Bayer meldet erfreuliche Geschäftsentwicklung im 3. Quartal

06.11.2013 Der Bayer-Konzern, Leverkusen, hat im 3. Quartal 2013 eine weiterhin erfolgreiche Geschäftsentwicklung verzeichnet. Hierzu trugen die Teilkonzerne Healthcare und Cropscience wesentlich bei, während bei Materialscience Umsatz und Ergebnis in einem weiterhin schwierigen Marktumfeld auf Vorjahresniveau verharrten.

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Bayer meldet erfreuliche Geschäftsentwicklung im 3. Quartal

„Healthcare erzielte vor allem durch die hervorragende Umsatzentwicklung der neuen Pharma-Produkte erfreuliche Zuwächse“, erklärte Dr. Marijn Dekkers anlässlich der Vorlage des Zwischenberichts zum 3. Quartal 2013 (Bild: Bayer)

„Healthcare erzielte vor allem durch die hervorragende Umsatzentwicklung der neuen Pharma-Produkte erfreuliche Zuwächse“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Dr. Marijn Dekkers anlässlich der Vorlage des Zwischenberichts. Cropscience habe von einem anhaltend günstigen Marktumfeld sowie einem guten Saisonstart in Lateinamerika profitiert. „Unsere Konzernprognose für 2013 behalten wir bei, auch wenn diese zunehmend ambitioniert ist“, sagte Dekkers.

Der Konzernumsatz lag im 3. Quartal mit 9,643 Mrd. Euro nominal auf Vorjahresniveau (-0,2 %). Währungs- und portfoliobereinigt (wpb.) entspricht das einem Zuwachs von 6,0 %. Das Ebit verbesserte sich deutlich um 47,5 % auf 1,221 Mrd. Euro. Hier wirkten sich unter anderem niedrigere Sondereinflüsse aus. Diese sanken auf -99 Mio. Euro und beinhalteten hauptsächlich Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen sowie für die Integration erworbener Geschäfte. Das Ebit vor Sondereinflüssen stieg um 11,5 % auf 1,320 Mrd. Euro. Das Ebitda vor Sondereinflüssen erhöhte sich – trotz negativer Währungseffekte von etwa 130 Mio. Euro – um 7,7 % auf 1,984 Mrd. Euro. Das Konzernergebnis verbesserte sich um 42,1 % auf 733 Mio. Euro.

Teilkonzern Healthcare: Pharma treibt das Geschäft
Im Gesundheitsgeschäft (Healthcare) stieg der Umsatz im 3. Quartal um 0,5 (wpb. 7,4) % auf 4,742 Mrd. Euro. „Unser Pharma-Geschäft verzeichnete währungsbereinigt in allen Regionen ein starkes Wachstum“, so Dekkers. Das Segment Consumer Health legte beim Umsatz wpb. ebenfalls zu, insbesondere im Geschäft mit rezeptfreien Arzneimitteln (Consumer Care) und in den Wachstumsmärkten.

Im Pharma-Geschäft erhöhte sich der Umsatz um 3,1 (wpb. 10,6) % auf 2,818 Mrd. Euro. Zu der starken Entwicklung trugen vor allem die neuen Produkte bei: der Gerinnungshemmer Xarelto, das Augenmedikament Eylea sowie die Krebsmedikamente Stivarga und Xofigo mit einem Umsatz von 407 Mio. Euro bei. Xarelto konnte dabei die weltweit führende Stellung bei den neuen oralen Gerinnungshemmern übernehmen. Die Vermarktung des Lungenhochdruckmittels Adempas (Wirkstoff: Riociguat) begann im September 2013, zunächst in Kanada.

Bei den etablierten Top-Pharmaprodukten legte das Blutgerinnungsmittel Kogenate währungsbereinigt (wb.) um 14,5 % zu – überwiegend aufgrund zeitlicher Umsatzverschiebungen. Das Krebsmedikament Nexavar erzielte ebenfalls ein zweistelliges Plus (wb. 11,1 %). Dagegen gingen die Umsätze des Multiple-Sklerose-Medikaments Betaferon/Betaseron erwartungsgemäß vor allem in den USA aufgrund erhöhten Wettbewerbs weiter zurück und lagen weltweit wb. um 6,7 % unter Vorjahr. Das Geschäft mit den oralen Kontrazeptiva YAZ/Yasmin/Yasminelle war durch Generika-Konkurrenz insbesondere in Westeuropa belastet – insgesamt gab der Umsatz dieser Produkte wb. um 15,1 % nach.

Im Segment Consumer Health belief sich der Umsatz auf 1,924 Mrd. Euro (-3,1 %). Wpb. entspricht das einem Zuwachs von 2,9 %. Bei Consumer Care legten vor allem das Hautpflegemittel Bepanthen/Bepanthol und das Nahrungsergänzungsmittel Supradyn zu (wb. plus 29,6 bzw. plus 19,8 %). Die Division Medical Care erzielte wpb. Umsatzzuwächse mit Kontrastmitteln und Medizingeräten (Radiology & Interventional), allerdings war das Diabetes-Care-Geschäft vor allem durch Erstattungsdruck und Preisrückgänge in den USA belastet. Das Geschäft mit Tierarzneimitteln (Animal Health) profitierte insbesondere von der Neuausbietung des Floh- und Zeckenhalsbands Seresto in den USA. Die Umsätze der Advantage-Produktlinie mit Floh-, Zecken- und Entwurmungsmitteln lagen auf Vorjahresniveau.

