Geschüttelt oder gerührt?

CT-Produktfokus Siebmaschinen

07.04.2016 Vibration oder Rotation, Ultraschall- oder Klopfreinigung, Hygiene oder Ex-Schutz? Für jede Anwendung ist die passende Siebmaschine erhältlich oder lässt sich nach Bedarf anpassen. Hier einige Neuheiten, ihre Unterschiede und ihre Stärken.

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Vibration oder Rotation, Ultraschall- oder Klopfreinigung, Hygiene oder Ex-Schutz? Die Arbeitstiere unter den Siebmaschinen müssen je nach Aufgabe die unterschiedlichsten Anforderungen erfüllen. Für nahezu jeden Anwendungszweck ist ein passendes Modell auf dem Markt oder lässt sich auf Wunsch von einem der Hersteller nach Bedarf anpassen. In unserem Produktfokus stellen wir einige Neuheiten, ihre Unterschiede und ihre Stärken vor.

1 Vibrierende Feinheit

Die Vibrations-Kontroll-Siebmaschine KTS-VS2 von GKM Siebtechnik ist an die Bedürfnisse der Lebensmittel- und Pharmaindustrie angepasst. Sie ist standardmäßig komplett aus Edelstahl gefertigt, auf Wunsch auch einschließlich der beiden Motorengehäuse. Die produktberührten Flächen der Maschine sind auf eine Oberflächenrauigkeit von < 0,8 μm poliert. Optional ist auch eine Beschichtung mit dem Viwateq-Oberflächenfinish möglich. Dies erleichtert das Reinigen und verhindert ein Anbacken des Produkts. Der Korrosionsschutz reduziert außerdem das Risiko durch bakterielle Kontamination. Dieses Verfahren kommt zum Beispiel bei der Produktion von Kakao- und Milchpulver sowie Reisstärke, Zucker und Maltrodextrin zum Einsatz. Die Siebmaschine ist mit einem Durchmesser von 1.000 mm oder 1.200 mm erhältlich. Ein zentrischer Ein- und Auslauf für das Produkt ermöglicht hohen Durchsatz. Der modulare Aufbau und das speziell für diese Maschine entwickelte Schnellspanner-System erleichtern das Handling und beschleunigen den Siebwechsel. Das außen angebrachte Ultraschallsystem zur Siebreinigung bei sehr feinen Produkten eignet sich für kontaminationsfreie Siebung und erfüllt die Atex-Anforderungen für Stäube in Zone 22.
Powtech 2016 Halle 4A – 331
 

2 Aufgepumpt und abgedichtet

Ein pneumatischer Dichtring ist das Kernstück des im Compact Airlock Sieve eingesetzten TLI-Systems: Aufgeblasen verhindert dieser Ring den Austritt von Pulver oder Dämpfen und schließt das Produkt sicher im Inneren der Maschine ein. Der Hersteller Russell Finex erreicht damit einen OEL-5-Einschluss von weniger als 1 µg/m³. Montage und Demontage sind einfach und ohne Werkzeug möglich: Aufsetzen des Deckels auf dem Boden des Gerätes und anschließendes Drehen und Schließen reichen aus. Alle Oberflächen mit Produktkontakt sind frei von Toträumen, was den Reinigungs- und Wartungsaufwand minimiert. Die Siebmaschine eignet sich zur Kontrollsiebung von pulvrigem und granuliertem Gefahrgut.
Powtech 2016 Halle 3A – 367

3 Rotationskontrolle

Für die Nahrungsmittel-Industrie ist es äußerst wichtig, Rohstoffe im Rahmen der Qualitätskontrolle auf Fremdkörper wie Nussschalen, Steinchen im Getreide oder Kunststoffteilchen zu überprüfen. Für solche Kontrollsiebungen sowie für Anwendungen in der Ruß- oder Kunststoffindustrie ist die Rotationssiebmaschine von Zeppelin Systems konzipiert. Sie lässt sich als Vorsieb vor Silos, als Nachsieb unter Einschüttstationen und Behältern oder als Inline-Siebmaschine nutzen. Das Gerät ist auf druckdichten Betrieb in pneumatischen Förderleitungen bis 0,8 bar Druckdifferenz ausgelegt. Alle produktberührten Teile sind in Lebensmittelqualität und den EHEDG-Richtlinien und BG-Vorschriften entsprechend reinigungsfreundlich gefertigt. Der Siebkorb ist über seitliche Inspektionsöffnungen leicht zu kontrollieren, zu reinigen und gegebenenfalls auszutauschen. Siebkörbe sind in unterschiedlichen Ausführungen aus Polyester oder Edelstahl und mit Maschenweiten von 0,25 bis 8 mm erhältlich. Der Edelstahl-Spaltsiebkorb ist eine besonders robuste Variante. Zusätzliche Dichtringe dichten den Siebkorb gegen den Produktraum ab. Die Konstruktion der Maschine ist kompakt und schwingungsarm gehalten, um Leistung und Lebensdauer zu erhöhen. Einzugsschnecke und Schlagwerke sind doppelt gelagert. Die optionale automatische Siebkorbüberwachung schlägt Alarm bei hohem Verschleiß oder Siebbruch. Auch eine gemäß Atex für den Einsatz in Zone 21 oder 22 geeignete Ausführung der Maschine ist erhältlich.
Powtech 2016 Halle 4 – 307

