Hier mischen Sie richtig

CT-Produktfokus Mischer

05.09.2017 In den vorangegangenen Seiten haben wir Ihnen die grundsätzlichen Trends zum Thema Mischtechnik vorgestellt. Doch nun genug der grauen Theorie. In unserem Produktfokus finden Sie aktuelle Lösungen für ganz praktische Problemstellungen. Die meisten davon können Sie sich auch live auf der Powtech ansehen.

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1: Vakuumanlagen für die Prozesstechnik

Vakuum-Prozessanlagen von Ekato kommen seit jeher für die Produktion von Cremes, Salben und Gelen in der kosmetischen und pharmazeutischen Industrie zum Einsatz. Dabei bestehen die wesentlichen Prozessschritte aus dem Heizen und Homogenisieren oder Emulgieren von Phasen, Dispergieren von Feststoffen, dem schnellen und kontrollierten Kühlen sowie dem Entgasen des Endproduktes. Ergänzend dazu müssen die Anlagen ohne manuelle Arbeit rückstandfrei selbstreinigend sein. Diese Anforderungen werden zunehmend auch für Produkte aus ganz anderen Industriebranchen erwartet. Im Grunde genommen ist es nämlich möglich, alle Arten von viskosen und pastösen Produkten in Vakuum-Prozessmischern reproduzierbar und qualitativ hochwertig herzustellen. Alle Prozessschritte erfolgen dabei im geschlossenen Behälter und werden durch den Bediener vom HMI-Bedienpanel kontrolliert. Zu den typischen Anwendungen gehören die Herstellung von FDA-konformen Fetten, silikonbasierte Produkte sowie Silikon-Compounds, Polymere mit Additiven zur Produktion von Fasern und auf Wachs basierende Produkte für das Versiegeln von metallischen Oberflächen.

Powtech 2017 Halle 2 – 346

2: Verkürzte Reinigungszeiten

Pünktlich zur Powtech hat Zeppelin eine Neuentwicklung aus der Serie der Containermischer vorgestellt, mit der sich die Reinigungszeiten um bis zu 80 % reduzieren lassen. Möglich wird dies durch ein patentiertes Mischwerkzeug, das Elemente aus der Flugzeug-Dynamik aufgreift. Damit erreichen die Mischer eine hohe Mischeffizienz, ohne Materialpressung auf den Mischkopf oder die Wände des Containers. Dies vermeidet Farbablagerungen an den Wänden, die wiederum zu hohen Aufwänden bei der Reinigung führen. Durch den effektiven Umlauf bei guter Dispergierwirkung ist diese Neuentwicklung besonders interessant für die Compoundhersteller. Auch für das Bonding, also für das Herstellen von Pulverlacken mit Effektpigmenten, stellt das Unternehmen in Nürnberg ein verbessertes Mischverfahren vor.

Powtech 2017 Halle 4 – 307

3: Turbo für schwierige Mischaufgaben

Turbinenmischer der THT-Serie mit Mischturbine eignen sich laut Hersteller Teka für hochwertige Beton-Sonderprodukte, sowie schwierige Mischaufgaben. Die Turbinenmischer spezifiziert der Anbieter nach den individuellen Anforderungen und den speziellen Mischaufgaben seiner Kunden. Dazu gehören die Antriebsleistung, der Durchmesser des Mischtroges und die Anzahl der Mischturbinen. Der Turbinenmischer ist unter anderen für Vorsatz-, Faser-, Schaum-, selbstverdichtende Farb-, ultrahochfeste Betone geeignet. Gleichzeitig eignen sich die Mischer auch für kleine Chargengrößen. Das Design der Systeme ermöglicht eine optimale Energieeinbringung in das Mischgut bei unterschiedlichen Füllmengen und nur geringe Verschmutzungen im Mischraum.

Powtech 2017 Halle 3 – 407

4: Magnetkupplung für Sicherheit

Die V-Pure Mix magnetgetriebenen Mixer entwickelte Hersteller Armaturenwerk Hötensleben für Anwendungen mit hohem Anspruch an Sicherheit und Sterilität. Eine magnetische Kupplung eliminiert die Risiken einer konventionellen Wellendurchführung, wie Leckagen und Verkeimung. Ein Sensor erfasst permanent sämtliche Funktionen, sodass der Anwender diese direkt an einer Kontrolleinheit ablesen und dokumentieren kann. Der Mixer ermöglicht laut Hersteller eine hohe Rührleistung und Produktsicherheit bis zum letzten Tropfen. Der magnetische Antrieb eliminiert Scherkräfte nahezu vollständig und ermöglicht das komplette Entleeren des Tanks im Betrieb. Der Mischkopf ist keramisch gelagert und zeichnet sich durch geringe Scherkräfte und einen problemlosen Trockenlauf aus. Dies bedeutet: keine Produktrückstände, schonendes Mischen des Produktes auch bei Kleinstmengen und risikofreie Tankentleerung bei laufendem Mischvorgang. Die offene Konstruktion des Mischkopfes ermöglicht eine einfache Reinigung bei minimalem Wassereinsatz, deutlich reduziertem Abwasser und geringem Zeitaufwand.

