Markt

Chemiekonjunktur: Wachstum flacht ab, kein Einbruch

17.09.2008

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Die Chemieunternehmen spürten mittlerweile die Folgen der Finanzmarktkrise in den USA und die nachlassende Dynamik der europäischen Industriekonjunktur. Auch die kräftig gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten sowie der starke Euro, so der VCI, machten den Unternehmen zu schaffen. Noch seien die Auftragsbücher vieler Abnehmerbranchen gut gefüllt, weil viele Kunden der Chemie nach wie vor vom Investitionsschub in Asien profitierten. Allerdings habe sich das Wachstumstempo mittlerweile in fast allen Regionen verlangsamt.  Vor diesem Hintergrund rechnet der VCI für das Gesamtjahr nur noch mit einer Ausweitung der deutschen Chemieproduktion um 1 Prozent. Der Branchenumsatz dürfte dabei um etwa 4,5 Prozent steigen.  VCI-Präsident Professor Dr. Ulrich Lehner kommentierte die Entwicklung: „Trotz des schwierigeren wirtschaftlichen Umfeldes ist die Branche mit der aktuellen Geschäftslage nach wie vor zufrieden. Die Chemieunternehmen produzieren weiterhin auf hohem Niveau. Allerdings beurteilen sie die kommenden Monate zunehmend skeptischer. Das Wachstum wird sich weiter abschwächen. Ein Einbruch ist aber nicht in Sicht.“
Im Vergleich zu den Monaten Januar bis März stieg die Chemieproduktion im zweiten Quartal dieses Jahres lediglich um 0,2 Prozent. Auch gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal konnten die Chemieunternehmen ihre Produktion nur um 0,4 Prozent ausweiten. Diese deutliche Verlangsamung erfolgte allerdings auf hohem Niveau. Die Erzeugerpreise sind allerdings gestiegen: Im zweiten Quartal 2008 waren chemische Erzeugnisse im Durchschnitt 1,6 Prozent teurer als in den ersten drei Monaten. Im Jahresvergleich stieg das Preisniveau um 4,5 Prozent. Hauptgrund für diese Entwicklung waren die kräftigen Zuwächse der Energie- und Rohstoffkosten. Die deutsche Chemieindustrie erwirtschaftete im zweiten Quartal einen Umsatz von 44 Milliarden Euro. Damit wurde das Vorquartal um 2,4 Prozent übertroffen. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal erzielten die Unternehmen einen Umsatzzuwachs von 4,7 Prozent. Dieses Plus wurde fast ausschließlich von höheren Erzeugerpreisen getragen, die Mengen entwickelten sich schwach.Von April bis Juni beschäftigten die deutschen Chemieunternehmen rund 439.800 Mitarbeiter. Damit blieb die Zahl der Beschäftigten nahezu stabil.
 

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