Mein Partner mit der sanften Tentakel

CT-Spotlight – Bionik in der Robotik

17.04.2017 Geht es um Automatisierung in der Produktion, zeichnen die Visionäre häufig zwei verschiedene Szenarien: Das eine ist steril und menschenleer, im anderen arbeiten Mensch und Maschine partnerschaftlich Hand in Hand. Wie Letzteres aussehen könnte, da gibt es wiederum unterschiedliche Visionen.

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Bild: Festo

Ziel aller Entwicklungen ist es, die Roboter-Lösungen künftig unmittelbar in den Produktionsraum zu integrieren, statt sie wie bisher durch Käfige vom menschlichen Arbeitsbereich zu trennen. Technisch ist dies bereits möglich, moderne Sensortechnik lässt Greifarme in Bruchteilen einer Sekunde mitten in der Bewegung stoppen, sollte sich ein Mensch in einen bestimmten Gefahrenbereich bewegen. Doch künftig sollen sich Roboter und Personal nicht nur nicht gefährden, sondern direkt zusammenarbeiten. Damit den humanen Mitarbeitern dabei nicht mulmig wird, entwickeln viele Unternehmen Applikationen, die dem Menschen in Antlitz und Bewegungsablauf ähneln. Das kann, muss aber nicht Vorbild sein für künftige Mensch-Roboter-Kollaborationen, wie eine aktuelle Entwicklung zeigt.

Vorbild aus dem blauen Nass

So präsentierte das Bionic Learning Network von Festo auf der diesjährigen Pressekonferenz zur Hannover Messe einen Greifer nach dem Vorbild der Oktopus-Tentakel. Dieser besteht aus einer weichen Silikonstruktur, die sich pneumatisch ansteuern lässt. Wird der Tentakel mit Druckluft gefüllt, krümmt er sich und kann Objekte damit formschlüssig und sanft umgreifen. Dabei fehlen natürlich nicht – ganz nach dem Vorbild aus Mutter Natur – Saugnäpfe. Aktiv und passiv geregelt, halten sie eine ganze Vielzahl unterschiedlicher Formen, wodurch sich ein breites Spektrum an Anwendungsmöglichkeiten bezüglich künftiger Arbeitsmodelle ergibt. So könnten Mensch und Roboter – Hand in Tentakel – gemeinsam in Richtung Zukunft schlendern.

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Heftausgabe: April 2017

Über den Autor

Philip Bittermann, Redaktion
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