Powtech 2017 Halle 4 – 261

5: Konusmischer für schnelle Chargenwechsel

Amixon hat die Anforderungen beim Mischen hochreiner Wirkstoffe in hoher Konzentration als Entwicklungsaufgabe definiert und ein neues Mischsystem auf Basis seiner Mischtechnologie mit Helix-Mischwerkzeugen hervorgebracht. Trotz geringer Drehfrequenzen der Mischwerkzeuge erzielt das System ideale Mischgüten innerhalb von 20 bis 60 s. Ein rotationssymmetrisches Verschlusselement senkt sich wenige Zentimeter und ermöglicht bis zu hundertprozentige Restentleerung innerhalb weniger Sekunden. So ist es möglich, mit kleinen Mischern große Volumenströme zu homogenisieren. Weitere Charakteristika sind ein gut steuerbarer Energieeintrag für den Erhalt der aus dem Kompaktiervorgang gewonnenen Formulierungen sowie eine kompakte Bauweise. Das Gerät ist Atex-konform und gasdicht, somit auch für Überdruckanwendungen geeignet. Hinzu kommt eine hygienische Apparateausführung im Hinblick auf regelmäßige Nassreinigung.

Powtech 2017 Halle 4A – 304

6: Batches ohne Stillstandszeiten

Beim vollständig automatisierten Containermischer C Tec Pro von MTI Mischtechnik sind Mischbehältersystem und Maschinenbasis komplett getrennt. Dadurch entfallen die bisher ebenso unvermeidbaren wie teuren Ausfallzeiten. Ausfallzeiten entstehen beim Betrieb von Mischern vor allem für das Reinigen herkömmlicher, starr konfigurierter Systeme beim Rezepturwechsel. Statt dessen greift sich beim neuen Containermischer der Roboter einfach den nächsten Behälter mit Deckel und Mischwerkzeug und startet unverzüglich den nachfolgenden Misch­auftrag. Dies ermöglicht einen nahezu unterbrechungsfreien Betrieb und damit erhebliche Steigerungen der Chargenanzahl pro Zeiteinheit. Dabei lassen sich Containergröße und die Mischwerkzeugkonfiguration individuell an die Anforderungen anpassen und für die Produktionsmenge jeder einzelnen Charge optimieren. Der hohe Automatisationsgrad sorgt für die Umsetzung der möglichen Zeiteinsparungen in die Realität des Alltagsbetriebs, unabhängig von der Chargenzahl. Weil sich unterschiedliche Behältervolumen von 100 bis 600 l frei wählbar kombinieren lassen, kann ein Containermischer im Tagesbetrieb mehrere konventionelle Containermischer und zugleich unterschiedliche Maschinengrößen ersetzen.

Powtech 2017 Halle 1 – 254

7: Empfindliches effizient mischen

Die kontinuierlichen Mischer von Gericke wurden zur Herstellung hochwertiger Mischprodukte aus Pulvern, Granulaten, Flocken usw. entwickelt. Dabei können die Anteile bestimmter Komponenten sehr gering sein, beispielsweise nur 0,1%, und vollständig verteilt werden. Mit den Mischern ist es ebenfalls möglich, empfindliche oder aktive Produkte, wie etwa Vitamine oder Probiotika, in eine Mischung zu geben. Durch die Zugabe von Flüssigkeiten können Überzüge, Ummantelungen, kontinuierliche Granulationen und ähnliche Verfahren durchgeführt werden. Die durchschnittliche Verweilzeit in der Mischkammer beträgt höchstens 60 s. Das Volumen der Mischkammer ist vergleichsweise gering und die Kammer ist leicht zu reinigen. Der Rotorantrieb arbeitet so effizient, dass der Mischer GCM 800 beispielsweise einen Durchsatz von 10.000 l/h mit einem 3-kW-Motor erreicht. Dank der kurzen Verweilzeit und des kleinen Motors kann dieser Mischer auch empfindliche Produkte verarbeiten.

Powtech 2017 Halle 3 – 144

8: Flexibel im Anschluss, knallhart bei Anforderungen

Um Anforderungen der biopharmazeutischen Branche wie Digitalisierung, Single-use und Konti-Prozessen gerecht zu werden, entwickelte Dr. Müller einen neuen Typ Single-use-Mischreaktor, das Fundamix-SU-System. Dabei paart der Hersteller die bekannten Eigenschaften der Vibromixer-Fundamix-Technologie mit den Vorteilen eines geschlossenen und wegwerfbaren Kunststoff-System. Ein Angebot diverser Anschlüsse und die modulare Bauart ermöglichen dabei eine hohe Flexibilität für den Einsatz in der gestalteten Produktionskette. Die Säcke werden dabei komplett sterilisiert ausgeliefert und lassen dadurch jegliche Reinigungs- und Sterilisationsprozesse überflüssig werden. Die Systeme sind vollständig aus Kunststoff hergestellt, chemikalienresistent und bergen laut Hersteller keine Gefahr von Partikelablösungen.

Powtech 2017 Halle 1 – 418

Trendbericht Mischer und Mischtechnik aus CT 09/2017.

Heftausgabe: September 2017

Über den Autor

Philip Bittermann, Redaktion
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