Chemietarif: Gewerkschaft fordert 4,8 Prozent mehr Lohn

23.01.2015 Die Industriegewerkschaft IG BCE hat gestern ihre Forderungen für die kommende Tarifrunde beschlossen. Sie fordert für die 550.000 Chemiebeschäftigten eine Lohnerhöhung um 4,8 Prozent. Von den Arbeitgebern kam promt heftiger Widerspruch.

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Chemietarif: Gewerkschaft fordert 4,8 Prozent mehr Lohn

In der aktuellen Chemie-Tarifrunde ist der Ton zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern bereits ziemlich rau (Bild: ArTo – Fotolia)

Die Gewerkschaft hat ihre Forderungen in drei Punkten präzisiert:

  • Die Entgelte sollen um 4,8 Prozent und die Ausbildungsvergütungen in jedem Ausbildungsjahr um 60 € erhöht werden.
  • Laufzeit 12 Monate.
  • Der Tarifvertrag Demografie und Lebensarbeitszeit soll weiter entwickelt und der Demografiefonds ausgebaut werden. Schwerpunkte sind gute und gesunde Arbeit sowie lebensphasenorientierte Arbeitszeit.

Auch der IG BCE ist klar, dass die Forderungen – neben der Lohnerhöhung zählt dazu die Weiterentwicklung des Tarifvertrags „Lebensarbeitszeit und Demografie“ und ein Ausbau des Demografiefonds – nicht einfach umzusetzen sein werden. Verhandlungsführer Peter Hausmann: „Wir stehen in diesem Jahr vor einer langen und harten Tarifrunde. So mancher Arbeitgeber führte sich bereits im Vorfeld auf wie Rambo.“

Hans-Carsten Hansen, Verhandlungsführer des Chemie-Arbeitgeberverbandes BAVC, sagte: „4,8 Prozent sind ein Unding, ohne Substanz und Fundament. Diese Forderung liegt meilenweit entfernt von dem, was Produktivität und Inflation überhaupt zulassen. Und einen ‚Harmonie-Bonus‘ werden wir nicht zahlen.“ Aus Sicht des BAVC hat sich die Lage der deutschen Chemie in 2014 deutlich verschlechtert. Die Forderung nach zusätzlichen Arbeitszeitentlastungen für ältere Beschäftigte weisen die Chemie-Arbeitgeber zurück.

(as)

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