Die Luft ist rein

CT-Produktfokus Gasmesstechnik

29.07.2015 Gase sind allgegenwärtig. Sie befinden sich in der Luft, entstehen bei Prozessen und werden selbst für zahlreiche Industrieanwendungen benötigt. Ein Austreten von Gasen in die Umgebung kann dabei nicht nur teuer, sondern vor allem auch zur Gefahr für Mensch und Umwelt werden. Anlagenbetreiber haben dabei ein Problem:

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Die meisten Gase sind unsichtbar, und auch wenn irgendwo Gas austritt, das einen Eigengeruch aufweist, kann es schon zu spät sein. Für einen Überblick über die aktuellen technischen Trends – von stationären Leckagedetektoren und Warnsystemen über mobile Geräte sowie Gasanalysatoren bis hin zu Auswerteeinheiten – war die Redaktion für Sie auf der Achema unterwegs.  

1 Mit Ultraschall Gaslecks erkennen
Im Bereich stationäre Gasmesstechnik gab es auf der Achema einiges zu sehen: Der Ultraschall-Gasleckdetektor Gassonic Observer-i von MSA arbeitet mithilfe eines neuronalen Netzes und Breitbandtechnologie zur Schallverarbeitung in Echtzeit. Fehl­alarme werden unterdrückt. Durch die Einbindung der neuronalen Netztechnologie ermöglicht das Messgerät eine vollständige Auswertung des Schallspektrums über 12 kHz. Das neuronale Netz hat der Hersteller so „eingelernt“, dass es automatisch Hintergrundgeräusche von Gaslecks unterscheidet. Das ermöglicht die Leckerkennung über einen breiteren Bereich und erhöht die Empfindlichkeit für kleinere Gaslecks. Der Detektor regelt sich dabei selbst. Alarmschwellen müssen weder konfiguriert noch nachgestellt werden, falls der Ultraschall im Hintergrund mit der Zeit zu- oder abnehmen sollte. Ultraschall-Gasleckdetektoren kommen ergänzend zu herkömmlichen Gasmesstechniken bei Druckgasanwendungen zum Einsatz. Im Freien oder in gelüfteten Räumen bleiben Gaslecks bei herkömmlichen Messgeräten aufgrund von Wind, Verdünnung oder Leckrichtung oft unerkannt. Geräte mit Ultraschall können solche Gaslecks ohne physischen Kontakt einer Sensoreinheit mit dem Gas am durch die Luft übertragenen Ultraschall erkennen. Das Gerät verfügt über die Selbsttestfunktion Senssonic, die alle 15 min die elektrische Unversehrtheit sowie das Mikrofon prüft. Der Detektor ist für große, im Werk verteilte Steuersysteme ausgelegt. Aufgrund seiner Kompatibilität mit Hart- und Modbus-Kommunikation und seines Ausgangs von 4-20 mA ermöglicht er von der Schaltzentrale aus eine umfassende Statusüberprüfung und Steuerung. Er ist nach Atex, IECEx, FM und CSA zugelassen sowie SIL3-tauglich.

2 Eigens generiertes Prüfgas
Compur Monitors hat mit dem Statox 560 ein Gaswarngerät entwickelt, das den Anforderungen an die funktionale Sicherheit nach SIL2 entspricht und sich zudem selbst regelmäßig mit Gas überprüft. Die erste Generation der Gerätefamilie ist eine stationäre Gaswarneinrichtung für toxische Gase. In einstellbaren Zeitabständen aktiviert der Messkopf einen Gasgenerator, der elektrochemisch eine winzige Menge des zu messenden Gases erzeugt. Dieses wird von einer kleinen Pumpe vor die Messzelle transportiert. Nun muss das Signal der Messzelle innerhalb einer bestimmten Zeit einen bestimmten Messwert erreichen. Dann wird die Zelle wieder freigespült, und der Messkopf geht wieder in den Messmodus. Diese ganze Prozedur dauert 2 min. Die Elektronik ist zusammen mit der Anzeige und den Bedienelementen in einem Ex-d-Gehäuse mit Fenster untergebracht. Bedienen lässt sich das Gerät mit einem magnetischen Pin durch das Fenster oder über eine RS-485-Schnittstelle. Das Sensormodul ist eigensicher und kann ohne weitere Sicherheitsmaßnahmen geöffnet oder abgenommen werden. Als Sensoren kommen die Sensoren der Statox-505-Reihe zum Einsatz. Sie enthalten ein F-RAM, auf dem alle benötigten Sensorparameter, wie Messgas, Messbereich, Kalibrierdaten, Kalibrierhistorie und die Empfindlichkeit des Sensors, gespeichert sind. Das komplette Sensormodul lässt sich auswechseln. Eine Kalibrierung vor Ort ist möglich, aber aufgrund der Plug-and-play-Technologie nicht erforderlich. Sensor, Generatorzelle und Pumpe kann der Anwender auch einzeln tauschen. Der Messwert sowie die Betriebszustände werden über ein 4-bis-20-mA-Analogsignal oder die RS-485-Schnittstelle an die Zentrale übertragen. Das Gerät ist für den direkten Anschluss an eine Alarmzentrale oder ein Prozessleitsystem vorgesehen. Es lässt sich auch als Standalone-Gasdetektor betreiben.

Heftausgabe: August 2015
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Über den Autor

Sonja Utsch, Redaktion
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