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BAVC zur Chemie-Konjunktur 2004: Minuszeichen statt Aufschwungstimmung

20.04.2004

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Das wirtschaftliche Umfeld für die Chemie-Tarifrunde 2004 wird ungünstiger. Für den erhofften Aufschwung in der Chemie gibt es noch immer keine konkreten Anhaltspunkte. Die Chemie-Produktion hat im Januar 2004 ihre bereits im Mai 2003 begonnene Talfahrt fortgesetzt. Nach den aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes ist sie um 0,9 vH gegenüber dem Vorjahresmonat zurückgegangen. Gleichzeitig fiel der Gesamtumsatz der Branche um 2,4 vH gegenüber Januar 2003. Das berichtet der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) in seinem neuesten „Informationsbrief für Führungskräfte“.


Eine Ende März abgeschlossene Konjunkturumfrage des BAVC lässt keine Aufschwungstimmung erkennen. Erfasst wurden 890 west- und ostdeutsche Mitgliedsunternehmen mit 94 % der Beschäftigten im Organisationsbereich des Verbandes. Nur 8 % der Unternehmen bezeichnen ihre aktuelle Lage als gut. 42 vH nennen sie „befriedigend“. Insgesamt die Hälfte der Unternehmen (49 vH) bezeichnet ihre Lage als „kaum befriedigend“ oder sogar als „schlecht“. Weniger als ein Viertel aller Unternehmen (22 vH) erwartet für 2004 eine positive Branchenentwicklung. 62 vH sehen keine Verbesserung der aktuellen Konjunktursituation, 15 vH erwarten sogar eine Verschlechterung. Auch die im März deutlich zurückgegangenen ifo-Geschäftsklima-Indikatoren für die Chemie spiegeln diesen Trend wider. Aus der Konjunktur-Umfrage geht ferner hervor, dass 20 % der Unternehmen Betriebsverlagerungen ins Ausland planen. Weitere 6 % haben eine solche Verlagerung bereits beschlossen.


Nach einer längeren Phase der Stabilisierung sinkt die Zahl der Chemie-Beschäftigten seit Juli 2003 wieder. Nach Rückgängen von 0,5 vH im dritten und 0,7 vH im vierten Quartal 2003 ist die Beschäftigtenzahl im Januar 2004 um 3,3 % gegenüber dem Vorjahresmonat gesunken.


Angesichts dieser Lage und nach drei Jahren Branchenstagnation bei gleichzeitigem realen Einkommensplus für die Chemie-Beschäftigten ist nach Auffassung der Chemie-Arbeitgeber der tarifliche Verteilungsspielraum stark geschrumpft.

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