Zukunft zum Gähnen: Studenten wollen in den Staatsdienst

CT-Spotlight – Umfrage des Monats

14.07.2014 Es soll Unternehmen geben, deren Angestellten man im Gehen die Schuhe besohlen kann. Doch offenbar glaubt das kaum einer der heutigen Studenten. Diese steuern lieber gleich den sicheren Hafen „Staatsdienst“ an - so die schockierende Erkenntnis einer aktuellen Umfrage einer Unternehmensberatung. O tempora, o mores?

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Juli 2014

Bild: © alphaspirit – Fotolia.com

Beamtenmikado ist in. Kurzanleitung: Wer sich zuerst bewegt, hat verloren. Den schockierenden Trend belegt eine aktuelle Umfrage der Unternehmensberatung Ernst & Young unter 4.000 Studierenden: Ein Drittel der deutschen Studenten will in den Staatsdienst!

Dass sich kaum noch einer eine Zukunft als schmieriger Broker in der Bankenbranche vorstellen mag, scheint logisch. Und auch die Zahl von sieben Bewerbern auf eine Ausbildungsstelle der Polizei verwundert mit Blick auf Vorbilder wie Bruce Willis (…jippijajey Schweinebacke) und Til Schweiger (…nuschel, nuschel) nicht. Doch an der Risikofreude dürfte Letzteres wohl kaum liegen. Denn: An vorderster Stelle der Jobmotivation angehender Akademiker steht die Sicherheit des Arbeitsplatzes. Schlechte Nachrichten also für die Privatwirtschaft!

Diese wird ihren Nachwuchs künftig noch stärker mit Argumenten aus der sozialen Hängematte ködern müssen. Während die Mädels nach der Jobsicherheit von ihrem künftigen Arbeitgeber vor allem die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fordern, ist den Jungs stattdessen ein dickes Gehalt dann doch noch einen Tick wichtiger.

Nachwuchs will gepampert werden

„O tempora, o mores!“, wird nun mancher Unternehmenslenker ein Klagelied anstimmen. Dabei ist die Denke alles andere als neu. Wer den Beweis dafür will, braucht sich nur im pfälzischen Ludwigshafen vor das Gesellschaftshaus des Chemiekonzerns BASF stellen. Dort steht in Stein gemeißelt zu lesen: „Errichtet ihren Beamten und Arbeitern“- und das schon vor über hundert Jahren. [AS] 

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Heftausgabe: Juli 2014

Über den Autor

Armin Scheuermann, Redaktion
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