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Brandschutzkonzepte für die Schüttgutindustrie

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11.07.2016 Glimmnester sind in Prozessanlagen häufig der Ausgangspunkt von Brandereignissen. Um diese frühzeitig zu erkennen, wurde ein neuer Sensor entwickelt.

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Entscheider-Facts fFür Betreiber und Planer

  • Bezogen auf das Investitionsvolumen einer ganzen Produktionsstätte betragen die Kosten für den Brandschutz zirka ein Prozent.
  • Brandschutz lässt sich dann am kostengünstigsten realisieren, wenn der Errichter des Brandschutzsystems bereits in der Planungsphase eingebunden wird.
  • Neben der Detektion von Funken ist die Eliminierung sogenannter Glutnester ein wichtiger Baustein für eine sichere Produktion.

Kommt es in Produktionsanlagen zu einem Brand, ist der Schaden oft groß. Und ob die Versicherung zahlt, hängt davon ab, wie professionell Vorsorge gegen Brände getroffen wurde. Vorbeugender Brandschutz bedeutet wesentlich mehr, als Feuerlöscher in die Produktionshallen zu hängen.
„Der Umstand, dass in einem Industriebetrieb jahrzehntelang kein Brand ausgebrochen ist, beweist nicht, dass insofern keine Gefahr besteht, sondern stellt für die Betroffenen einen Glücksfall dar, mit dessen Ende jederzeit gerechnet werden muss“, heißt es bereits in einer Urteilsbegründung des OVG Lüneburg vom 23. Sept. 1976. Bei Risikoanalysen werden erstaunlicherweise, z. B. im Zusammenhang mit einer Unternehmensbewertung nach Basel II durch die Geldinstitute, viele betriebliche Risiken betrachtet, aber der vorbeugende Brandschutz bleibt oft unberücksichtigt. Dies ist umso unverständlicher, als Brände infolge der Betriebsunterbrechungen hohe Folgekosten nach sich ziehen können und auch die wirtschaftliche Existenz eines Produktionsbetriebes gefährden können. Dazu kommt, dass Sachversicherer in der Regel hohe Rabatte anbieten, wenn vorbeugende Brandschutzsysteme installiert werden. Bezogen auf das Investitionsvolumen einer ganzen Produktionsstätte betragen die Kosten für den Brandschutz ca. 1 %. Für den Kunden ist der Brandschutz am kostengünstigsten zu realisieren, wenn der Errichter des Brandschutzsystems bereits in der Planungsphase eingebunden wird. Dann lassen sich spezifische Schutzkonzepte optimal umsetzen.

Sichere Detektion von Zündpotenzialen ist die Grundlage
Überall dort, wo mit Schüttgütern hantiert wird, entstehen Stäube, die über pneumatische Absaugleitungen in Filter oder Silos transportiert werden. Wenn diese Stäube gemeinsam mit der Umgebungsluft ein zündfähiges Gemisch bilden, besteht beim Eintrag von Zündpotenzialen die Gefahr einer Staubexplosion im Filter oder Silo. Grundlage jedes Schutzkonzeptes muss also die sichere Detektion von Zündpotenzialen (Funken oder Glutnester) in allen Bereichen der Produktion sein.
Vorbeugender Brandschutz kann sich zwar innerhalb weniger Augenblicke amortisieren, jedoch nur dann, wenn das Schutzkonzept, das der installierten Anlage zugrunde liegt, dem Stand der Technik entspricht. Zudem ist es zwingend erforderlich, dass ein ganzheitliches Schutzkonzept erstellt wird. Bruchstückhafte Konzepte, die nur Teilbereiche einer Produktionsanlage schützen, werden laut Murphys Gesetz („What­ever can go wrong, will go wrong.“) immer dazu führen, dass es genau dort zu brennen beginnt, wo kein Brandschutz installiert wurde.
Gemeinsam mit VdS Schadenverhütung und einigen führenden Versicherungsunternehmen wurde deshalb ein grundsätzliches Schutzkonzept für die Schüttgütertindustrie entwickelt. Hierbei wurden Erkenntnisse aus bekannten Schadenereignissen ebenso berücksichtigt wie der aktuelle Stand der Technik. Basis dieses Konzeptes ist das VdS-zugelassene Funkenlöschsystem von T&B electronic. Mit den Komponenten dieses Brandschutzsystems werden die Risikobereiche der Produktion gegen Funkenflug, Brand und Explosion zuverlässig geschützt.
Aber was genau bedeutet „VdS-zugelassenes System“? VdS Schadenverhütung prüft im Rahmen der Systemanerkennung alle Komponenten eines Funkenlöschsystems in eigenen Laboratorien und stellt durch wiederkehrende Produktaudits beim Hersteller der Funkenlöschanlage sicher, dass die Brandschutzsysteme stets nach den gleichen hohen Anforderungen gefertigt und getestet werden. VdS-zugelassene Systeme stellen also sicher, dass der Stand der Technik bei gleichbleibend hohem Qualitätsstandard installiert wird.
Zusätzlich muss der Errichter des Brandschutzsystems nachweisen, dass er jährlich eine bestimmte Anzahl von Funkenlöschanlagen gemäß den VdS-Richtlinien mängelfrei projektiert und installiert hat. Die wiederkehrenden Prüfungen durch VdS Schadenverhütung beim Betreiber der Anlage stellen in Verbindung mit den erforderlichen Inspektionen und Wartungen durch den zugelassenen Errichter sicher, dass die installierten Brandschutzsysteme stets einsatzbereit sind, und zwar auch nach monatelanger „stiller“ Bereitschaft.

Heftausgabe: Juli 2016
Seite:
René Schwertfeger, T&B electronic

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René Schwertfeger, T&B electronic
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