Dampfstillstand: Revisionsarbeiten im Chemiepark Knapsack erfolgreich

28.04.2015 Der Energiekonzern RWE hat im Chemiepark Knapsack die Dampfzufuhr wegen Revisionsarbeiten abgestellt. Vier Tage lang stand das Goldenberg-Kraftwerk still, damit der Betreiber Instandhaltungsarbeiten im Rahmen einer TÜV-Prüfung durchführen konnte. Mittlerweile dampft es wieder in Hürth.

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Dampfstillstand: Revisionsarbeiten im Chemiepark Knapsack erfolgreich

Für Revisionsarbeiten, unter anderem an Ventilen, musste der RWE sein Kraftwerk im Cemiepark Knapsack für vier Tage abstellen (Bild: Infraserv Knapsack)

„Dass die gesamte Dampfversorgung für beide Chemieparkteile abgestellt ist, das hatte es die letzten 33 Jahre so nicht gegeben“, erklärte Thomas Zak, Leiter des Segments Netze innerhalb der Ver- und Entsorgung der Betreibergesellschaft Infraserv Knapsack. Fünf Betriebe gingen gleichzeitig in den Stillstand. Ein weiterer Betrieb konnte sich mit einem eigenen Kessel versorgen und ein Unternehmen hatte eine mobile Versorgungsanlage aufstellen lassen, um den Stillstand zu überbrücken. Den Stillstand, bei dem unter anderem ein Ventil in der Hauptversorgungsleitung ausgetauscht werden musste, haben Kraftwerks- und Parkbetreiber seit einem Jahr geplant. Zak beschreibt die Vorgänge der vergangenen Tage: „Wir haben den Dampfstillstand genutzt, um an unserem Rohrnetz etwa 50 Armaturen auszutauschen. Zusätzlich wurden Austauscharbeiten von Schiebern durchgeführt, die aufgrund ihres Alters zwar noch funktionstüchtig sind, die aber ihre statistische Lebensdauer überschritten haben.“ Einige Teile wiegen bis zu zwei Tonnen und mussten mithilfe von Schwerlastkränen ausgebaut werden.

Ein Jahr Teamarbeit für vier Tage
Rund 30 Mitarbeiter des Parkbetreibers haben mit Fachleuten von Fremdfirmen nach einem engen Zeitplan gearbeitet. Denn durch den Abfall des Drucks und der Temperatur in den Leitungen beim Abschalten der Dampfzufuhr hat sich das Material zusammengezogen. „Das macht bei unserem Leitungsnetz mit einer Länge von 10 km mehrere Meter aus“, so Zak. Diese Bewegungen mussten die Beteiligten beim Abschalten sowie beim Wiederanfahren abfangen und für die Arbeiten an den Armaturen einkalkulieren. Während der des Stillstands versorgte das im Chemiepark ansässige Ersatzbrennstoffkraftwerk den Park provisorisch mit Dampf, um die Gebäude weiter zu beheizen und die Warmwasserversorgung bereitzustellen.

Das Goldenberg-Kraftwerk der RWE versorgt den Chemiepark jährlich mit rund 600.000 t Dampf – diesen benötigen die ansässigen Produktionsbetriebe in erster Linie als Wärmelieferant, der Reaktionen beschleunigt, Gebäude beheizt und den Park mit Warmwasser versorgt.

(su)

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