Große Vielfalt für große Werke

CT-Produktfokus: Technik für die Öl- und Gasindustrie

11.07.2014 Die Öl- und Gasindustrie ist groß – nicht erst seit dem aktuell boomenden Fracking-Geschäft. Und auch die Technik, die hinter dieser Industrie steht, ist vielfältig und kaum zu überschauen. Von Pumpen und Durchflussmessgeräten über Messumformer bis hin zur Anlagen-Überwachungssoftware: Wir haben uns für Sie einen Überblick über aktuelle Anwendungen und Geräte verschafft.

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Verdrängerpumpe für hohe Anforderungen
Ohne Pumpen läuft selbst die bestausgestattete Raffinerie nicht. Die rotierenden Verdrängerpumpen der Innenzahnrad-Pumpenbaureihe XPD 676 (1) von Viking Pump erfüllen als einzige dieser Bauart alle Anforderungen der API-Norm 676. Zuätzlich sind sie konform zu den Anforderungen der API 682, die denen der ISO 21049 entsprechen. Dadurch sind sie für die Förderung in zahlreichen Einsatzbereichen geeignet, etwa Erdöl, Wachse und Paraffin, Polymere und Naturharze sowie basische Chemikalien. Das Gesamtfördervolumen kann der Betreiber bei Viskositäten bis zu 440.000 cSt zwischen 3 und 360 l/h variieren. Der maximale Förderdruck liegt bei 14 bar, und die Pumpen halten Temperaturen zwischen -29 °C und 340 °C stand.

Für das komplette Bild der Anlage
Von routenbasierten, Online- und Wireless-Lösungen, bis hin zu Entwicklungen in der Öl-Datenerfassung und -analyse integriert die Version 5.6 der Asset Management Software AMS Suite Machinery Health Manager (2) von Emerson Process Management erhaltene Daten und liefert ein komplettes Abbild des Anlagenzustands. Durch das Einbinden der Kundenanforderungen und aktueller technologischer Entwicklungen erweitert die Lösung die Fähigkeit der Benutzer, fundierte Entscheidungen über Wartung und Betrieb ihrer kritischen Produktionsanlagen zu treffen. Die Applikation unterstützt den CSI 2140 Machinery Health Analyzer, ein tragbares Instrument für die Analyse von Maschinenschwingungen, um potenzielle Probleme zu erkennen, bevor sie zu ungeplanten Ausfallzeiten führen. Mittels der Software können Anwender erweiterte Schwingungsdatenanalysen durchführen. Die Vier-Kanal-Datenerfassung und diagnostische Testergebnisse integriert der Analyzer nahtlos in eine bestehende AMS Machinery Manager-Datenbank, ebenso wie Daten aus früheren Versionen der Analysatoren des Unternehmens. Ebenfalls ist es möglich, Daten des Spectro Inc Q1100 Fluid-Scan zu verarbeiten. Dieser routenbasierte Öl-Analysator ist laut Hersteller das erste Handheld-Gerät seiner Art. Mit der Softwarelösung können Benutzer, die sich für diese Technologie entscheiden, Daten an die gleiche Datenbank wie ihre Schwingungsdaten importieren, um so ein vollständigeres Bild des Anlagenzustands erhalten.

Gasdichtemessgerät mit Diagnosefunktion
Das Micro Motion Gasdichtemessgerät SGM (3) ist die neue Generation des Micro Motion 3098. Das Gerät von Emerson Process Management das sich auch für den Raffinerie- und Brennstoffgas-Bereich eignet, misst direkt das Molekulargewicht des Gases. Der Anwender kann verschiedene Parameter konfigurieren, um die Reinheit des Wasserstoffs, das spezifische Gewicht, den Brennwert / BTU oder den Wobbe-Index zu bestimmen. Auf Basis der Ni-Span-C-Zylindertechnologie zeigt die Präzisionstechnologie des Instruments die Vorteile geringer Betriebskosten, reduzierter Instandhaltungskosten und eines integrierten Messumformers. Das Messgerät enthält einen Kopfmessumformer, den der Anwender digital in Prozessleitsysteme einbinden kann. Weiterhin besteht die Möglichkeit, Sensor-Rohdaten an Durchflussrechner auszugeben. Die Sensordaten kann das Modul gleichzeitig in vier Formaten ausgeben: als Frequenzwert (Zeitperiode), 4…20 mA, Hart und RS485 Modbus. Das Gerät enthält mit der „Known Density Verification“ eine Diagnosefunktion, die Messgerät und Sensor auf Messwertalarme, Sensorzustand sowie auf Beläge, Erosion oder Korrosion überprüft.  

