VCI vs. ACC - Born in the USA

CT-Spotlight – Unterschied des Monats

09.03.2015 TTIP sei Dank: Die Welt, zumindest ihr westlicher Teil, wächst aufgrund stärkerer wirtschaftlicher Verstrickungen künftig wieder ein Stückchen mehr zusammen. Dass es dabei nicht ohne Kritik vonstatten geht, damit war zu rechnen – zuletzt bewegte die Gemüter die Angst vor Schwarzwälder Schinken aus Texas.

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Aber neben all den mal mehr, oft weniger ernstzunehmenden Ängsten: Die Kontinente trennt nicht nur der Atlantik, sondern auch ihr jeweiliger „way of life“. Man vergleiche nur die Internetauftritte der beiden Chemie-Verbände VCI (Deutschland) und ACC (USA). Surft der User auf vci.de, empfängt ihn (Stand: 17. Februar 2015) kalte Nüchternheit: Startbild sind ein Glaskolben mit blauer Flüssigkeit, im Hintergrund eine Tabelle mit blauen Balken. Der Verband titelt „Chemiestandort Deutschland im internationalen Vergleich“. Eine halbe Weltreise, beziehungsweise 10 s später erscheint dann der Startschirm des ACC: Blauer Himmel im unscharf gestellten Hintergrund, davor jede Menge Tarnfleck. Der Verband titelt „Chemistry helps keep troops safe on the battlefield“.

Der kleine Unterschied
Chemie als Freund und Helfer des Militärs? Ganz dünnes Eis, das würde sich hierzulande wohl kein Lobbyist der Branche trauen – da kann General Familienfreundlich (auch bekannt als Ursula von der Leyen) noch so viele Kitas auf den Kasernengeländen des Landes aus dem Boden stampfen. Statt offensiv mit der Flinte im Anschlag fungiert der Verband hier meist nur defensiv, verteidigt Freihandelsabkommen und sucht Verständnis für Sonderbehandlungen bei Energie und CO2. Soviel Zurückhaltung ist unseren amerikanischen Freunden definitiv unbekannt: Chemie, das ist nur ein anderes Wort für Patriotismus. Support our functional groups! [pb]

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Heftausgabe: März 2015

Über den Autor

Philip Bittermann, Redaktion
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