Covestro stellt Recycling-Verfahren vor

01.02.2016 Der Werkstoffhersteller Covestro testet im Bereich Kunststoffproduktion ein Verfahren zur Wiederverwendung von salzhaltigem Prozessabwasser. Eine entsprechende Pilotanlage am Standort Krefeld-Uerdingen wurde am Freitag durch Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks in Betrieb genommen.

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Knopfdruck zur symbolischen Inbetriebnahme der NaCl Recyclinganlage in Krefeld-Uerdingen (Bild: Covestro)

Die Technologie verringert den Salzgehalt in Gewässern wie dem Rhein und schont Trinkwasser-Ressourcen. Sie findet Verwendung bei der Herstellung des Hochleistungskunststoffs Polycarbonat.
Das Bundesumweltministerium hat das Projekt mit rund 740.000 Euro gefördert, während sich die gesamten Investitionskosten auf etwa 3,7 Mio. Euro belaufen.

Die Wiederverwertung von Industrieabwasser im Rahmen einer industriellen Pilotanlage durch das Unternehmen ist erstmalig in Deutschland. Üblicherweise kommt es zu einer Einleitung von solch vorgereinigtem Salzwasser in Gewässer, im konkreten Fall in den Rhein, der unmittelbar am Werk verläuft. Mit Hilfe der Anlage kann jetzt ein Teil des Abwassers zur Produktion von Chlor in der Elektrolyse wiederverwendet werden. Chlor wiederum ist einer der wesentlichen Rohstoffe bei der Herstellung von Polycarbonat und anderen Kunststoffen.

Laut Herstellerangaben lassen sich durch das Verfahren bei der Chloralkali-Elektrolyse jetzt jährlich bis zu 30.000 t Salz und 400.000 t sogenanntes vollständig entsalztes Wasser einsparen. Das entspricht 6.200 t CO2-Äquivalenten jährlich. Pro Stunde vermeidet das Unternehmen so die Einleitung von bis zu 70 m3 salzhaltigen Abwassers in den Rhein.

(ml)

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