BASF restrukturiert im Segment Performance Products

24.04.2013 Die BASF, Ludwigshafen, strukturiert im Segment Performance Products die Geschäfte mit Kunststoffadditiven, Pigmenten, Wasser-, Leder- und Textilchemikalien um. Bis Ende 2015 ist bisher der Abbau von weltweit rund 500 Positionen geplant, davon etwa 350 in Basel. Weitere Maßnahmen werden weltweit geprüft.

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BASF restrukturiert im Segment Performance Products

„Weitere Maßnahmen stehen noch auf dem Prüfstand“, sagt Michael Heinz, Vorstandsmitglied der BASF und verantwortlich für das Segment Performance Products (Bild: BASF)

Im Segment Performance Products bündelt das Chemieunternehmen die Geschäfte mit Chemikalien, welche die Eigenschaften unterschiedlichster Endanwenderprodukte verbessern. Dazu gehören beispielsweise Inhaltsstoffe für Körperpflege, Kosmetik, Pharmazeutika, Additive für die Kunststoffherstellung, Farbpigmente sowie Chemikalien für die Papierherstellung oder zur Öl-, Gas- und Erzgewinnung. In einigen Marktsegmenten haben sich die Rahmenbedingungen durch fortschreitende Standardisierung und den Markteintritt neuer Wettbewerber signifikant verändert. Dies gilt insbesondere in den Märkten für Kunststoffadditive und Pigmente sowie für Wasser-, Leder- und Textilchemikalien.

Durch eine Vereinfachung von Prozessen, Investitionen in neue Technologien, Portfoliomaßnahmen und organisatorische Veränderungen sollen die Geschäfte in den kommenden Jahren an die veränderten Marktbedingungen angepasst und die Wettbewerbsfähigkeit maßgeblich verbessert werden. Die bisher geplanten Maßnahmen führen zu einem Abbau von weltweit rund 500 Stellen bis Ende 2015.

„Der Ausbau des Spezialitätengeschäfts im Segment Performance Products hat uns robuster gegenüber konjunkturellen Schwankungen gemacht. Bei Standardprodukten entsprechen Wachstum und Profitabilität aber noch nicht unseren Anforderungen. Deshalb haben wir zahlreiche Maßnahmen identifiziert, die wir Schritt für Schritt umsetzen werden. Weitere Maßnahmen stehen noch auf dem Prüfstand“, sagte Michael Heinz, Vorstandsmitglied der BASF und verantwortlich für das Segment Performance Products.

Neustrukturierung im Raum Basel
Durch eine Neustrukturierung will BASF die Effizienz und Profitabilität der Geschäftseinheiten Plastic Additives und Pigments & Resins in Europa verbessern, die hauptsächlich im Raum Basel angesiedelt sind. In der Geschäftseinheit Pigments & Resins werden das europäische Produktmanagement sowie Aufgaben des Qualitätsmanagements und der Produktsicherheit in Ludwigshafen gebündelt. Die Leitung des weltweiten Produktmanagements wird in Hongkong gebündelt. Damit werden Fachwissen und Kompetenzen zusammengeführt sowie Synergien realisiert.

Im Geschäft mit Plastic Additives ist eine marktnähere Aufstellung geplant. Die Entwicklung und Anwendungstechnik wird sich stärker nach Themen- und Industrieschwerpunkten ausrichten und durch vernetzte Kompetenzzentren an unterschiedlichen Standorten weltweit effizienter organisiert. Außerdem werden unterstützende Funktionen wie das Technologie- und Strategiemanagement sowie Controlling in Ludwigshafen zusammengefasst.

Die veränderten Marktstrategien führen zu einem Rückgang des Bedarfs produktnaher Forschung für Kunststoffadditive und Pigmente im Forschungszentrum Basel. Deshalb wird das Forschungszentrum Basel verkleinert und künftig stärker auf die weiterentwickelte Strategie der BASF ausgerichtet. Der Bedarf an administrativen Dienstleistungen, die das Business Center Switzerland als Service-Plattform für die BASF-Gruppengesellschaften in der Schweiz erbringt, wird ebenfalls abnehmen. Dies führt zu einem Stellenabbau im Business Center Switzerland in Basel. Der Unternehmensbereich Paper Chemicals mit Hauptsitz in Basel ist von den aktuellen Maßnahmen nicht betroffen.

Bis Ende 2015 wird die Umstrukturierung im Raum Basel zu einem Abbau von insgesamt bis zu 350 Positionen führen. Dies schließt die Bündelung von Aufgaben an anderen Standorten mit ein. Den mit der Neuausrichtung verbundenen Stellenabbau im Raum Basel wird die BASF so sozialverantwortlich wie möglich gestalten. Das Unternehmen ist bestrebt, für möglichst viele Mitarbeiter Beschäftigungsmöglichkeiten in anderen BASF-Gruppengesellschaften zu finden. Einzelheiten sind Gegenstand der Konsultationen mit der Personalvertretung auf der Basis des bestehenden Sozialplans.

Bereits angekündigte Maßnahmen werden umgesetzt
Zu den bereits angekündigten Maßnahmen gehört die Zusammenlegung des Geschäfts mit Wasser- sowie Ölfeld- und Bergbauchemikalien zu einer neuen globalen Geschäftseinheit. Geplante Effizienzsteigerungen im Produktionsverbund für Polyacrylamid (PAM) werden im Water Solutions-Geschäft zu einem Abbau von Stellen führen, der hauptsächlich die Standorte Bradford und Grimsby/Großbritannien betreffen wird. Es ist darüber hinaus geplant, das Industrial Water Management Geschäft in Lyon/Frankreich an einen strategischen Partner zu verkaufen.

Im Geschäft mit Leder- und Textilchemikalien wird das Chemieunternehmen die Aktivitäten auf die Wachstumsregion Asien-Pazifik sowie auf spezielle Anwendungen mit hoher Wertschöpfung, wie beispielsweise Automobilleder und Textilartikel im Premiumsegment, ausrichten. Die weltweiten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für beide Geschäfte werden in Schanghai/China angesiedelt.

(dw)

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