BASF: Umsatz im 3. Quartal um 1,5 % auf 17,7 Mrd. Euro gestiegen

28.10.2013 BASF, Ludwigshafen, hat ihren Umsatz im 3. Quartal 2013 trotz deutlich negativer Währungseinflüsse um 1,5 % auf rund 17,7 Mrd. Euro erhöht. Hauptgrund für diesen Zuwachs waren gestiegene Mengen, insbesondere im Segment Oil & Gas. Der Nach-Steuer-Gewinn legte um 18 % zu.

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BASF: Umsatz im 3. Quartal um 1,5 % auf 17,7 Mrd. Euro gestiegen

Das Herz der BASF-Gruppe ist das Stammwerk in Ludwigshafen am Rhein. Mit über 160 chemischen Produktionsbetrieben, vielen hundert Labors, Technika, Werkstätten und Büros ist es der größte zusammenhängende Industriekomplex Europas (Bild. BASF)

Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (Ebit) vor Sondereinflüssen nahm um 221 Mio. Euro auf knapp 1,7 Mrd. Euro zu. Das Ergebnis nach Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter stieg um 171 Mio. Euro oder 18 % auf rund 1,1 Mrd. Euro. Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit der BASF stieg in den ersten 3 Quartalen 2013 verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 957 Mio. Euro auf rund 6,0 Mrd. Euro. Der Free Cashflow belief sich auf 2,9 Mrd. Euro, nach 2,3 Mrd. Euro in den ersten 9 Monaten des Jahres 2012.

„Im 3. Quartal 2013 hat sich unser Geschäft robust entwickelt. Neben höheren Beiträgen von Functional Materials & Solutions und Performance Products waren niedrigere Belastungen bei Sonstige für den Ergebnisanstieg maßgeblich“, sagte Dr. Kurt Bock, Vorstandsvorsitzender des Chemiekonzerns. Die Erwartungen der BASF bezüglich der weltweiten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für 2013 sind unverändert; damit bestätigt das Unternehmen seine Prognose für das Gesamtjahr 2013.

Bock: „Wir rechnen nicht mit einer Belebung des globalen Wirtschaftswachstums im 4. Quartal 2013. Das Umfeld wird voraussichtlich herausfordernd bleiben: Wir gehen von einer unbeständigen und von konjunkturellen Unsicherheiten geprägten Entwicklung aus. Auch im 4. Quartal werden Währungseffekte Umsatz und Ergebnis belasten. Wir streben dennoch weiterhin an, bei Umsatz und EBIT vor Sondereinflüssen die Werte des Jahres 2012 zu übertreffen.“

Neben innovationsgetriebenen Akquisitionen und Investitionen in ihren Produktions-Verbund arbeitet das Unternehmen weiter an der Restrukturierung ihres Portfolios. Ein Schwerpunkt liegt hierbei auf dem Segment Performance Products, in dem bei einigen Standardprodukten Wachstum und Ertragskraft noch nicht den Anforderungen entsprechen.

Dazu will die BASF im Rahmen ihrer langfristigen Pigmentstrategie die Kundenorientierung durch die Entwicklung maßgeschneiderter Produkte für hochwertige Anwendungen erhöhen und das globale Produktionsnetzwerk optimieren. Bis 2017 werden im Zuge dessen weltweit rund 650 Stellen entfallen. Gleichzeitig wird BASF in den kommenden vier Jahren 250 Mio. Euro in das Produktionsnetzwerk sowie in die Forschung und Entwicklung investieren.

Zu den wesentlichen Vorhaben im Pigment-Bereich gehört die Schließung des Werks in Paisley in Schottland sowie die Restrukturierung des Betriebs in Huningue, Frankreich. Darüber hinaus werden strategische Optionen für den Standort Maastricht in den Niederlanden geprüft. Die geplanten Investitionen in das Produktionsnetzwerk werden die Präsenz in der Region Asien-Pazifik weiter stärken – dem am schnellsten wachsenden Markt. Zu den geplanten Investitionen gehören die Inbetriebnahme und Erweiterung einer Anlage für High-Performance-Pigmente an dem von BASF vollständig eigenbetriebenen Standort in Nanjing/China sowie die Erweiterung der Pigment-Anlage von BASF in Ulsan, Korea. Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit im Segment Performance Products werden weiterhin geprüft.

Geschäftsentwicklung in den Segmenten im 3. Quartal
Der Umsatz im Segment Chemicals verfehlte mit 4,2 Mrd. Euro den Wert des 3. Quartals 2012 um 8 %. Insbesondere bei Monomers minderten gesunkene Verkaufspreise den Umsatz. Neben negativen Währungseffekten trugen niedrigere Mengen in allen Bereichen zum Umsatzrückgang bei. Das Ebit vor Sondereinflüssen des Segments sank im Wesentlichen infolge geringerer Margen bei Isocyanaten in Asien und bei Ammoniak auf 527 Mio. Euro nach 569 Mio. Euro im Vorjahresquartal.

