Glanz und Gloria

Chemiekonjunktur im ersten Halbjahr 2014

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07.08.2014 Die Chemieindustrie in Deutschland steht vor einem neuen Rekordjahr. Ihre Produkte waren im ersten Halbjahr 2014 vor allem bei Industriekunden im Inland hoch gefragt. Und so gaben sich VCI-Präsident Karl-Ludwig Kley und VCI-Geschäftsführer Utz Tillmann auf der Halbjahrespressekonferenz im Juli sehr entspannt und zufrieden.

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Entscheider-Facts

 

  • Die deutsche Chemieindustrie zeigt sich in glänzender Verfassung. Die Auslastung lag im ersten Halbjahr bei 85 Prozent, die Produktion wuchs um 3 Prozent.
  • Für 2014 rechnet der Chemieverband VCI mit einem Umsatzplus von 1,5 Prozent.
  • Besonders Fein- und Spezialchemikalien sind stark gefragt. Dabei entwickelt sich die Nachfrage aus dem Inland besonders dynamisch.
  • Für Europa rechnet der Verband Cefic für 2014 mit einem Produktionszuwachs von 1,8 Prozent.

Die hohe Nachfrage, auch aus dem europäischen Ausland, bescherte den Mitgliedsunternemen eine Auslastung von 85 Prozent und einen Produktionszuwachs um 3 Prozent. Dadurch stieg auch die Zahl der Beschäftigten gegenüber dem Vorjahr: Mit einem Plus von 0,5 Prozent stehen in der Chemie nun 440.000 Mitarbeiter in Lohn und Brot.

„Die Stimmung in der Branche ist gut. Die Auftragsbücher füllen sich durch die wachsende Nachfrage im Inland. In unserem Heimatmarkt EU laufen die Geschäfte ebenfalls besser. Unsere Unternehmen sind zuversichtlich, dass diese Entwicklung auch in der zweiten Jahreshälfte anhält“, bewertete Kley die wirtschaftliche Lage. Die Nachfrage aus den USA und Osteuropa sorgen für Rückenwind für die Erholung der Chemiekonjunktur. Dagegen, so Kley, kommen aus Asien und Südamerika kaum Wachstumsimpulse für die Branche.

Für das Gesamtjahr 2014 geht der VCI unverändert von einem Zuwachs der Chemieproduktion um 2 Prozent aus. Zuletzt waren die Preise für Chemieprodukte im vergangenen Jahr gesunken. Aufgrund des Produktionszuwachses wird nun bei nur noch leicht sinkenden Preisen (-0,5 %) ein Umsatzplus von 1,5 Prozent auf rund 193 Milliarden Euro erwartet.

Binnenkonjunktur nimmt Fahrt auf
Besonders dynamisch entwickelte sich der Umsatz im Inland. Er lag im ersten Halbjahr 2014 mit 40 Milliarden Euro 3,5 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Durch die gute Industriekonjunktur stiegen auch die Chemie-Importe in Deutschland um 4 Prozent. Dagegen erhöhte sich der Auslandsumsatz nur leicht. Die Verkäufe ins Ausland legten um 1 Prozent auf insgesamt 58 Milliarden Euro zu.

Unter den Produktgruppen stechen vor allem Fein- und Spezialchemikalien mit einem Produktionsplus um 6 Prozent heraus. Dagegen ging die Herstellung von Polymeren um 1,5 Prozent zurück. Bei Industriegasen, Dünger und anderen anorganischen Grundstoffen fiel das Minus mit 3,5 Prozent sogar noch deutlich größer aus.
Während der deutsche Verband dennoch hochzufrieden über die aktuelle Entwicklung ist, zeigte sich Ende Juli der europäische Verband Cefic deutlich verhaltener: Trotz einem EU-weiten Produktionsplus von 1,8 Prozent in den ersten fünf Monaten registrierte der Verband im Mai erstmalig nach acht Monaten einen Produktionsrückgang. Auch hier waren Commodities die Ursache. Die Produktion von Petrochemikalien sank sogar um 4,5 Prozent. 

Hier geht´s zum detaillierten Halbjahresbericht des VCI

Hier geht´s zum detaillierten Halbjahresbericht des Cefic

 

 

Heftausgabe: August 2014

Über den Autor

Armin Scheuermann, Redaktion
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