Grenzenlos im Durchfluss-Einsatz
Mit den nordamerikanischen FM-Zulassungen für die Zündschutzarten „eigensicher“ (IS) und „nicht-funkend“ (NI) verfügt Krohne nun über die letzten noch ausstehenden Zulassungen für explosionsgefährdete Bereiche für das Schwebekörper-Durchflussmessgerät H250 M40 (4). Seit seiner Einführung 2011 hat der H250 M40 weltweit mehr als 30 Zulassungen für gas- und staubexplosive Bereiche erhalten, darunter Atex, IECEx, usFMc, Nepsi, Inmetro, KGS, Gost-R und Peso/CCOE. Das Gerät vereint wichtige Explosionsschutzarten in einem Gerät und eignet sich für den Einsatz in entsprechenden Anwendungen mit eigensicherer oder nicht-funkender Verdrahtung sowie für staubexplosionsgeschützte oder druckfest gekapselte Installationen. Damit ist das Gerät geeignet für Unternehmen mit einem durchgängigen Explosionsschutzkonzept für alle Anlagen, die jedoch auch die jeweiligen vor Ort geltenden Zulassungen benötigen. Alle erhältlichen Anzeigevarianten können mit allen verfügbaren Zulassungen geliefert werden. Ausgehend von den rein mechanischen Durchflussanzeigen lassen sich die Geräte mit einem oder zwei Grenzwertschaltern (Namur, Transistor oder Reed), einem 4…20mA-Signalausgang mit Hart, einem grafischen LCD-Display mit Zähler und Pulsausgang oder mit einer digitalen, busgespeisten Kommunikationsschnittstelle gemäß dem Foundation-Fieldbus- oder Profibus-PA-Standard vor Ort und ohne den Prozess unterbrechen zu müssen, aufrüsten. Das Gerät ist das erste Schwebekörper-Durchflussmessgerät mit einem Edelstahlgehäuse mit druckfest gekapseltem (Ex d/XP) Gehäuse für die Öl- und Gasindustrie.

Messgenauer Messumformer
Die Produktfamilie Sitrans LG (5) von Siemens beinhaltet ein Portfolio an geführten Radarmessumformern, die sich im gesamten Spektrum der Prozessindustrie flexibel einsetzen lassen. Der modulare Aufbau mit den vier Basisvarianten Sitrans LG240, LG250, LG260 und Sitrans LG270 sowie zahlreiche Konfigurationsoptionen ermöglichen ein bedarfsgerechtes Messen von Füllständen auch in der Öl- und Gasbranche. Die Messumformer arbeiten in Flüssigkeiten und Trennschichten sowie aggressiven Medien und entsprechen dem Sicherheitsstandard SIL2. Die hochfrequenten Radarimpulse der Sitrans LG-Geräte werden entlang einer Messsonde wie Stab oder Seil geführt. Dieses Messverfahren erzielt auch in Applikationen mit korrosiven Dämpfen, Schaum, stark bewegten Oberflächen und/oder Flüssigkeiten mit hoher Viskosität, Tiefstand und schwankender Dielektrizitätszahl oder Dichte eine Messgenauigkeit bis 2 mm.

Hoher Temperaturbereich für den
Ex-Drucktransmitter

Den Ex-Drucktransmitter EXNT (6) hat Trafag speziell für die Relativ-Drucküberwachung unter rauen Einsatzbedingungen in explosionsgefährdeten Bereichen entwickelt, wie sie in der Öl- und der Gasindustrie vorkommen. Der Transmitter EXNT erfüllt die Normen nach Atex sowie IECEx und ist für den Einsatz in den Ex-Zonen mit Gaskontakt 0, 1, 2 und Staubkontakt 20, 21, 22 zugelassen (II 1G Ex ia IICT4/T6 Ga, II 1 D Ex ia IIIC IP6x T130° Da, I M1 Ex ia I Ma, II 1/2G Ex ia IIC T4/T6 Ga/Gb). Zudem erfüllt der Transmitter die EMV-Schutznormen gemäß IEC 61000. Der Druckmessbereich reicht von 0…400 mbar bis 0…2.000 bar, die Überdrucksicherheit hält bis zum Dreifachen des Nenndrucks stand. Das vollständig verschweißte und damit gasdichte System ist in den Messgenauigkeiten 0,1 und 0,3 % erhältlich und für Betriebstemperaturen von -40 bis 120 °C zugelassen.

Herr der Flammen im Gefahrenbereich
In der petrochemischen Industrie, der industriellen Reinigung, bei Wartungsarbeiten oder bei Energieversorgern müssen sich Mitarbeiter regelmäßig in Gefahrenzonen begeben. Um diese Menschen zu schützen, hat Microgard den flammhemmenden Schutzoverall 1500 Plus FR (7) für den begrenzten Mehrfachgebrauch entwickelt. Der Overall kombiniert mehrere Schutzeigenschaften gegen Gefahrstoffe wie leichte Spritzer mindergiftiger Chemikalien und Partikeln sowie leichtem Sprühnebel. Das atmungsaktive, flammhemmende sowie antistatische SMMS Polypropylen-Material ermöglicht in Kombination mit Flammschutzkleidung Tätigkeiten in potenziell explosions- und brandgefährdeten Bereichen. Gummizüge und Fingerschlaufen verhindern ein Verrutschen.    [su] 1407ct902

Heftausgabe: Juli 2014

Über den Autor

Sonja Utsch, Redaktion
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