Commerzbank-Report: Spezialchemie optimistisch für 2016

09.02.2016 Gemeinsam mit dem Chemieverband VCI hat die Commerzbank eine Studie zu den Aussichten der Spezialchemie in Deutschland vorgestellt. Dem Branchenreport zufolge wird die Spezialchemie in Deutschland für 2016 einen Produktionszuwachs von 3 % verzeichnen können. Die Branche profitiert vom Zusammenspiel mit heimischen Forschungseinrichtungen, industriellen Partnern und einem breiten Abnehmerkreis. Für die Sparte der Grundstoffchemie wird eine Zunahme der Produktion um 0,5 % prognostiziert.

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Commerzbank-Report: Spezialchemie optimistisch für 2016

Gemeinsam mit dem Chemieverband VCI hat die Commerzbank eine Studie zu den Aussichten der Spezialchemie in Deutschland vorgestellt (Bild: VCI)

Zu den Erfolgsfaktoren der Branche zählen aus Sicht des VCI die zentrale Rolle im Netzwerk der Industrie, eine hohe Innovationskraft, ein starker Mittelstand, effiziente Produktionsanlagen sowie eine zunehmende Ausrichtung der Produktstrategie der Unternehmen auf Megatrends und Nachhaltigkeit. Durch die Kooperation von Forschung und mittelständische Anbietern von Spezialchemikalien – insbesondere Industriechemikalien – können diese ihre Innovationskraft unter Einbezug externen Know-hows weiter ausbauen. „Die mit industriellem Wachstum einhergehende Zunahme der Kaufkraft in den Schwellenländern und der technologische Fortschritt schaffen zusätzliche Nachfrage nach höherwertigen Chemieprodukten. Mit dem Einsatz innovativer Technologien bei Produkten und Prozessen – etwa Nano- und Biotechnologie – sowie der zunehmenden Entwicklung umweltfreundlicher Chemikalien und Verfahren entwickelt sich die Spezialchemie derzeit sehr erfreulich“, so Günter Tallner, Bereichsvorstand der Commerzbank.
Für die Grundstoffchemie wird der Rückgang des Ölpreises als wichtiger Faktor für eine wiedererlangte Wettbewerbsfähigkeit gesehen. Förderlich für die Rentabilität sind zudem Synergien und Produktivitätsvorteile bei in Verbundstrukturen eingebetteten Anlagen. Außerdem verwendet die Industrie vermehrt alternativer Ressourcen wie Erdgas oder nachwachsende Rohstoffe. Da sich die bedeutenden Wachstumszentren der Chemieindustrie von den Industriestaaten in Richtung Schwellenländer oder Regionen mit niedrigen Rohstoff- und Energiekosten bewegen, sehen sich die Unternehmen der Grundstoffchemie wachsenden Kapazitäten im Nahen Osten sowie den USA ausgesetzt. Für sie wirken sich die höheren Rohstoff- und Energiekosten in Deutschland im Vergleich zur außereuropäischen Konkurrenz nachteilig aus. Bei der Energiewende sieht Utz Tillmann, Hauptgeschäftsführer des VCI, Handlungsbedarf. Damit Deutschlands, mit einem Umsatz von 137 Mrd. Euro im Jahr 2015, drittgrößte Branche in der Erfolgsspur bleiben könne, brauche es bessere energiepolitische Rahmenbedingungen, so Tillmann: „Häufig wechselnde gesetzliche Vorgaben und unzählige staatliche Eingriffe in den Energiemarkt erzeugen hohe Planungsunsicherheit in den Unternehmen – und damit Zurückhaltung bei Investitionen. Wir brauchen eine grundsätzliche Reform des EEG, die den Zielkonflikt zwischen Ausbau der erneuerbaren Energiequellen und Kostenentwicklung auflöst. Nur dann bleibt die Energiewende auf Dauer für die Wirtschaft bezahlbar.“
Hier finden sie den Originalbericht. Weiterführende Informationen zum Thema finden Sie im Interview mit einem der beiden Autoren des Branchenreports, Dr. Olaf Labitzke: http://ots.de/NGeEl

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