Das Ebitda vor Sondereinflüssen des Teilkonzerns stieg um 4,6 % auf 1,392 Mrd. Euro. Maßgeblich war dafür die sehr gute Geschäftsentwicklung bei Pharma, während das Ergebnis von Consumer Health leicht rückläufig war. Negative Währungseffekte belasteten das Ergebnis von Healthcare mit etwa 100 Mio. Euro.

Teilkonzern Cropscience: starke Zuwächsen in Lateinamerika
Im Agrargeschäft (Cropscience) wuchs der Umsatz im 3. Quartal um 4,3 (wpb. 12,1) % auf 1,712 Mrd. Euro. „Dieser Anstieg ist vor allem auf die gute Entwicklung bei unseren Crop-Protection-Produkten (Pflanzenschutz) zurückzuführen“, erläuterte Dekkers.

Im Pflanzenschutz (Crop Protection) waren Insektizide und Fungizide besonders erfolgreich: Diese Produktgruppen steigerten ihre Umsätze wpb. um 28,2 bzw. 24,7 %. Die Herbizid-Umsätze verbesserten sich wpb. leicht um 1,9 %, das Geschäft mit Saatgutbehandlungsmitteln (Seedgrowth) lag wpb. auf Vorjahresniveau (+0,3 %). Die insgesamt positive Entwicklung dieser Geschäftsfelder konnte den deutlichen Umsatzrückgang von wpb. 30,2 % bei Seeds (Saatgut) mehr als kompensieren. Dieser war im Wesentlichen durch die Reduzierung von Anbauflächen für Ölsaaten und Baumwolle in Nordamerika bedingt, die unter anderem zu höheren Produktrücknahmen führte. Der Umsatz des Segments Environmental Science stieg wpb. um 19,2 %. Sowohl das Geschäft mit Produkten für professionelle Anwender als auch das Konsumentengeschäft trugen dazu bei.

Das Ebitda vor Sondereinflüssen von Cropscience stieg um 13,7 % auf 224 (197) Mio. Euro. Dieser Ergebnisanstieg beruht im Wesentlichen auf der guten Geschäftsentwicklung. Dem standen höhere Kosten für Marketing und Vertrieb sowie für Forschung und Entwicklung gegenüber.

Teilkonzern Materialscience: Umsatz verharrt auf Vorjahresniveau
„Im Teilkonzern Materialscience lagen Umsatz und Ergebnis auf Vorjahresniveau. Dies bedeutet eine Verbesserung gegenüber dem 2. Quartal 2013″, betonte Dekkers. Der Umsatz im Geschäft mit hochwertigen Materialien lag in einem schwierigen Marktumfeld mit 2,897 Mrd. Euro um 3,1 % unter Vorjahr. Wpb. entspricht das einem Plus von 1,1 %. Dieser Zuwachs ist auf gestiegene Absatzmengen in den Regionen Nordamerika und Europa zurückzuführen. Die Absatzpreise lagen insgesamt leicht unter Vorjahr:

Der Umsatz mit Rohstoffen für Schaumstoffe (Polyurethanes) erhöhte sich wpb. um 4,1 %. Hierzu trugen höhere Absatzmengen in allen Regionen außer Lateinamerika/ Afrika/Nahost bei. Die Absatzpreise lagen insgesamt unter Vorjahr. Bei den hochwertigen Kunststoffen (Polycarbonates) ging der Umsatz wpb. um 3,1 % zurück. Hier gingen die Absatzpreise aufgrund von Überkapazitäten im Markt insgesamt zurück. Zudem lagen die Absatzmengen unter dem Niveau des Vorjahresquartals. Im Geschäft mit Rohstoffen für Lacke, Klebstoffe und Spezialitäten stieg der Umsatz wpb. um 0,8 %.

Das Ebitda vor Sondereinflüssen von Materialscience stieg um 2,7 % auf 346 Mio. Euro. Hierin ist ein Ertrag von 17 Mio. Euro aus der Veräußerung des Geschäfts mit nicht-wässrigen Rohstoffen für UV-härtende Beschichtungen enthalten. Positiv wirkten sich die leicht gestiegenen Absatzmengen sowie Effizienzsteigerungsmaßnahmen aus – dagegen belasteten gesunkene Absatzpreise sowie höhere Rohstoffkosten das Ergebnis.

Ausblick 2013: Konzernumsatz soll auf 40 Mrd. Euro steigen
In den ersten 9 Monaten verzeichneten die Life-Science-Bereiche HealthCare und CropScience ein sehr erfreuliches Wachstum, sodass die marktbedingte Schwäche bei Materialscience kompensiert werden konnte. Für das 4. Quartal erwartet der Konzern eine Fortsetzung dieser Entwicklung. Das operative Ergebnis wurde im Jahresverlauf zunehmend durch Währungseffekte belastet. Der Jahresausblick basiert nun auf den durchschnittlichen Wechselkursen der ersten 9 Monate (bisher: des 1. Halbjahres 2013). „Wir behalten unsere Konzernprognose bei, auch wenn diese zunehmend ambitioniert ist“, sagte Dekkers. Für das Gesamtjahr erwartet Bayer einen wpb. Umsatzanstieg von 4 bis 5 % auf ca. 40 (bisher: 40 bis 41) Mrd. Euro. Beim Ebitda vor Sondereinflüssen strebt Bayer eine Steigerung im mittleren einstelligen Prozentbereich an, beim bereinigten Ergebnis je Aktie will das Unternehmen einen Zuwachs im oberen einstelligen Prozentbereichbereich erzielen.

(dw)

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