Im Segment Performance Products stieg der Absatz, während der Umsatz vor allem währungsbedingt mit 3,9 Mrd. Euro knapp unter dem Wert des Vorjahresquartals lag. Die Margen waren weitgehend stabil. Das EBIT vor Sondereinflüssen übertraf dennoch den Wert des 3. Quartals 2012 mit 376 Mio. Euro um 9 %. Hauptgrund hierfür war das Fixkostenmanagement.

Bei Functional Materials & Solutions nahm der Umsatz verglichen mit dem Vorjahresquartal um 3 % auf 4,4 Mrd. Euro zu. Während Catalysts und Performance Materials den Umsatz durch einen höheren Absatz steigern konnten, ging der Umsatz bei Construction Chemicals und Coatings zurück. Maßgeblich hierfür waren negative Währungseffekte. Das Ergebnis erhöhte sich in allen Bereichen deutlich außer bei Coatings. Das Ebit vor Sondereinflüssen des Segments betrug 300 Mio. Euro nach 231 Mio. Euro im Vorjahresquartal.

Der Umsatz im Segment Agricultural Solutions wuchs trotz negativer Währungseffekte und lag wie im Vorjahreszeitraum bei mehr als 1 Mrd. Euro. Mengen und Verkaufspreise stiegen in allen Indikationen. Die im November 2012 erfolgte Akquisition von Becker Underwood trug ebenfalls zum Umsatzanstieg bei. Infolge höherer Investitionen in Forschung und Entwicklung, Produktion und Vertrieb lag das Ebit vor Sondereinflüssen mit 172 Mio. Euro auf dem Niveau des Vorjahresquartals.

Bei Oil & Gas nahm der Umsatz vor allem dank gestiegener Mengen im Arbeitsgebiet Natural Gas Trading um 25 % auf 3,1 Mrd. Euro zu. Im Arbeitsgebiet Exploration & Production erhöhte sich der Umsatz im Wesentlichen durch die am 31. Juli 2013 von Statoil erworbenen Aktivitäten in Norwegen. Auf Grund eines mengenbedingt niedrigeren Ergebnisses in Libyen, höherer Feldesrückbaukosten sowie eines geringeren Beitrags von Natural Gas Trading ging das Ebit vor Sondereinflüssen um 15 % auf 422 Mio. Euro zurück.

Der Umsatz im Segment von Sonstige lag mit 947 Mio. Euro rund 13 % unter dem Wert des Vorjahresquartals. Das Ebit vor Sondereinflüssen verbesserte sich dagegen auf Grund von niedrigeren Belastungen, unter anderem aus dem Long-Term-Incentive-Programm, und lag bei minus 105 Mio. Euro.

Geschäftsentwicklung in den Regionen im 3. Quartal
Der Umsatz der Gesellschaften mit Sitz in Europa nahm insbesondere auf Grund gesteigerter Mengen im Segment Oil & Gas um 5 % zu. Bei Chemicals ging der Umsatz dagegen vor allem absatz- und preisbedingt zurück. Das Ebit vor Sondereinflüssen stieg um 61 Mio. Euro auf 928 Mio. Euro. Grund hierfür war neben den höheren Beiträgen von Performance Products und Functional Materials & Solutions die Ergebnisverbesserung bei Sonstige.

In Nordamerika wuchs der Umsatz in US-Dollar um 6 %, während er in Euro stabil blieb. Negative Währungseffekte belasteten die Umsatzentwicklung in allen Bereichen. Kompensiert wurde dies durch einen höheren Absatz, insbesondere bei Catalysts und Agricultural Solutions. Das Ebit vor Sondereinflüssen stieg vor allem dank eines höheren Beitrags von Chemicals um 128 Mio. Euro auf 355 Mio. Euro.

In Asien­Pazifik stieg der Umsatz in lokaler Währung um 4 %, sank jedoch in Euro um 4 %. Ein höherer Absatz konnte die negativen Währungseinflüsse nur teilweise ausgleichen. Darüber hinaus minderten niedrigere Verkaufspreise den Umsatz in der Region. Das Ebit vor Sondereinflüssen ging insbesondere auf Grund schwächerer Margen im Segment Chemicals um 14 Mio. Euro auf 206 Mio. Euro zurück.

In Südamerika, Afrika, Naher Osten wuchs der Umsatz in lokaler Währung um 8 %, während er in Euro um 6 % abnahm. Stark negative Währungseffekte waren hierfür maßgeblich. Gegenläufig wirkten höhere Mengen und Preise. Dank eines gestiegenen Ergebnisses von Oil & Gas in Argentinien und des erfolgreichen Geschäfts mit Pflanzenschutzmitteln verbesserte sich das Ebit vor Sondereinflüssen in der Region um 46 Mio. Euro auf 203 Mio. Euro.

(dw)

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