Bayer Materialscience: Kunststoff-Herstellung mit Kohlendioxid schreitet voran

29.05.2015 Bayer Materialscience hat seine im Bau befindliche Produktionsstraße zur Herstellung von Kunststoff aus CO2 mit einem 25-t-schweren chemischen Reaktor ausgestattet. Damit rückt der Konzern seinem Ziel näher, ab 2016 Kunststoff mithilfe von Kohlendioxid herzustellen und damit den Erdöl-Anteil zu reduzieren.

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Bayer Materialscience: Kunststoff-Herstellung mit Kohlendioxid schreitet voran

Der maßgefertigte Reaktor, hier bei der Ausrichtung im Zentrum der Produktionsstraße in Dormagen, wiegt 25 t (Bild: Bayer Materialscience)

Im Herbst soll als letztes Teil ein CO2-Tank eingebaut werden – damit geht die Montage der 15 Mio. Euro teuren Anlage in die Zielgerade. „Wenn alles weiter so glatt läuft, ist die Anlage Anfang kommenden Jahres betriebsbereit“, erklärt Gesamtprojektleiter Dr. Karsten Malsch. Der Bau hätte dann gut ein Jahr gedauert.

In der Produktionsstraße will Materialscience im Rahmen des Projektes „Dream Production“ erstmals in kommerziellem Maßstab Kohlendioxid als Rohstoff in Polyole einbauen – zentrale Vorprodukte zur Herstellung von Schaumstoff. Die Anlage wird für ein Produktionsvolumen von 5.000 t/a ausgelegt. Das Polyol, das rund 20 % CO2 enthält, dient zunächst zur Herstellung von Matratzen aus Polyurethan-Weichschaum.

CO2 ersetzt Erdöl
Tests haben gezeigt, dass das Material mit CO2-Anteil mindestens genauso gut ist wie konventionelle Produkte. Das Kohlendioxid ersetzt dabei einen Teil des Erdöls, auf dem solche Polyole und Polyurethane üblicherweise komplett beruhen. „Die Kunststoffindustrie ist seit langem auf der Suche nach alternativen Rohstoffen, um sich von knapper werdenden fossilen Grundstoffen zu lösen“, erläutert Malsch. Außerdem nehme in der Gesellschaft die Nachfrage nach nachhaltigen Produkten zu. „Wir glauben, mit unserem neuen Verfahren für beide Stoßrichtungen eine Lösung anbieten zu können.“

Die Grundlagenarbeit hat der Konzernbereich zusammen mit dem CAT Catalytic Center entwickelt, einer Forschungseinrichtung an der Universität Aachen. Die große Herausforderung bestand darin, einen Katalysator zu finden, der das chemisch sehr träge Kohlendioxid auf effiziente Weise zur Reaktion mit anderen Substanzen bringt. Diesen passenden Katalysator hatten die Kooperationspartner entdeckt. Zukünftig soll der Anteil an CO2 in den Produkten dann weiter erhöht werden und gleichzeitig die Zahl der Kunststoffe auf CO2-Basis ansteigen.

(su)

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