Große Mengen wirtschaftlich verpacken

Big-bag-Befüll- und Entleeranlagen

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18.07.2013 Wenn es um das wirtschaftliche Verpacken großer Mengen Schüttgut geht, dann sind Großgebinde wie  beispielsweise Big-bags geeignete, kosteneffektive Lager- und Transportmedien. Im Vergleich zu anderen Verpackungen wie Fässer, Säcke oder Metallcontainer bieten sie zahlreiche Vorteile. Sie lassen sich für zahlreiche Arten von Festoffen – etwa Pulver, Geranulate, Pellets oder Pastillen – einsetzen. Als umweltschonende Lösung gewinnt der Big-bag immer mehr an Bedeutung, auch bei kleineren Durchsatzmengen.

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Entscheider-Facts Für Betreiber

  • Zur wirtschaftlichen Verpackung von Schüttgütern sind Großgebinde wie Big-bags eine geeignete, kostengünstige und effektive Lösung.
  • Im Vergleich zu anderen Verpackungen wie beispielsweise Fässer, Säcke oder Metallcontainer bieten sie zahlreiche Vorteile.
  • Als umweltschonende Lösung gewinnt der Big-bag immer mehr an Bedeutung, auch bei kleineren Durchsatzmengen.

Big-bag-Befüllstationen der Baureihe RBB von WAM bestehen aus einem Stahlrahmen und einer Befülleinheit einschließlich einer aufblasbaren Dichtung, die eine Staubentwicklung während des Befüllens verhindert. Zunächst wird der leere Big-bag an den oben am Big-bag angebrachten vier Schlaufen in die Spannhaken an den oberen Ecken des Rahmens eingehängt. Dann wird der Einlaufstutzen des Big-bags über den Befüllstutzen der RBB-Station gestülpt. Das Befüllen beginnt in dem Moment, in dem sich die Dichtung des Befüllstutzens aufgeblasen hat. Sobald der Big-bag vollständig befüllt ist und auf der vorher untergelegten Palette aufsitzt, wird er mittels eines Gabelstaplers angehoben und seiner weiteren Bestimmung zugeführt, nachdem zuvor die Schlaufen von den Spannhaken entfernt wurden. Ein staubfreier Betrieb ist gewährleistet.
Zum geschlossenen Befüllen und Entleeren von Big-bags, Säcken oder Fässern mit Inliner eignet sich die Big-bag-Befüllanlage Cleandock 600 von Rubitec. Die Verschleißteile der Anlage sowie ihre Dichtungen kommen mit den Produkten nicht in Berührung. Die Station ist robust gebaut und lässt sich einfach von einer Person bedienen. Sie hat einen Anschluss, um Abluft abzuführen, eine integrierte CIP-Düse, und die Wartungskosten für die Befüll- und Entleeranlage sind niedrig. Im Produktraum befinden sich keine Teile, die das Produkt verunreinigen können. Ein Push/Push-Filter ermöglicht bei der Station den kontaminationsfreien Filterwechsel.

Viel Leistung in kurzer Zeit
Für einen arabischen Endkunden wurde von Emde kürzlich eine Füllanlage für gebrannten Kalkstein mit einer Leistung von 60 Big-bags/h in Betrieb genommen. Die Füllanlage besteht aus einem verfahrbaren Big-bag-Tragrahmen, in dem jeweils zwei Big-bags hängen. In der linken bzw. rechten Position wird der Big-bag durch den Bediener manuell eingehängt. Gleichzeitig wird in der „Mitte-Position“ der Big-bag befüllt. Das Produkt wird über ein Förderband in einen vorgelagerten Wägebehälter über der Anlage dosiert eingetragen und verwogen. Nach dem staubdichten Andocken des Füllkopfs wird der Big-bag innerhalb weniger Sekunden sicher befüllt. Die Verdrängungsluft aus dem Big-bag gelangt über eine Pendelleitung in den Wägebehälter zurück. Anschließend wird der Füllkopf um rund 360° verdreht und der Sack mit einem Clip automatisch verschlossen. Von einer Rollenbahn mit Hubtisch unter der Füllposition wird der Sack auf eine Palette übernommen. Ein Palettenspender sorgt für die automatische Palettenzuführung. Über nachgeschaltete Rollenbahnen wird der Big-bag zur Abnahmeposition transportiert und dort von einem Gabelstapler übernommen.
Die Big-bag-Entleerstationen von AZO eignen sich zum optimalen Entleeren von Big-bags in geschlossene, automatische Zuführsysteme. Sie bieten ein sicheres und staubarmes Entleeren.Die Entleerstaionen sind auch für Big-bags mit Inlet geeignet und optional mit einer Inlet-Wickeleinrichtung lieferbar. Für schlechtfließende Schüttgüter wird die Entleerstation mit einer Vibrationsunterstützung oder Walkeinrichtung ausgerüstet. Das individuelle Anpassen an Folgesysteme ist möglich.
Die Big-bag-Entleerstation LEB von Derichs wird eingesetzt, um Big-bags mit konfektioniertem Auslauf zu entleeren. Durch die nach hygienischen Gesichtspunkten optimierte Konstruktion eignet sich die Entleerstation besonders für den Einsatz in Nahrungsmittel- und Pharmaanlagen. Verschiedene Elemente und Alternativen können zu einer optimalen Lösung kombiniert werden. Das Grundgestell ist in der Höhe variabel und als Einzel- oder als Anreihgerät lieferbar. Es kann durch eine Vielzahl von Zubehör ergänzt werden, wie zum Beispiel Vibrationstisch mit Unwuchtmotor als Austraghilfe, Walkboden als Austraghilfe, pneumatisch oder manuell betätigte Klemmvorrichtung für den Big-bag-Auslauf, automatische Straffvorrichtung für den Auslauf sowie mit pneumatischer Steuerung oder mit SPS.
Die Big-bag-Entleerstationen von Transitec eignen sich standardmäßig für Big-bags mit einem Inhalt von bis zu 2 t. Bei schwerfließenden Schüttgütern können ein Vibrationsrahmen, alternativ Walkvorrichtungen mit seitlicher Walkung von untern vorgesehen werden. Die Ausführung der Station ist mit einem höhenverstellbaren Tragerahmen mit automatischer Sackstraffung, der die Restentleerung des Big-bags ermöglicht, versehen. Durch den Gewichtsverlust beim Entleeren wird der Big-bag mithilfe eines Teleskop-Federsystems automatisch gestrafft.

