Markt

Chemieindustrie: mehr produziert, weniger Umsatz

12.05.2016 Die deutsche Chemieindustrie hat im ersten Quartal ihre Produktion um 2,2 % gesteigert - allerdings sanken die Preise, so dass der Umsatz um 0,9 % gefallen ist. Für 2016 rechnet der VCI mit einem schwierigen Geschäftsumfeld.

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Der Jahresauftakt 2016 ist für die chemisch-pharmazeutische Industrie durchwachsen ausgefallen. Das geht aus dem aktuellen Quartalsbericht des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) hervor. Die Produktion legte im Vergleich zum schwachen Vorquartal deutlich zu. Gleichzeitig gingen die Erzeugerpreise aber unter anderem wegen des niedrigen Ölpreises kräftig zurück. Dadurch sank der Branchenumsatz, obwohl die industriellen Kunden im In- und Ausland ihre Produktion ausweiteten und dafür mehr Chemikalien benötigten. Den Chemieunternehmen machte im ersten Quartal außerdem ein steigender Importdruck nach Deutschland und Europa zu schaffen.

VCI-Präsident Marijn Dekkers sagte zur konjunkturellen Lage der Branche: „Das Chemiegeschäft wird auch in diesem Jahr schwierig werden. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und Europa kommt bislang nur eingeschränkt bei unseren Unternehmen an. Die Exporte in wichtige Märkte wie USA, China, Russland oder Brasilien laufen schwächer als im Vorjahr. Außerdem setzt sich der Preisrückgang fort. Das alles spricht gegen eine kurzfristige Belebung.“

VCI rechnet mit einem Produktionsplus von einem Prozent

Der VCI rechnet für 2016 weiterhin mit einem Anstieg der Chemieproduktion um 1 %. Da die Erzeugerpreise aber voraussichtlich um 2 % sinken werden, geht der Branchenumsatz um 1 % auf 187 Milliarden Euro zurück.

Die Chemieproduktion ist im ersten Quartal gegenüber Vorjahr 0,6 % gestiegen, die Kapazitätsauslastung lag bei 83,6 Prozent. Das Preisniveau für Chemikalien hat ein neues Rekordtief erreicht. Im Vergleich zum Vorjahr waren die Produkte der Branche 1,4 Prozent günstiger.

Im ersten Quartal 2016 ist die Zahl der Arbeitsplätze in der Chemie laut VCI zum ersten Mal seit 2009 gesunken. Die Branche beschäftigt derzeit 444.000 Mitarbeiter. Das sind 0,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Den vollständigen VCI-Quartalsbericht 1/2016 sowie eine Übersicht mit den endgültigen offiziellen Chemie-Kennzahlen für 2015 finden Sie hier.

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