Stabiler Aufwärtstrend nach der „Einschwing-Phase“

CT-Exklusiv: Baupreisindex für Chemieanlagen

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24.02.2015 Die Entwicklung der Ausrüstungs- und Baupreise für Chemieanlagen sind ein gutes Konjunkturbarometer. Denn in ihnen findet sich nicht nur die Preisentwicklung im Bau von Chemieanlagen wieder, sondern – da Investitionen in der Chemie den Ausrüstungsmarkt nur zu schätzungsweise einem Zehntel bewegen – die Nachfrage im Markt für Anlagenausrüstung generell. D.h. auch die Projekttätigkeit im Kraftwerksbereich, in der Pharma- und Lebensmittelindustrie sowie Branchen wie Mining, Zement etc. beeinflussen den Preis für Equipment.

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Entscheider-Facts Für Planer

  • Im Jahresdurchschnitt 2014 sind Chemieanlagen gegenüber dem Vorjahr um 1,1 Prozent teurer geworden.
  • Rohrleitungen und Armaturen haben sich im vergangenen Jahr am stärksten verteuert.
  • Im letzten Betrachtungsquartal haben die Preise für elektrotechnische Ausrüstung deutlich zugelegt.
  • Die Turbulenzen in Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 sind inzwischen abgeklungen - der Markt befindet sich im „eingeschwungenen" Zustand.

In den vergangenen zwei Jahren zeigt sich in nahezu allen Gewerken – von Maschinen und Apparaten, über MSR-Einrichtungen, Rohrleitungen und Armaturen – ein moderater, aber stabiler Aufwärtstrend. So haben sich Chemieanlagen insgesamt im vergangenen Jahr um 1,1 Prozent verteuert. Am stärksten haben dabei Rohrleitungen und Armaturen zugelegt, während sich in unserem Preisindex am stärksten gewichtete Ausrüstungssegment „Apparate und Maschinen“ lediglich eine Teuerung um 0,14 Prozent zeigte. Einrichtungen zum Messen, Steuern und Regeln sind im Jahresdurchschnitt um 1,7 Prozent teurer geworden, in gleicher Größenordnung liegt die Teuerung für elektrotechnische Ausrüstung.

Und weil wir mit Abschluss des letzten Kalenderjahres auch immer die Entwicklung des Jahresdurchschnitts vergleichen, zeigt sich ein für Regelungstechniker sehr gut bekanntes Bild: Die Turbulenzen der Finanz- und Wirtschaftskrise der Jahre 2008 / 2009 sind darin sehr gut zu sehen – ebenso wie das drauf gefolgte „Einschwingverhalten“ der Jahre 2010 und 2011. Inzwischen haben die Preise für Chemieanlagen und deren Ausrüstung wieder einen eingeschwungenen Zustand erreicht und tendieren nach oben.
Interessant ist auch die Momentaufnahme der Preisentwicklung für einzelne Gewerke: Demnach hat sich elektrotechnische Ausrüstung zwischen August 2014 und November 2014 besonders stark verteuert – ein ganzer Indexpunkt mehr steht hier zu Buche – während Chemieanlagen insgesamt im Quartalsvergleich um lediglich 0,2 Indexpunkte teurer geworden sind.
Der CT-Preisindex für Chemieanlagen wird vierteljährlich aktualisiert. In ihm werden nach einer von H. Kölbel und J. Schulze entwickelten Methode die Gewerke Apparate und Maschinen, Rohrleitungen und Armaturen, MSR-Einrichtungen, Isolierung und Anstrich, Elektrotechnische Ausrüstung sowie Bauteilkosten zu einem Index berechnet, dessen Basis das Jahr 2010 (=100) bildet. Aus der Gewichtung der Einzelgewerke resultiert ein Index für die Preisentwicklung von Chemieanlagen.

Die detaillierten Daten senden wir Ihnen per E-Mail gegen Rechnung gerne zu. Zahlende Abonnenten der CHEMIE TECHNIK erhalten den Preisindex kostenlos. Anfragen an: susanne.berger@huethig.de

Weitere Beiträge zum Baupreisindex

Heftausgabe: März 2015

Über den Autor

Armin Scheuermann, Redaktion
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