Dicht – oder nicht?

Dichtheitsprüfsystem für Leitungen in der Prozessindustrie

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30.03.2017 Undichte Leitungen können teuer und gefährlich sein. Im Fall brennbarer Gase drohen Explosionsgefahren, und bei Versorgungsleitungen finanzielle Verluste. Um dies zu vermeiden, gibt es Dichtheitsprüfsysteme. Im täglichen Einsatz müssen diese möglichst einfach und sicher zu bedienen sein.

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Entscheider-Facts für Betreiber

  • Die Dichtheitsprüfung von Rohrleitungen ist nicht nur wirtschaftlich notwendig, sondern auch sicherheitstechnisch bedeutend.
  • Ein einfach anzuwendendes Dichtheitsprüfsystem unterstützt das Prüfpersonal dabei, Dichtheitsprüfungen schnell und sicher vorzunehmen.
  • Jeder Prüfablauf endet mit einer automatischen Bewertung der Messergebnisse und mit dem Ausdruck der Ergebnisse direkt auf der Baustelle.

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Druckprüfkoffer gemäß DVGW G469 (A) und W400-2, Teil 16. Bilder: Union Instruments

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Baustellentaugliches Komplett-Prüfsystem mit Pumpe, Prüfkoffer und Druckablasskoffer. Bild: Union Instruments

Die vorschriftsmäßige Überprüfung der Leitungsdichtheit vor Inbetriebnahme bzw. nach Reparaturen mit entsprechend leistungsfähiger Messtechnik hat eine hohe volkswirtschaftliche Bedeutung. Gleichermaßen hat das ausführende Fachpersonal eine hohe Verantwortung für sachkundiges Arbeiten; die Messtechnik-Hersteller müssen die zuverlässige Funktion und die korrekte Umsetzung der geforderten Prüfabläufe auf der von ihnen entwickelten und gefertigten Messtechnik garantieren.

Digitaltechnik eröffnegasmt jetzt neue Möglichkeiten, die Prüfabläufe zur Dichtheitsprüfung an neu verlegten bzw. instandgesetzten Rohrleitungen – z. B. nach DVGW G469 (A) und W400-2, Teil 16 – noch zuverlässiger, aussagekräftiger, zeiteffizienter und nicht zuletzt benutzerfreundlicher als bisher zu gestalten.

Anschließen – aufdrücken – prüfen – ablassen

Die zentrale Komponente des Dichtheitsprüfsystems PMS3000 von Union Instruments ist der robuste, wasserdichte und baustellentaugliche Druckprüfkoffer. Dieser enthält die Messtechnik mit Sensorik, Elektronik und Software, den Protokolldrucker, diverse externe Anschlüsse und vor allem das Bedienterminal mit einem farbgrafikfähigen Touchpanel. Dieses kann zur Darstellung von Menünavigation, Prüfablauf, Diagrammen des Prüfverlaufes sowie für ablaufbezogene Hilfetexte genutzt werden. Die Eingabe von Baustellendaten, Rohrdaten und anderer Parameter erfolgt im Klartext über eine Volltastatur und wird bei Bedarf durch Kontexthilfen unterstützt. Der Drucker gibt mit seiner Druckbreite von 112 mm sowohl numerische Daten als auch die Diagrammdarstellung des Prüfverlaufes aus.

Die integrierte Sensorik ermöglicht es, Abläufe gemäß DVGW G469 B2/D2 (Hochdruckprüfung/Stresstest MOP > 100 bar) und B3 (Gasversorgungsleitung/Gashausanschluss mit MOP <= 5 bar) durchzuführen. Der Anwender kann die Systemsoftware selbst aktualisieren und weitere Prüfabläufe hinzufügen und Prüfprotokolle aus dem Kartenspeicher auslesen. Im Gerät auf der Speicherkarte können sämtliche Prüfverfahren der DVGW-Richtlinien G469 (A) 2010 und W400-2, Teil 16 (2004) fest hinterlegt werden, so dass auch mit der Messtechnik und den Prüfabläufen weniger vertraute Personen dank der intuitiven Bedienführung eine korrekte Dichtheitsprüfung vornehmen können. Weitere Messabläufe wie z. B. an Druckbehältern, Abwasserkanälen (gemäß EN 1610) oder Kabelschutzrohren (gemäß z. B. ZTV TKNetz40) oder unternehmensspezifische Vorgaben lassen sich zusätzlich vom Anwender selbst integrieren. Prüfungen von Gasversorgungsleitungen werden durch Prüfabläufe nach G469 (A) B2, B3-Hausanschluss, B3-Versorgungsleitung und C3- Hochdruckleitungen vom Gerät unterstützt. Dabei kann zusätzlich eine Temperaturkompensation aktiviert werden, was zu erhöhter Genauigkeit der Prüfergebnisse führt.

Jeder Prüfablauf endet mit einer automatischen Bewertung der Messergebnisse und mit dem Ausdruck der Ergebnisse direkt auf der Baustelle. Zugleich liegen alle Prüfprotokolle auch als PDF-Dateien im Speicher des PMS.

Druckablass von außerhalb des Rohrgrabens

Zur Durchführung der in W400-2, Teil 16, festgelegten Druckverlustmethoden (Kontraktionsverfahren, beschleunigtes Normalverfahren und Normalverfahren) wird das Dichtheitsprüfsystem um den optionalen Druckablasskoffer DAK2000 ergänzt. Die laut Arbeitsblatt abzulassenden Wassermengen werden hierbei unabhängig vom Leitungsvolumen erfasst und direkt an das PMS3000 übertragen. Übertragungsfehler oder gar Manipulationen durch manuelle Eingaben werden durch diese Direktübertragung sicher ausgeschlossen. Um den Prüfdruck im Rohrleitungssystem kontrolliert aufzubauen, gibt es einen baustellengerechten Wagen mit großen, gummibereiften Rädern, der nicht nur die Pumpen enthält, sondern auch die Prüf- und Druckablasskoffer aufnehmen kann.

Heftausgabe: April 2017

Über den Autor

Bernhard Benz und Heinz Schmitz, Union Instruments
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