Alle Behältergrößen sicher entleeren
Entleerstationen von Hecht können das Potenzial der flexiblen Schüttgutbehälter optimal nutzen, und werden dabei den unterschiedlichsten Aufgabenstellungen gerecht. Das bedeutet sicheres Entleeren aller Behältergrößen mit oder ohne Inliner. Die einfache Grundausstattung kann um zahlreiche Funktionen eergänzt werden. Dazu gehören Austraghilfen für schwerfließende Produkte, Ausziehvorrichtung für Inliner sowie automatische Nachzieheinrichtung zum kontinuierlichen Entleeren. Auch für niedrige Raumhöhen stehen Versionen zur Verfügung.
Das JEL Safeconnect-System von Engelsmann ist einfach und flexibel einzusetzen. Der mit Schüttgut befüllte Big-bag wird in die Entleerstation eingebracht und über dem System positioniert. Der Big-bag-Auslauf wird um einen flexiblen Adapterring gestülpt, in das Gehäuse des Anschlusses eingesetzt und mit diesem verbunden. Durch die Ausdehnung der integrierten, pneumatischen Dichtung wird der Big-bag-Auslauf fixiert und die staubdichte Verbindung hergestellt. Der Big-bag-Auslauf wird an seiner Abbindestelle geöffnet und das Schüttgut in den folgenden Prozess entleert. Platzsparend durch seine kompakte Bauweise lässt sich das System einfach reinigen und warten, da es nur zu einem geringen Teil aus Verschleißteilen besteht. Eine zusätzliche Erweiterungskomponente verhindert mittels Absaugvorrichtung und Absperrarmatur eine Verunreinigung der Umwelt. Der Einsatz eines weiteren Moduls mit Absperrarmatur und entsprechender Steuerungstechnik schützt Personen vor eventuellen Gefahren. Beide Zubehörelemente lassen sich kombiniert verwenden. Einsetzbar für alle handelsüblichen Big-bags, eignet sich das System auch für das Befüllen von Big-bags und Fässern mit Inliner. Zudem kann es ohne Umrüsten für unterschiedliche Big-bag-Auslaufdurchmesser verwendet und problemlos an vorhandenen Big-bag-Systemen bzw. Übergabestellen nachträglich installiert werden.

Wiederverschließen leicht gemacht
Sollen Big-bags als Transportbehälter eingesetzt und in Chargen teilentleert werden, dann ist das Wiederverschließen des gefüllten Entleerschlauchs ein Problem. Eine Lösung ermöglicht der Einsatz der pneumatischen Big-bag-Auslaufverschlussklemme Typ AVK von IB Verfahrenstechnik. Diese robusten Geräte können sowohl mobil oder als stationäre Einheiten eingesetzt werden. Auch grobe Dosieraufgaben ohne Produktkontakt sind damit möglich. Die Geräte sind für Auslaufschlauchdurchmesser von DN 200 bis DN 500 lieferbar. Durch die Zweihand-Bedienung mit Ein-Hand-Tastbetrieb ist ein feinfühliges und stufenloses Öffnen oder Schließen der Zangen möglich. Die Schließkräfte können über einen Druckregler ebenfalls stufenlos zwischen 40 bis 115 kg eingestellt werden.[Li.]l

 

Heftausgabe: Juli 2013

Über den Autor

Birgit Lind, Redaktion
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