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Containment-Systeme für Fassentleerungen

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12.04.2017 Manchmal ist der erste Schritt gleich der gefährlichste: Fässer staubarm zu entleeren, war in der Vergangenheit eine der größten Herausforderungen für Anwender, die hochaktive Schüttgüter verarbeiten – und war bisher nur teilweise befriedigend zu lösen.

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Entscheider-Facts für Betreiber

  • Arbeitssicherheit ist beim Verarbeiten hochaktiver Schüttguter vor allem ein Schnittstellen-Thema. Denn beim Umfüllen aus Fässern kann es zur Staubentwicklung kommen – und damit zur Gefahr für den Anwender.
  • Darum hat das Unternehmen Systeme entwickelt, die den Alltagssituationen der Anwender in Sachen Sicherheit und Bedienerfreundlichkeit gerecht werden.
  • Die Auswahl reicht dabei bis hin zur Applikation mit Anbindung an einen Isolator.

Wer ältere Entleersysteme im Einsatz hat, weiß um die Unzulänglichkeiten, welche mangels Wettbewerb über Jahre nicht beseitigt wurden. Aber auch hier gilt: Stillstand gleich Rückschritt. Denn was für das staubarme Befüllen und Entleeren von Big-Bags durch die Entwicklung des Smartdocks der Firma Rubitec aus der Schweiz gelöst wurde, kommt nun in Form einer Weiterentwicklung, genannt „Smartdock-Advanced“ auch für das staubarme Entleeren von Fässern zur Anwendung – und zwar mit allen Vorteilen, die die Nutzer bereits aus den Anwendungen bei Big-Bags kennen.

Dreifach dicht für mehr Sicherheit

Dazu gehört beispielsweise das einfache Andocken des Liners mit hohem Automatisierungsgrad. Hierdurch verringert sich nicht nur der Arbeitsaufwand, sondern gleichzeitig steigt auch die Prozesssicherheit. Denn nicht selten ist der Mensch eine der größten Fehlerquellen im Betrieb. Weiterer Vorteil ist, dass das Personal keinen O-Ring mühsam aufziehen muss und es daher auch zu keinem Verlust solcher O-Ringe kommen kann. Im Vergleich zu bekannten Systemen profitieren Anwender durch die zum Einsatz kommende 3-fach-Abdichtung von einer höheren Dichtheit, und auch im Falle eines Stromausfalls ist die Sicherheit für Produkt und Personal durch eine Fail-safe-Einstellung ermöglicht.

Die passende Lösung finden

Da Geschmäcker bekanntlich verschieden sind, gibt es auch unterschiedliche Vorlieben für die eine oder die andere Vorgehensweise beim Lösen einer Aufgabenstellung. Hierfür hat der Lösungsanbieter die Palette für staubarme Fassentleerungen in drei verschiedenen Ausführungen entwickelt, immer auf Basis des Smartdock-Advanced-Andocksystems. Hierbei handelt es sich um die Systeme

  • R-DCS: Fass mit Sauglanze leersaugen
  • Smartdock-Drum: Fass kippen
  • Smartdock-Isolator: Andocken des Fasses an einen Isolator.

Feststoffe, die gut rieselfähig sind und sich gut pneumatisch fördern lassen, können Anwender mit einer Sauglanze aus Fässern entleeren. Dies ist eine bevorzugte Variante zum Beschicken von Reaktoren, da unmittelbar beim Reaktor nicht viel Platz benötigt wird und viele Anwender bereits über pneumatische Fördersysteme verfügen, die sie problemlos hierfür verwenden können. Kommt eine pneumatische Förderung nicht in Frage, kann der Betreiber das Fass kippen lassen, um Feststoffe auszutragen. Ein wichtiger Vorteil ist zudem, dass es möglich ist, das Fass bei gekippter Position zu entfernen, um den Liner manuell leer zu schütteln und hierdurch eine nahezu 100%ige Restentleerung zu erreichen, was speziell bei teuren pharmazeutischen Produkten einen beträchtlichen Kostenvorteil ergibt. Zudem benötigt diese Lösung keine Vakuumpumpe, keine Förderschläuche und begrenzt die Reinigung auf lediglich einen Trichter, der zudem sehr einfach unter Containment-Bedingungen zu reinigen ist. Dieses Verfahren eignet sich auch zum staubarmen Umfüllen von Feststoffen in Big-Bags, um die Ladezeiten von Reaktoren und Trocknern verkürzen zu können und damit Totzeiten dieser Prozessanlagen auf ein Minimum zu reduzieren.

Für Härtefälle: die Isolator-Lösung

Das direkte Andocken eines Fasses an einen Isolator eignet sich vor allem dann, wenn Feststoffe sehr schlecht oder gar nicht rieselfähig sind. Bisher stand der Anwender dann vor einem Problem: Er hatte ein verschlossenes Fass vor sich, dessen Inhalt sich zu einem einzigen festen Block agglomeriert oder verdichtet hatte. Als erste Maßnahme kommt hier eine Fassquetsche zum Einsatz, die die Fässer hydraulisch quetscht und deren Inhalt aufbricht. Da die Fässer nach dieser Prozedur aber häufig nicht mehr rund sind, lassen sie sich nicht mehr an das Fass-Kippsystem des Unternehmens andocken. Gleichzeitig ist der Inhalt zwar aufgebrochen, aber die einzelnen Brocken sind noch zu groß, als dass der Anwender sie pneumatisch fördern könnte. Mit der Isolator-Lösung hingegen ist es möglich, das Fass mittels einer Hebekippvorrichtung an den Isolator anzuheben und zu kippen, sodass der Anwender den Andockvorgang des Sekundärliners auf einfache Weise realisieren kann und den Primärliner über die Handschuheingriffe aus dem Fass ziehen und im Isolator öffnen kann.

Fazit: Die vorgestellten Möglichkeiten zur Fassentleerung bieten Lösungen für sämtliche Arten und Zustände von Feststoffen aus einer Hand. Im Fokus stand bei der Entwicklung dabei stets die Anwenderfreundlichkeit. Denn die Erfahrung zeigt: Systeme, die nicht anwenderfreundlich sind, nutzen Anwender häufig unsachgemäß – und halten hierdurch häufig auch die Containment-Anforderungen nicht ein. Es liegt daher zunehmend in der Verantwortung der Betriebe, das Equipment, das sie ihren Mitarbeitern zur Verfügung stellen, nach dem Stand der Technik zu beschaffen, damit die vorgegebenen OEB-Werte in der Praxis auch eingehalten werden können. Im Idealfall für alle aufgeführten Systeme sind die Feststoffe immer in einem Primärliner verpackt und mit einem Sekundärliner umgeben, was in der Regel aus Sicherheitsgründen auch bei den meisten chemischen und pharmazeutischen Stoffen der Fall ist.

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Heftausgabe: April 2017
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