Echtzeit-Ethernet

Hersteller favorisieren TSN und OPC UA für Industrie-4.0-Ethernet

09.01.2017 Zahlreiche Hersteller von Automatisierungs- und Informationstechnologie forcieren OPC UA Time Sensitive Networking als einheitliches Protokoll für die Kommunikation im Industrial Internet of Things (IIoT) bis zur Steuerungsebene.

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Januar/Februar 2017

Diese Hersteller favorisieren OPC UA Time Sensitive Networking als einheitliches Protokoll für die Kommunikation im Industrial Internet of Things (IIoT) bis zur Steuerungsebene. (Bild: B&R)

Die Liste der Unterstützer liest sich wie das Who‘s Who der Automation: ABB, Bosch Rexroth, B&R, Cisco, General Electric, Kuka, National Instruments (NI), Parker Hannifin, Schneider Electric, SEW und TTTech. Diese Gruppe hat sich formiert, um gemeinsam OPC UA over Time Sensitive Networking (TSN) als eine einheitliche Kommunikationslösung zwischen industriellen Steuerungen und der Cloud voranzutreiben. „Diese auf offenen Standards basierende Lösung ist der unumstrittene Favorit für IIoT-Anwendungen und ermöglicht, dass in industriellen Anwendungen die Geräte unterschiedlicher Hersteller vollständig kompatibel zueinander sind,“ betonte der Moderator der Gemeinschaftspressekonferenz auf der Messe SPS/IPC/Drives im November 2016. Die Unternehmen streben an, OPC UA TSN in künftigen Produktgenerationen zu unterstützen. OPC UA TSN kombiniert das um die Publisher/Subscriber-Kommunikation (Pub/Sub) erweiterten OPC-UA-Protokoll mit dem IEEE-Ethernet-Standard TSN.

Januar/Februar 2017

Die Vertreter der beteiligten Unternehmen sind sich einig: „OPC UA TSN stellt alle nötigen Bausteine bereit, um die Kommunikation in der industriellen Automatisierung zu vereinheitlichen – bis zur Steuerungsebene.“ (Bild: Redaktion IEE)

Bisher wurden für die Kommunikation zwischen Geräten in der industriellen Automatisierung verschiedene Protokolle eingesetzt, die untereinander nicht kompatibel sind. Anwender sind so häufig in den jeweiligen Eco-Systemen gefangen. Und um die unterschiedlichen Protokollwelten zu unterstützen, müssen Produkthersteller multiple Versionen von gleichen Produkten entwickeln. „Unter diesen Voraussetzungen lassen sich Innovationen und neue Automatisierungskonzepte nur begrenzt umsetzen“, ist Rahman Jamal, Technical & Marketing Director bei National Instruments überzeugt.

Um dieses Problem zu lösen, haben die Unternehmen eine technische Zusammenarbeit im Rahmen des Industrial Internet Consortiums (IIC) und der OPC Foundation gestartet. Dazu Stefan Schönegger, Marketing Direktor bei B&R: „Ziel ist eine vollständig offene, einheitliche und kompatible IIoT-Lösung für die echtzeitfähige Peer-to-Peer Kommunikation. Damit können Steuerungen sowohl untereinander als auch mit der Cloud standardisiert Daten austauschen. Erste Prototypen mit OPC UA TSN wurden bereits in ein Testbed des IIC integriert.

Die Unternehmen sehen in OPC UA TSN den zukünftigen Standard für die industrielle Automatisierung und IIoT-Konnektivität, der Informationstechnologien (IT) und operative Technologien (OT) zusammenführt – die Grundvoraussetzungen für das Industrial Internet of Things und Industrie 4.0.

Unternehmen, die diese Vision einer einheitlichen Kommunikation sowohl zwischen Steuerungen, also auch zwischen Steuerungen und der Cloud teilen, sind willkommen, über das IIC oder die OPC Foundation der Kooperation beizutreten. „Eine weitere Nutzervereinigung wollen wir aber definitiv nicht gründen“, so Schönegger.

Interessant war auch, welche Unternehmen nicht dabei waren: Beckhoff Automation, Rockwell, Siemens und Mitsubishi Electric beispielsweise. Und es war von der Kommunikation auf Steuerungsebene und zu den Cloud-Lösungen die Rede. Die Frage bleibt: Was passiert darunter? Hier favorisieren die Anbieter ihre etablierten Systeme wie Powerlink, Sercos, Profibus oder auch IO-Link. Ebenfalls denkbar ist, OPC UA über die Kommunikationssysteme zu tunneln.

Heftausgabe: Januar/Februar 2017

Über den Autor

Stefan Kuppinger ist Chefredakteur der Automatisierungs-Fachmagazins IEE
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