Chemische Industrie Baden-Württembergs lehnt IEKK ab

22.07.2014 Der Beschluss der Landesregierung Baden-Württemberg zum Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzept (IEKK) ist aus der Sicht der Chemie-Verbände Baden-Württemberg ein falsches Signal. Die Verbände betrachten die Vorgaben als überzogen und sehen darin eine Gefährdung der Wettbewerbsfähigkeit der chemischen Industrie.

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Chemische Industrie Baden-Württembergs lehnt IEKK ab

Die grün-rote Landesregierung Baden-Württembergs hat mit dem Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzept (IEKK) den Bogen überspannt, sagen die Chemie-Verbände Baden-Württemberg (Bild: @picsfotolia-Fotolia.com)

Vor allem aus drei Gründen stellen sich die Verbände (die sich unter anderen aus dem regionalen Chemiearbeitgeberverband sowie den Landesgruppen des VCI-und des BPI zusammen setzt) gegen das vom Ministerrat beschlossene Konzept: Die festgelegten Minderungsziele für den Ausstoß von Treibhausgasen sind für die Industrie zu weit gesteckt. „Wir haben gerade in der chemischen Industrie bereits große Vorleistungen beim Klimaschutz erbracht“, sagt Thomas Mayer, Hauptgeschäftsführer der Verbände. So hat die Branche in den vergangenen 22 Jahren die Treibhausgas-Emissionen um als 47 % gesenkt – bei einer Produktionssteigerung um 58 %.

Die Chemie kritisiert außerdem die fehlende Überprüfbarkeit der Einsparziele und befürchtet negative Folgen, wenn sie verfehlt werden. Und drittens seien die regionalen baden-württembergischen Ziele mit absoluten und festgesetzten CO2-Emissionssenkungen fragwürdig. Hauptgeschäftsführer Mayer moniert, die Chemiebranche erwirtschafte zwei Drittel ihrer Umsätze im Ausland, dort aber drohten den Konkurrenten keine regionalen Zusatzkosten. Deshalb müsse der Verband deutlich sagen: „Das IEKK gefährdet unsere Wettbewerbsfähigkeit und unseren Industriestandort!“

Weblink zum Thema
Sie finden das am 15. Juli 2014 beschlossene Integrierte Energie- und Klimaschutzkonzept (IEKK) des Landes Baden-Württemberg auf der der Internetseite des Ministeriums für Umwelt, Klima und
Energiewirtschaft Baden-Württemberg oder direkt hier.

(dw)

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