Bilfinger mit positiver Entwicklung im 3. Quartal 2013

20.11.2013 Die Bilfinger-Gruppe, Mannheim, hat das 3. Quartal 2013 bei der Leistung mit einem Plus von 1 % auf 2,192 Mrd. Euro abgeschlossen und den Auftragseingang um 10 % auf 2,072 Mrd. Euro gesteigert. Das bereinigte Ebita übertraf mit 107 Mio. Euro in den Monaten Juli bis September den Wert des Vergleichszeitraums um 3 %.

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Bilfinger mit positiver Entwicklung im 3. Quartal 2013

Bilfinger hat sich in den vergangenen Jahren zu einem führenden Anbieter integrierter Industriedienstleistungen für die Prozessindustrie entwickelt – und stößt andere Geschäftsaktivitäten wie Straßenbau oder Concessions-Projekte ab (Bild: Bilfinger)

Allerdings sind unverändert große Anstrengungen im 4. Quartal erforderlich, um die gesteckten Ziele für das Geschäftsjahr 2013 zu erreichen, heißt es in dem Zwischenbericht des Engineering- und Servicekonzerns. Angesichts der positiven Tendenzen in der Geschäftsentwicklung geht das Unternehmen unverändert davon aus, das bereinigte Ergebnis gegenüber dem Vorjahr zu steigern.

Concessions-Projekte sind verkauft
Bilfinger hat sich wie angekündigt von seinem Concessions-Portfolio getrennt. Mit dem an der Londoner Börse notierten Infrastrukturfonds BBGI wurde ein Vertrag zur Übernahme der von Bilfinger zum Verkauf gestellten Projekte unterzeichnet. BBGI plant zur Finanzierung eine Kapitalerhöhung. Bereits Mitte des Jahres hatten sich beide Seiten darauf geeinigt, dass BBGI zwei weitere Projekte in Kanada erwirbt.

Aus den beiden Transaktionen erzielt Bilfinger einen Brutto-Veräußerungserlös in Höhe von 270 Mio. Euro, der Veräußerungsgewinn liegt bei über 50 Mio. Euro. Die anfallenden Kosten sowie die Aufwendungen zur Abwicklung der eingestellten Concessions-Aktivitäten belaufen sich auf über 10 Mio. Euro. Abhängig von der Zustimmung von Projektbeteiligten können einige Projekte noch im laufenden Jahr, das verbleibende Portfolio in 2014 an den Käufer übergehen.

Bilfinger hält weiterhin die Autobahnen M6 Duna und M6 Tolna in Ungarn sowie die A1 in Deutschland in seinem Bestand. Angesichts der Verkehrsentwicklung steht das Autobahnprojekt A1 auf dem Prüfstand.

Deutsches Straßenbaugeschäft verkauft
Darüber hinaus hat Bilfinger einen Vertrag zur Veräußerung des defizitären deutschen Straßenbaugeschäfts geschlossen. Käufer der Bilfinger Infrastructure ist Betam in Frankfurt am Main. Grund hierfür ist, dass die Gesellschaft auf dem mittelständisch geprägten deutschen Markt für Sanierung und Reparatur von Straßen nur eingeschränkt wettbewerbsfähig ist.

Infolgedessen hat die Gesellschaft das Ergebnis des Geschäftsfelds Construction per 30. September 2013 mit einem Verlust in der Größenordnung von 15 Mio. Euro belastet. Der Verkauf führt zu einem zusätzlichen Aufwand in Höhe von 5 Mio. Euro, der als Sondereinfluss im Ebita bereinigt wurde. Die Bilfinger Infrastructure beschäftigt rund 240 Mitarbeiter und erbrachte in den vergangenen Jahren eine Jahresleistung von rund 100 Mio. Euro.

Leistung, Auftragseingang und Auftragsbestand auf Vorjahresniveau
Der im 1. Quartal des Jahres aufgetretene Rückstand bei Leistung, Auftragseingang und Auftragsbestand konnte bis Ende September weitgehend ausgeglichen werden, die Kennzahlen erreichten das Niveau des Vorjahres. Die Leistung belief sich auf 6,235 Mrd. Euro. In einem weiterhin herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld legte der Auftragseingang leicht auf 6,095 Mrd. Euro zu. Der Auftragsbestand zum Ende des 3. Quartals summierte sich auf 7,291 Mrd. Euro.

Positiver Ergebnistrend im Jahresverlauf
Das bereinigte Ebita lag nach 9 Monaten mit 253 Mio. Euro noch unter dem Vorjahreswert in Höhe von 268 Mio. Euro, es konnte jedoch im 3. Quartal bei anhaltendem positiven Trend auf 107 (Vorjahr: 104) Mio. Euro gesteigert werden. Dies gilt insbesondere für das Geschäftsfeld Industrial, in dem im dritten Quartal Leistung und Ergebnis auch organisch zugenommen haben. Bei Power sind in den ersten 9 Monaten Leistung und Ergebnis bei konstanter Marge leicht zurückgegangen. Das niedrigere Ebita im Geschäftsfeld Building and Facility ist ausschließlich eine Folge des Wegfalls der Nigeria-Aktivitäten, auf vergleichbarer Basis hat das Ergebnis zugenommen. Im Geschäftsfeld Construction hat die Situation im Bereich Infrastructure das Ergebnis stark belastet.

Das Konzernergebnis belief sich auf 116 (Vorjahr: 219) Mio. Euro. Das um Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte aus Akquisitionen und um die beschriebenen Sondereinflüsse bereinigte Konzernergebnis aus fortzuführenden Aktivitäten betrug 151 (Vorjahr: 169) Mio. Euro, das bereinigte Ergebnis je Aktie aus fortzuführenden Aktivitäten 3,42 (Vorjahr: 3,83) Euro.

Prognose für 2013 präzisiert
Bilfinger stellt bei seiner Ergebnisprognose auf das bereinigte Ebita und auf das bereinigte Konzernergebnis aus fortzuführenden Aktivitäten ab. Dies dient der Herstellung der Vergleichbarkeit im Zeitablauf. Trotz der deutlichen Volumenreduzierung im Geschäftsfeld Construction und des Effekts aus der Entkonsolidierung des Nigeria-Geschäfts im Segment Building and Facility erwartet Bilfinger für das Gesamtjahr 2013 eine stabile Leistung von knapp 8,6 Mrd. Euro. Basis dafür bilden auch die bislang schon erfolgten Akquisitionen.

Das bereinigte Ebita wird im laufenden Geschäftsjahr auf rund 400 (Vorjahr: 378) Mio. Euro steigen. Beim bereinigten Konzernergebnis aus fortzuführenden Aktivitäten plant das Unternehmen eine Zunahme auf einen Wert über 240 (Vorjahr: 231) Mio. Euro. In einem Marktumfeld, das nach wie vor durch Investitionszurückhaltung und Preisdruck insbesondere in den Segmenten Industrial sowie Building and Facility geprägt ist, will Bilfinger diesen Anstieg des Ergebnisses über die geplante Leistungssteigerung im Dienstleistungsbereich sowie kontinuierliche konzernweite Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Kostenoptimierung erreichen.

(dw)

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