige
Stammwerk der BASF Gruppe - Ludwigshafen / Headquarters of the BASF Group - Ludwigshafen

Die Explosion hatte sich im Oktober 2016 im Landeshafen Nord der BASF in Ludwigshafen ereignet. (Bild: BASF)

Der 62-jährige Mitarbeiter des Rohrleitungsbau-Unternehmens soll im Oktober 2016 mit einem Winkelschleifer eine falsche Leitung angeschnitten haben. In der Folge kam es zu einem verheerenden Brand und der Explosion, die fünf Menschen das Leben kostete und 44 weitere verletzt hat. Wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte, wird dem Mitarbeiter fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und das fahrlässige Herbeiführen einer Explosion zur Last gelegt.

Butenleitung aus Unachtsamkeit angeschnitten

In der Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Frankenthal heißt es dazu: „Nach Abschluss der durchgeführten Ermittlungen geht die Staatsanwaltschaft Frankenthal davon aus, dass der Beschuldigte den Auftrag hatte, eine entleerte Propylenleitung mittels eines Winkelschleifers abzutrennen. Dem Angeschuldigten wird vorgeworfen, aus Unachtsamkeit die Trennscheibe an einer daneben befindlichen Rohrleitung, welche mit einem leicht entzündbaren Gasabfallgemisch aus Buten befüllt war, seitlich, in der so genannten „Drei-Uhr-Stellung“, angesetzt zu haben.

Das nach dem Schnitt in das Rohr mit einem hohen Druck austretende Butengemisch hat sich sofort an den durch den Trennschleifer verursachten Funken entzündet und danebenliegende Leitungen massiv befeuert. Durch den enormen Druck und die Hitze der Befeuerung wurde eine Ethylenleitung so stark erhitzt, dass es ca. sechs Minuten nach dem Schnitt in das Rohr zu einer Explosion kam, welche weitere Brände und Explosionen an anderen Rohren verursachte. Infolgedessen starben vier Feuerwehrleute sowie ein Matrose eines im Hafen liegenden Tankmotorschiffs. Ferner erlitten 44 andere Personen Verletzungen, zumeist Brandwunden.“

„Der Angeschuldigte – welcher selbst schwere Brandverletzungen erlitten hat – hat durch seinen Verteidiger vortragen lassen, dass er keine Erinnerung an den Vorfall habe und dass er die eingetretenen Folgen außerordentlich bedauere.“

(as)

 

 Hier finden Sie die CT-Meldungen zum BASF-Unglück:


Viertes Todesopfer nach Brand bei BASF Zahl der Opfer steigt auf fünf

BASF-Unglück: Weiterer Feuerwehrmann erliegt Verletzungen

07.09.2017 Elf Monate nach der verheerenden Explosion im Ludwigshafener Landeshafen ist eine weitere Person ihren Verletzungen erlegen. In der Nacht auf Dienstag starb ein weiterer Mitarbeiter der BASF-Werkfeuerwehr. mehr

Viertes Todesopfer nach Brand bei BASF Großbrand

Viertes Todesopfer nach Brand bei BASF

31.10.2016 Der Großbrand und die Explosion im Landeshafen Nord bei der BASF hat ein viertes Todesopfer gefordert. Am Samstag ist ein weiterer Mitarbeiter der Werksfeuerwehr gestorben. mehr

BASF-Großbrand: Rohrleitungsarbeiten waren Auslöser Unglücksursache

BASF-Großbrand: Falsche Leitung angesägt

27.10.2016 Die Ursache für den Großbrand und die Explosion bei der BASF am vorvergangenen Montag könnte ein Irrtum bei Wartungsarbeiten gewesen sein. Polizei und Staatsanwaltschaft haben ermittelt, dass bei Wartungsarbeiten die Wand eines falschen Rohrs durchtrennt wurde. mehr

Fakten zum Großbrand bei der BASF Ludwigshafen

BASF-Unglück: Taucher finden Toten im Hafenbecken

19.10.2016 Bei der Suche der seit vorgestern vermissten Person haben Taucher im Landeshafen Nord der BASF nun einen Toten geborgen. mehr

BASF-Großbrand: Rohrleitungsarbeiten waren Auslöser

BASF-Großbrand: Rohrleitungsarbeiten waren Auslöser

18.10.2016 Nach dem Großbrand und der Explosion in der BASF hat die Aufarbeitung begonnen. Offentsichtlich waren Rohrleitungsarbeiten die Ursache. mehr

Die Löscharbeiten bei BASF dauerten bis in die Nacht, zwei Steamcracker wurden vorsorglich heruntergefahren. (Archivbild, Bild: BASF) Chemieunfall

Zwei Tote nach Explosion bei BASF

18.10.2016 Bei der Explosion und anschließendem Großbrand am BASF-Standort Ludwigshafen sind mindestens zwei Menschen zu Tode gekommen. Sechs weitere wurden schwer verletzt, zwei Menschen werden noch vermisst. mehr

 

 

Loader-Icon