Bad, very bad

CT-Spotlight – Trump, das Klima und die Wirtschaft

08.06.2017 Nach zaghafter Hoffnung, die Realität würde aus „The Donald“ in Windeseile „Mr. President“ machen, poltert der Trump-Elefant (ist ja schließlich auch das Wappentier der Republikaner) nun also seit einigen Wochen durch sämtliche Porzellanläden, die er so finden kann. Nun die Kündigung des Klimaabkommens von Paris. Schlimm. Schlimm?

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You´re fired – diese ikonischen Worte aus TV-Zeiten hat Donald Trump sich noch gespart, aber dennoch publikumswirksam das Klimaabkommen von Paris gekündigt. Schließlich hat er den US-amerikanischen Kohle­kumpeln jede Menge Jobs versprochen. Und auch wenn Kohle und Klimaschutz mit dem gleichen Buchstaben beginnen, so passen sie doch ansonsten zusammen wie die Faust aufs Auge. Die K-Frage hat Trump nun also gelöst und groß ist das weltweite Entsetzen. Aber wenn Trump jetzt davon ausgeht, mit der politischen Abkehr vom Klimaschutz Wahlversprechen einlösen zu können, dann hat er die Rechnung ohne die Industrie gemacht.

Bad bad

Bild: Xaver Klaussner + bluedesign – Fotolia

Klimaengel wider Willen?

Und damit sind nicht Apple oder Tesla gemeint, deren Bosse als Reaktion ihre Beraterjobs an den Nagel hängten (Was auch schon von daher weniger schlimm ist, als dass diese nicht in der Arbeitslosenstatistik auftauchen), sondern der gute alte Energiesektor. Denn in den USA rollt gerade die zweite Fracking-Welle an. Was heißt: Es gibt bald wieder jede Menge günstiges Gas. Das verbrennt nicht nur sauberer als Kohle und ist damit gut fürs Klima (Wer braucht da schon Paris?), sondern lässt auch den Kohleabbau wieder ein ganzes Stück unwirtschaftlich werden. Damit werden die klimaschädlichen Emissionen in den kommenden Jahren voraussichtlich eher sinken als steigen, egal wie rückwärtsgewand die  US-Administration sich auch aufführt.

Für die Kohlekumpel und deren Hoffnung auf sichere Jobs unter Tage ist das doof, denn Schiefergas lässt sich nicht mit Spitzhacke und Schaufelradbagger abbauen, sondern wird mittels Bohrtechnik gefördert. Wenn Trump also die Arbeitslosenquote der USA von derzeit 4,7 % drücken will, dann sollte er vielleicht weniger Verträge kündigen, sondern in Umschulungen investieren. Blöd nur, dass sich das nicht mit den geplanten Kürzungen im Bildungssektor verträgt. Bad, very bad.

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Heftausgabe: Juni 2017

Über den Autor

Philip Bittermann, Redaktion
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