Dynamisches Verhalten von Pulvern quantitativ vorhersagen

18.03.2014 Die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG hat ein nationales Schwerpunktprogramm zur Entwicklung neuer Messmethoden zur Kennzeichnung der Stoffeigenschaften feiner Pulver an der Universität Magdeburg bestätigt. Ziel ist, das dynamische Verhalten von Pulvern nicht nur qualitativ, sondern quantitativ vorherzusagen.

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Dynamisches Verhalten von Pulvern quantitativ vorhersagen

Ziel des DFG-Schwerpunktprogramms Piko ist, das dynamische Verhalten von Pulvern nicht nur qualitativ, sondern quantitativ vorherzusagen (Bild: Spaxiax-Fotolia)

Die zentrale Aufgabe des Schwerpunktes „Partikel im Kontakt – Mikromechanik, Mikroprozessdynamik und Partikelkollektive“ (Piko) ist es, die physikalisch-chemischen Grundvorgänge und Mikroprozesse bei Annäherung, im Kontakt und bei Ablösung haftender Partikel zu verstehen und dieses Wissen für die Produktentwicklung in der Feststoffverfahrenstechnik nutzbringend anzuwenden. Die besondere Qualität des Vorhabens besteht in einer neuen, kontaktmodellgestützten quantitativen Vorhersage des makroskopischen Produktverhaltens und der Prozessdynamik von realistischen und industriell relevanten, eigenschaftsverteilten Partikel-Kollektiven. Die Ergebnisse sollen der Industrie zur Verfügung gestellt werden.

Das Projekt Piko wird mit insgesamt 3 Mio. Euro von der DFG über die nächsten zwei Jahre gefördert. Es vereinigt insgesamt 32 Antragsteller aus 23 Universitäten und Max-Planck-Instituten aus ganz Europa in interdisziplinären Projekten von Verfahrenstechnikern, theoretischen und experimentellen Physikern sowie Werkstoffingenieuren. Koordiniert wird dieser Schwerpunkt von Prof. Dr.-Ing. habil. Jürgen Tomas vom Lehrstuhl für Mechanische Verfahrenstechnik der Uni Magdeburg. Dieser Lehrstuhl ist bei interdisziplinären Projekten federführend.

Prof. Tomas sagte dazu: „Während in Flüssigkeiten der Transport gelöster Partikel vergleichsweise gut verstanden ist, stößt unser Wissen an Grenzen, sobald die Kontaktdynamik haftender feiner Partikel, einiger Nano- bis Mikrometer (der millionste bis eintausendstel Teil eines Millimeters), eine Rolle spielt. Mit unseren Messmethoden wollen wir das dynamische Verhalten von Pulvern nicht nur qualitativ, sondern quantitativ vorhersagen. Die interdisziplinäre Lösung eines derartigen Ziels war bis vor Kurzem noch nicht denkbar. Durch neue Entwicklungen sowohl im Bereich der hochempfindlichen Messtechnik als auch der mathematischen Simulationen rückt das Ziel, Partikel im Kontakt zu verstehen, jedoch in erreichbare Nähe.“

Weblink zum Thema
Weitere Inhalte des DFG-Schwerpunktes „Partikel im Kontakt – Mikromechanik, Mikroprozessdynamik und Partikelkollektive“ (Piko) können auf der Webseite des Projektes oder direkt hier eingesehen werden.

(dw)

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