Viel mehr als „Auf-Zu“

CT-Umfrage: Schwerpunkte bei der Armaturenentwicklung – Teil 2

12.03.2009 Das Bessere ist der Feind des Guten. In Teil 2 unserer Auswertung zur Hersteller-Umfrage geben wir Antworten auf die Frage, welche Schwerpunkte die Hersteller von Industriearmaturen in Zukunft setzen werden.

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Die Frage nach den derzeitigen Schwerpunkten bei der Entwicklung von Industriearmaturen wurde im Januar 2009 eindeutig beantwortet: Der Aspekt „Zuverlässigkeit“ steht an erster Stelle (siehe CHEMIE TECHNIK 1–2/2009). Dass die Zuverlässigkeit auch in Zukunft von gleichbleibender Bedeutung sein wird, schätzen 72% der Befragen. An sich keine Überraschung, nachdem das Kriterium bereits vor vier Jahren ganz oben stand. Mit Spannung erwarteten wir allerdings Erkenntnisse darüber, welche Entwicklungsziele in Zukunft besonders an Bedeutung gewinnen werden. Und hier gibt es klare Sieger.

Jeweils die Hälfte der Befragten rechnet damit dass a) die Automatisierbarkeit, b) das Serviceangebot rund um Armaturen und c) Verfügbarkeitszusagen für die Armaturenentwicklung an Bedeutung gewinnen werden. Insbesondere der Wunsch der Anwender nach verlässlichen Aussagen zur Verfügbarkeit einer Armatur in ihren Anwendungen dürfte dabei eine nur schwer und manchmal auch unmöglich zu knackende Nuss darstellen. Zu unterschiedlich sind die Einsatzbedingungen und zu schwer die Konsequenzen von sich ändernden Prozessbedingungen auf die Elemente der Anlage abzuschätzen. Aber die Befragungsergebnisse zeigen, dass die Anbieter von Armaturen das Thema ernst nehmen.

Antriebskommunikation im Trend

Außerdem werden die Kommunikation mit Antrieben sowie Regelungsfunktionen in Zukunft an Bedeutung gewinnen (44%) und auch Diagnosefunktionen werden hier in einer Reihe bewertet. Für letztere hat sich das Bild jedoch gegenüber unserer Umfrage in 2005 deutlich verändert: Die Relevanz für zukünftige Entwicklungen wird hier inzwischen sehr viel geringer eingeschätzt. Ebenso wird das Senken der Investitionskosten für Armaturenlösungen inzwischen weniger wichtig eingeschätzt als noch vor vier Jahren.

Deutlich wichtiger werden für zukünftige Konstruktionen die Aspekte „Beständigkeit gegenüber hohen Temperaturen“ sowie der Einsatz von Kunststoffen bewertet. Auch der für die hygienisch produzierenden Betriebe der Pharma- und Lebensmittelindustrie wichtige Aspekt der Sterilisation (SIP) wird mit steigender Bedeutung gesehen. Aspekte wie Bedienbarkeit, Dichtheit nach innen und außen werden als gleichbleibend wichtig angesehen.
Interessanterweise gewinnen die einst fast schon als Allheilmittel gegen steigende Kosten und zur Beherrschung der Variantenvielfalt gesehenen Konzepte „Modulare Konstruktionen“ und „Universelle Einsetzbarkeit“ längst nicht mehr so stark an Bedeutung. Eine Erkenntnis, die zu der generellen Einschätzung passt, dass sich die Preisdiskussion bei Armaturen für industrielle Prozesse in den vergangenen Jahren entschärft hat.
Fazit: Der Siegeszug der Automatisierung wird sich auch in Zukunft fortsetzen und von den Armaturenherstellern ernst genommen. Ein heißes Eisen ist und bleibt auch in Zukunft der Anwenderwunsch nach Verfügbarkeitszusagen – allerdings arbeiten viele Hersteller bereits daran. Und auch bei der Frage nach den zukünftigen Entwicklungsschwerpunkten zeigt sich, dass der noch vor vier Jahren prognostizierte Trend zu „Billigarmaturen“ für industrielle Anwendungen weder eingetreten ist noch in Zukunft gesehen wird.

Heftausgabe: März 2009
Armin Scheuermann , Redaktion

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