Deutsche Chemiebranche

F&E auf Rekordstand

14.11.2016 Die deutsche chemisch-pharmazeutische Industrie hat im Jahr 2015 mehr Geld denn je in ihre Forschung und Entwicklung (F&E) investiert: Ihre F&E-Etats sind um 4 % auf 10,5 Mrd. Euro gestiegen. Das sind mehr als 5 % des Branchenumsatzes.

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F&E auf Rekordstand

Thomas Wessel (Mitte), Vorsitzender des VCI-Ausschusses Forschung, Wissenschaft und Bildung, kommentiert die Forschungszahlen der Branche. (Bild: VCI)

Die Zahl der Mitarbeiter erhöhte sich in den vergangenen zehn Jahren (2004 bis 2014) absolut um über 3 % auf rund 42.000. Fast jeder zehnte Chemiebeschäftigte ist damit in einer F&E-Abteilung tätig, berichtet der Verband der Chemischen Industrie (VCI) auf seiner Forschungspressekonferenz. Thomas Wessel, Vorsitzender des VCI-Ausschusses Forschung, Wissenschaft und Bildung, kommentiert die Entwicklung: „Damit hat die chemisch-pharmazeutische Industrie eine gute Ausgangslage. Denn für unsere Branche sind Innovationen in ganz besonderem Maße der Fortschrittsmotor, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Schließlich setzt der globale Wettbewerb unsere Unternehmen einem massiven Innovationsdruck aus. Vor allem die Schwellenländer holen auf.“

Bis zum Jahr 2030 prognostiziert der VCI einen Anstieg der F&E-Ausgaben auf rund 16,5 Mrd. Euro. Der Fokus werde dabei besonders auf Spezialchemikalien und Pharmazeutika liegen, da hier größere Wachstumspotenziale zu erwarten seien. In der Basischemie dürften die Forschungsbudgets konstant bleiben. Der VCI geht davon aus, dass Deutschland seine Position als viertgrößter Chemie-Forschungsstandort halten kann. Dazu müsse die Branche allerdings ihren eingeschlagenen Weg der Innovationsorientierung beibehalten.

Chemie-Forschungsstandort Deutschland unter Wettbewerbsdruck

Deutschland zählt zu den führenden Chemie-Forschungsnationen nach den USA, China und Japan. Trotz dieser guten Ausgangslage warnte Wessel davor, sich in Sicherheit zu wiegen: „Der Wettbewerbsdruck wird weiter an Schärfe zunehmen, und zwar nicht nur auf die Unternehmen, sondern auch auf die Standorte. Es wird immer schwieriger, unseren Innovationsvorsprung zu halten.“ Dabei kommt die Konkurrenz nicht nur aus den Industriestaaten. Auch China und andere Schwellenländer investieren massiv in F&E. Bis zum Jahr 2030 rechnet der VCI damit, dass China einen Anteil an der globalen Chemieforschung von 15 % erreichen wird. 2000 lag dieser Anteil nur bei knapp 2 %.

12-Punkte-Plan zur Steigerung der Innovationskraft Deutschlands

Die stark wettbewerbsorientierten Voraussetzungen für F&E in anderen Ländern machen es nach Auffassung Wessels auch notwendig, dass sich Deutschland das ehrgeizige Ziel setzt, Innovationsweltmeister zu werden. „Unser ressourcenarmes Land ist ganz besonders auf technischen Fortschritt angewiesen. Nur mit neuen Produkten und Verfahren kann Deutschland im internationalen Wettbewerb punkten, Arbeitsplätze schaffen und seinen Wohlstand langfristig erhalten“, begründete der Ausschuss-Vorsitzende diesen Anspruch. Dies setze attraktive Rahmenbedingungen voraus, die Innovationen erleichtern und den Standort Deutschland stärken. Hierzu hat der VCI einen 12-Punkte-Plan zur Steigerung der Innovationskraft Deutschlands entwickelt. Als wichtige Handlungsfelder wurden darin identifiziert: Forschungsförderung fokussieren und intensivieren, regulative Barrieren abbauen, Kultur und Talente fördern sowie Kooperationen vereinfachen.

 

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