Ein Bier für dich

CT-Spotlight: Gerstensaft individualisieren

09.12.2014 Der Mensch ist einzig und will als solcher auch erkannt und gewürdigt werden. Die Modeindustrie hat dies bereits seit Längerem realisiert. So ist es beispielsweise bei manchem Hersteller mittlerweile möglich, den eigenen Schuh auf der Homepage zu designen und sich dann zuschicken zu lassen. Doch das Streben nach Individualisierung nimmt erst langsam Fahrt auf.

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Dezember 2014

Bild: © volff – Fotolia.com

Jedes Getränk seinem individuellen Besitzer – Eine US-amerikanische Kaffee-Kette mit einer Sirene im Logo macht sich dieses Motto bereits seit Längerem zu eigen und beschriftet seine Einweg-Pappbecher mit dem Namen des Bestellenden am Tresen. Das erleichtert das Aufrufen des hippen Rezipienten, sobald seine Pumpkin Spice Latte fertig ist. Für konservative Geschmäcker ist das natürlich eher nichts. Die streben nach dem simplen, unverfälschten Glück einer frisch gezapften Pilstulpe. Aber es soll eben auch nicht irgendeine Pilstulpe sein, sondern „meine“ Pilstulpe.

Die Manufaktur im Zapfhahn
Dies ermöglicht jetzt der Hoppier von Cambridge Consultants. Das Gerät erinnert zunächst an etwas, dass man auch in einer Filiale der bereits erwähnten Kaffee-Kette finden könnte, nämlich eine Espressomaschine. Und rein technisch ist die Verwandtschaft auch nicht zu leugnen. Allerdings produzierte der Apparat kein koffeinhaltiges Heißgetränk, sondern Bier mit individueller Hopfennote. Dazu ist der Hoppier mit einem regulären Bierfass verbunden, dessen Inhalt er mit einem Druck von etwa 9 bar durch Hopfen presst. Durch den hohen Druck lässt sich der Geschmack des Hanfgewächses schnell extrahieren und die geschmackliche Intensität des Bieres trotz abgeschlossenem Brauvorgang noch einmal anpassen.

Die Alchemie des Bieres?
Stellt sich natürlich die Frage, inwiefern dieses Verfahren mit dem     deutschen Reinheitsgebot zu vereinbaren ist. Dürfte ein solches Getränk ohne weiteren Hinweis in der Kneipe um die Ecke als Hausbier ausgeschenkt werden? Und lässt sich damit eigentlich auch ein semioptimal schmeckendes Bier wie das jener Brauerei, die wie unser EU-Komissar für Digitale Wirtschaft heißt, in einen genussvollen Trunk verwandeln? Spannende Frage, die unsere Investigativ-Redaktion bereit wäre, im Selbstversuch zu beantworten. Ein Probeexemplar des Hoppiers nehmen wir gerne unter der im Impressum angegebenen Adresse entgegen.[pb]

Das Team der CHEMIE TECHNIK wünscht Ihnen frohe Weihnachten und einen guten Start in das Jahr 2015!

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Heftausgabe: Dezember 2014

Über den Autor

Philip Bittermann, Redaktion
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