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CT exklusiv: Baupreisindex für Chemieanlagen

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12.11.2013 Heavy Metal lässt federn. Ungefähr so lässt sich die aktuelle Entwicklung der Preise für Anlagenausrüstung in Chemieprojekten derzeit kurz umreißen. Einerseits sind im Vergleichszeitraum zwischen Mai und August einige Anlagengewerke deutlich teurer geworden – Rohrleitungen und Armaturen verteuerten sich um 0,3 Prozent, MSR-Geräte um 0,4 Prozent und elektrotechnische Ausrüstung um 0,3 Prozent – andererseits hat das Index-Schwergewicht „Apparate und Maschinen“ deutlich Federn gelassen. Im umsatzstärksten Gewerk sanken die Preise um 0,4 Prozent.

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Im Jahresvergleich sind bei Armaturen und Rohrleitungen die größten Preissteigerungen zu verzeichnen (+3,0 Prozent). Messgeräte wurden um 2,1 Prozent teurer, elektrotechnische Ausrüstung um 2,0 Prozent. Die Bauteilkosten stiegen um 2,1 Prozent. Im August 2013 waren Apparate und Maschinen dagegen um 0,8 Prozent günstiger zu haben, als noch im Sommer zuvor. Im Endvergleich des nach H. Kölbel und J. Schulze gewichteten Preisindex haben sich Chemieanlagen insgesamt um 1,1 Indexpunkte auf 106,1 Indexpunkte verteuert.
Allerdings haben wir bereits in unserer Analyse in CT 5/2013 festgestellt, dass die sogenannten „Long Lead Items“, die zum Gewerk „Apparate und Maschinen“ gehören, in den vergangenen Jahren deutlichen Preisschwankungen unterliegen. Wenn immer weniger Anbieter zum Beispiel große Verdichter liefern, dann können bereits einzelne Großaufträge das Preisgefüge empfindlich beeinflussen.

Index-Basis von 2005
auf 2010 geändert

Für das aktuelle Berichtsquartal ist eine Besonderheit zu beachten: Das Statistische Bundesamt hat die bisherigen Preisindizes auf ein neues Basisjahr umgestellt. Lag dem Index bislang das Jahr 2005 zu Grunde, wurde die Indexbasis auf 2010 = 100 umgestellt. Dadurch können wir in der aktuellen Statistik leider nur auf ein Jahr zurückgerechnete Daten anbieten – ähnlich wie bei der letzten Umstellung in 2007 muss der Index erst wieder um einige Quartale wachsen. Die historischen Daten stehen jedoch nach wie vor zur Verfügung!
Der CT-Preisindex für Chemieanlagen wird vierteljährlich aktualisiert. In ihm werden nach einer von H. Kölbel und J. Schulze entwickelten Methode die Gewerke Apparate und Maschinen, Rohrleitungen und Armaturen, MSR-Einrichtungen, Isolierung und Anstrich, Elektrotechnische Ausrüstung sowie Bauteilkosten zu einem Index berechnet, dessen Basis das Jahr 2005 (=100) bildet. Aus der Gewichtung der Einzelgewerke resultiert ein Index für die Preisentwicklung von Chemieanlagen.
Die detaillierten Daten senden wir Ihnen per E-Mail gegen Rechnung gerne zu. Zahlende Abonnenten der CHEMIE TECHNIK erhalten den Preisindex kostenlos. Anfragen an: susanne.berger@huethig.de

Heftausgabe: November 2013

Über den Autor

Berger
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