Markt

Dow und Saudi Aramco bauen Mega-Chlorkomplex für 20 Mrd. USD

26.07.2011 Der US-Chemiekonzern Dow und die Saudi Arabian Oil Company (Saudi Aramco) wollen im Rahmen eines Joint Ventures am Standort Jubail einen integrierten Chemiekomplex bauen. Unter dem Namen „Sadara Chemical Company“ soll ab sofort mit dem Bau des insgesamt 20 Mrd. USD schweren Projekts begonnen werden.

Anzeige
Dow und Saudi Aramco bauen Mega-Chlorkomplex für 20 Mrd. USD

Saudi Aramco und Dow Chemicals bauen am Standort Al Jubail einen großen Chlorchemie-Komplex (Bild: Saudi Aramco)

Der aus 26 Produktionseinheiten bestehende Komplex nutzt die Projektmanagement- und Umsetzungsexpertise von Saudi Aramaco und die Technologie von Dow. Das Werk wird zu den weltweit größten integrierten Chemiestandorten gehören. Es ist zugleich die größte chemische Produktionsanlage, die je in einem einzigen Schritt erbaut wurde. Der Komplex wird mit flexiblen Cracker-Kapazitäten ausgestattet sein und über 3 Millionen Tonnen Chemieprodukte und Hochleistungskunststoffe produzieren, die für die Wachstumsmärkte in den Bereichen Energie, Transport, Infrastruktur und Konsumgüter bestimmt sind.

Die ersten Produktionseinheiten sollen im zweiten Halbjahr 2015 in Betrieb genommen werden. Die komplette Fertigstellung und Inbetriebnahme wird für 2016 erwartet. Sadara soll bereits wenige Jahre nach Inbetriebnahme einen Jahresumsatz von rund 10 Milliarden US-Dollar erwirtschaften. Durch den Chemiekomplex und damit verbundene Investitionen in nachgelagerte Wertschöpfungsstufen sollen direkt und indirekt tausende von Arbeitsplätzen entstehen.

Die Gesamtinvestitionen für das Projekt, einschließlich Investitionen Dritter, werden sich auf rund 20 Milliarden Dollar belaufen. Sadara wird nach dem Börsengang zu einem gleichberechtigten Joint Venture zwischen Saudi Aramco und Dow. Zusätzlich zum Eigenkapital der beiden wird die Projektfinanzierung für Sadara von Finanzinstituten und Exportkreditagenturen getragen.

Der Komplex wird mit einer Cracker-Großanlage ausgestattet sein, die ein breites Spektrum an Rohstoffen verarbeiten kann. Die Versorgung des Crackers erfolgt über die umfassend integrierte Kohlenwasserstoff-Infrastruktur von Saudi Aramco. Mithilfe der fortschrittlichen Produkttechnologien von Dow und den Projektmanagement- und Umsetzungserfahrungen von Saudi Aramco werden die Produktionseinheiten zahlreiche Hochleistungsprodukte wie Polyurethan (Isozyanat, Polyetherpolyol), Propylenoxid, Propylenglykol, Elastomere, Polyethylen, Glykolether und Amine herstellen.

Jubail Industrial City ist weltweit der größte Industriekomplex seiner Art. Er befindet sich in der östlichen Provinz des Königreichs Saudi-Arabien, zirka 100 Kilometer nordwestlich von Dammam. Über den Standort hatte die CHEMIE TECHNIK im März im Rahmen der Artikelserie „Megaprojekte unter der Lupe“ berichtet (siehe hier).

Jubail Industrial City in Saudi Arabien


Größere Kartenansicht

Loader-Icon