4 Fahrbarer Untersatz, hoher Durchsatz

Kontinuierliche Schutz- oder Klassiersiebung trockener und rieselfähiger Schüttgüter ist mit der Vibrations-Siebmaschine JEL Konti von Engelsmann möglich. Betreiber können die kompakte Maschine flexibel in vorhandene Produktionsanlagen integrieren. Das durch die zwei einstellbaren Vibrationsmotoren mit 2 x 0,30 kW Leistung und einer Drehzahl von 1.500 U/min erregte Siebgewebe ermöglicht einen präzisen Siebvorgang mit einem Aussiebegrad bis 99 %. Für eine effektive Schutzsiebung sind zwei übereinanderliegende Siebeinleger von jeweils 0,45 m2 Fläche vorhanden. Je nach Produktspezifikation stehen insgesamt 19 Sieb­einleger mit verschiedenen Maschenweiten zur Verfügung. Optionen zum Abreinigen des Siebgewebes sind Ultraschall-, Kugel- oder Dreiecksabreinigungssysteme. Ein geerdetes Fahrgestell erleichtert den Transport zu verschiedenen Hubsäulen mit unterschiedlichen Aufgaben und zur Reinigungsstelle. Schnellverschlüsse erlauben einen einfachen Zugang zu den ausziehbaren Siebeinlegern. Ein Siebwechsel zur Reinigung gelingt dadurch innerhalb von 30 s. Die Schutz-Siebmaschine ist komplett aus Edelstahl gefertigt und erfüllt sowohl GMP- als auch Atex-Richtlinien. Die inneren Flächen sind frei von Tot­räumn und auf eine Rauigkeit von  < 0,8 μm elektropoliert. Die Baureihe umfasst zwölf Größenvarianten mit einer Siebfläche von 0,18 bis 4,6 m². Für alle Modelle ist eine Auswahl an optionaler Zusatzausstattungen wie Spritzschürze, Ein- und Auslaufmanschetten oder integrierte Sichtfenster zur leichteren Kontrolle während des laufendes Betriebes erhältlich.
Powtech 2016 Halle 4A – 323
 

5 Für Metall mit Ultraschall

Speziell für das Sieben von Metallpulvern in der additiven Fertigung, etwa dem 3D-Druck oder Laserschmelzverfahren, hat
Assonic Mechatronics die Sonic-Speed-Screen-Technologie entwickelt. Sie basiert auf in den Siebraum eingeleitetem Ultraschall mit Frequenzen von 30.000 bis 38.000 Hz und gleichzeitiger, tieffrequenter Anregung des Siebbelags bei 80 bis 1.000 Hz. Feine Metallgewebesiebe mit stoffschlüssig laminierten Stützgeweben leiten den Ultraschall weiter. Dies reduziert Haftreibungskräfte und steigert den Siebdurchfluss. Das stabile Laminat schützt außerdem vor Siebbruch. In der mit dieser Technologie ausgestatteten Wirbelstromsiebmaschine ROSM 700 verwendet der Hersteller zylindrische gesinterte Metallgewebe-Siebkörbe mit einem günstigen Verhältnis von Leistung zu Grundfläche. Der mit einem rotierenden Paddelwerk erzeugte Wirbelstrom führt das Metallpulver kontinuierlich über den vibrierenden Siebbelag und ermöglicht die effiziente Verarbeitung auch größerer Pulvermengen. Die Kompakt-Siebmaschine KSM 300 hat dieselben Funktionen wie das größere Modell, ist jedoch noch platzsparender dimensioniert und für das Sieben kleinerer Metallpulver-Mengen wie in SLM-Anlagen konzipiert. Beide Systeme lassen sich in bereits bestehende Prozessketten integrieren oder als Stand-alone-Maschinen nutzen.
Powtech 2016 Halle 4A – 303

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Heftausgabe: April 2016

Über den Autor

Ansgar Kretschmer, Redaktion
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