Dosiert, um zu bestehen

Dosierung von Steueradditiven in der Bauchemie

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08.09.2015 Ob schützen, abdichten oder sanieren: Die Bauchemie stellt die hierfür nötigen Chemikalien zur Verfügung. Dies sind beispielsweise Anstrichmittel, Dichtungsstoffe oder Kleber wie Epoxidharz. Mit ihnen ist es möglich, Bauteile kraftschlüssig zu verbinden und mit Dichtungsmassen Risse zu sanieren. Mit bestimmten Anstrichen oder Beschichtungen können Bauwerke vor Graffiti oder einem frühzeitigen Verschmutzen geschützt werden.

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Entscheider-Facts Für Betreiber

  • Hersteller von Bauchemikalien müssen mit vielen verschiedenen Ausgangsstoffen arbeiten und diese in bestimmen Verhältnissen zusammenbringen. Dabei spielen sogenannte Steueradditive eine große Rolle.
  • Um diese Vorgänge zum einen zu vereinfachen, zum anderen aber auch reproduzierbar sicher zu machen, setzen Betreiber mehr und mehr auf automatisierte Lösungen.
  • Der Beitrag beschreibt zwei Lösungsbeispiele unterschiedlicher Komplexitäts-Stufen, die exemplarisch die Möglichkeiten für Betreiber und Anwender aufzeigen sollen.

Aber auch hydrophobierende Putzbeschichtungen auf Basis des Lotuseffekts gehören zur Bauchemie. Bei den Herstellern solcher Produkte sind die Großmengen weitestgehend automatisiert. Dabei stehen immer mehr die Steueradditive (Beschleuniger oder Verzögerer) im Fokus der Automatisierung, da sie die Qualität der Produkte entscheidend beeinflussen. Zwei Beispiele, eine einfachere und eine sehr komplexe Lösung, zeigen, welche Automatisierungspotenziale hier noch möglich sind.

Die Keep-it-simple-Variante
Die Investitionsziele eines Produzenten von Spachtelmasse und Malerbedarf waren eine hohe Dosiergenauigkeit, das saubere Zusammenstellen von Rezepturen sowie ein einfaches Rohstoffhandling durch Big-bags und eine nachvollziehbar dokumentierte Produktion. Der von AZO entwickelte Lösungsansatz besteht im Wesentlichen aus einer Produktaufgabe für Säcke, Big-bags und Container sowie einer Dosier- und Wiegeanlage zum exakten Wiegen von Chargen, welche dann auf einen Mischprozess gefördert werden.
Rohstoffe, die der Betreiber in Säcken angeliefert bekommt, stellt das System staubfrei über eine Einfülltrichter-Station der pneumatischen Mischerbeschickung zur Verfügung: Durch das Öffnen des Einfülltrichterdeckels startet die Aspiration automatisch. Der Bediener legt den Sack auf den Aufgabetisch, öffnet und entleert diesen staubarm ins geschlossene System. Der Staub, der beim Entleeren entsteht und den das Besaugungssystem am Filter abscheidet, fällt nach dem Schließen des Einfülltrichter-Deckels bei der automatischen Filterabreinigung zurück in den Einfülltrichter. Dieser Trichter ist mit einer Kombination aus Vibrationsboden und Dosierschnecke ausgestattet und ermöglicht so das Eindosieren des Produkts in die pneumatische Förderleitung zum Saugwiegesystem mit einer Genauigkeit von ± 50 g. Durch den frequenzgeregelten Schneckenantrieb ist es möglich, die Dosierleistung während der Feindosierung stark zu reduzieren, was sich positiv auf die Genauigkeit des Prozesses auswirkt.

Aufgabe von Big-bags
Für die Aufgabe von Big-bags ins geschlossene System stehen insgesamt zwei Entleerstationen zur Verfügung. Die Big-bags gelangen mit Transportfahrzeugen zu den Entleerstationen, wo sie mit Hebezeugen aufgesetzt werden. Anschließend wird der Big-bag-Auslauf mit einem speziellen Anschlusssystem angedockt. Sobald die Andockung erfolgt ist, öffnet der Bediener die Verschlussschnur und der Bag entleert sich in den nachfolgenden Pufferbehälter. Diese Behälter sind ebenfalls mit Vibrationsböden und frequenzgeregelten Dosierschnecken ausgestattet und dienen gleichzeitig als Lagervorrat. Über einen Bedarfsmelder erhält der Bediener sofort eine Meldung, wenn er wieder Nachfüllen muss.

Heftausgabe: September 2015
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Walter Sonntag, freier Fachjournalist für AZO

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Walter Sonntag, freier Fachjournalist für AZO

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