Flüssiges Datenmanagement

Datenmanagement für industrielle Flüssigerdgas-Laboratorien

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05.05.2015 Hier müssen nicht nur die Gase transparent sein: Labordaten sind für jeden Teil der Industriebereiche entscheidend, die mit LNG arbeiten. Von Bodenprobendaten für nachfolgende Explorationen bis hin zu Reinheitsdaten zum Sicherstellen der Produktqualität verlassen sich LNG-Fachleute in hohem Maße auf rechtzeitige, genaue und gut organisierte Stichprobendaten.

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Entscheider-Facts Für Betreiber

  • Es gibt viele Stellen, an denen Labormitarbeiter Gefahr laufen Fehler oder zumindest Dokumentationslücken zu produzieren und in der Folge zu einem umstrittenen Ergebnis zu gelangen.
  • Dabei ist das Darstellen von Ergebnissen mehr als das simple Verifizieren von Ein- und Ausgaben. Es geht um die strenge und lückenlose Dokumentation komplizierter Prozesse, ohne Personal länger als nötig zu binden.
  • Darüber hinaus ist es möglich, Prozesse im direkten Einklang mit SOPs und natürlich der Qualität anzuweisen. Diese Rückverfolgbarkeit  optimiert den Laborbetrieb und ermöglicht die Belastbarkeit erhaltener Ergebnisse.

Vor allem müssen die gewonnenen Daten zuverlässig und belastbar sein. Glücklicherweise folgen viele Laboratorien strengen Protokollen, um die Richtigkeit dieser Daten sicherzustellen – sie können es sich kaum leisten, dass Entscheidungsträger die ermittelten Ergebnisse anzweifeln. Für viele im Laborbereich ist der Beweis der Datenqualität daher eine zwingende Vorgabe, das heißt: Ergebnisse müssen auf bewährten Prozessen basieren und durch reproduzierbare Daten gestützt sein. Dieser Ansatz zur Belegung der Zuverlässigkeit von Labordaten ist nichts Neues: ISO 17025, die internationale Norm für das Qualitätsmanagement im Labor, fordert seit der Erstveröffentlichung vor 15 Jahren eine umfassende Datenerfassung und -verwaltung. Was sich im Lauf der Zeit geändert hat, sind die von Laboren einsetzbaren Softwarelösungen zur Erfüllung dieser Herausforderungen.

Die Bedeutung des Datenmanagements
Ein einzelnes Laborversuchsergebnis stammt nicht aus dem Nichts: Auch ein häufig durchgeführtes Prüfgas-Chromatografieergebnis bildet sich durch die Summe vieler ergänzender Teile, von Lieferantenversanddaten und den Aufzeichnungen zur Personalausbildung bis hin zu Trägergas- und Reagensqualitätskontrollen. Im Idealfall arbeiten alle diese Daten zum Vermeiden von Fehlern und zur Überprüfbarkeit von Ergebnissen zusammen. Historisch gesehen stellte die Vertretbarkeit von Daten bisher einen zeit- und arbeitsintensiven Prozess dar. Laborangestellte mussten Daten von Dutzenden verschiedener Quellen sammeln – darunter handschriftliche Notizen anderer Mitarbeiter -, um die Basis für eine Unterstützung eines umstrittenen Ergebnisses zu schaffen. Viele Labore verbringen auch heute noch mehr als zehn Stunden pro Woche damit, Daten manuell zu erfassen und zu verwalten. Dies bedeutet einen hohen Zeitaufwand für manuelle und arbeitsintensive Aufgaben und manchmal einen unnötigen Aufwand, währenddessen das hiermit beschäftigte Laborpersonal wichtigere oder umsatzerzeugendere Tätigkeiten ausführen könnte. Mit anderen Worten stellt die mit diesen manuellen Aufgaben verbrachte Zeit auch einen erheblichen Kostenfaktor dar. Fragen Sie einen beliebigen Laborbetriebsleiter: Daten belastbar werden zu lassen, ist arbeitsintensiv. Eine umfassende Datenverwaltungssoftware erleichtert diese Aufgabe.

Daten sammeln und organisieren
LIMS (Laboratory Information Management Systems, dt. Laborinformations- und Management-Systeme), zuerst in den 1980er Jahren als grundlegende Probenmanagement- und Datenberichtwerkzeuge vorgestellt, sind heute zu umfassenden Plattformen herangewachsen. Diese sammeln, kontrollieren und verwalten alle Labordaten beziehungsweise Aufzeichnungen und dienen als Integrationspunkt für die gesamte Laborinstrumentierung. In einigen Organisationen kommen diese zur elektronischen Verknüpfung mit Unternehmenssystemen wie PIMS (Profit Impact of Market Strategies, dt. Gewinnauswirkung von Marktstrategien), MES (Manufacturing Execution System, dt. Fertigungsmanagementsystem) und SAP zum Einsatz. Die gute Organisation aller Daten und deren schnelle Verfügbarkeit erleichtern den Prozess der Belastbarkeit von Laborergebnissen, ermöglichen Laborangestellten die Verwendung der eingesparten Zeit für produktivere Arbeit und verleihen dem Management die Sicherheit, dass die Labordaten, die sich auf Schlüsselgeschäftsmetriken stützen, belastbar sind. Die Gaschromatografie (GC), eine allgemeine analytische Technik in LNG-Laboratorien, dient als Beispiel für die schiere Menge an erforderlichen Daten zur Untermauerung der Gültigkeit eines einzelnen Laborergebnisses. Ein LIMS ermöglicht Laborangestellten den leichten Zugang zu Daten, wann und wo sie diese benötigen sowie die Sicherstellung der Zuverlässigkeit und Haltbarkeit aller Testergebnisse.

Heftausgabe: Mai 2015
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Über den Autor

Jeanne Mensingh, Präsidentin und Gründerin von Labtopia Solutions, ein Partner von Thermo Fisher Scientific
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