Ein Fall für zwei

Chemisch aggressive Flüssigkeiten und abrasive Feststoffe sicher beherrschen

25.08.2016 Wenn kritische Flüssigkeiten oder Feststoffe sicher beherrscht werden müssen, sind häufig technisch aufwendige und kostenintensive Sonderarmaturen notwendig, um die Anforderungen an Qualität und Standzeit der Armatur erfüllen zu können. Der Hersteller setzt dem zwei Armaturentypen entgegen, welche schon in ihrer Grundausführung über den marktüblichen Standard hinausgehen.

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Entscheider-Facts für Betreiber

  • Egal ob fest oder flüssig: Betreiber die prozesssicher arbeiten wollen, mussten in der Vergangenheit oft in teure Sonderanfertigungen investieren.
  • Aus dieser Problemstellung heraus entwickelte der Hersteller einen Kugelhahn, den er standardmäßig aus einem sehr widerstandsfähigen Werkstoff fertigt, und eine Absperrklappe mit aufblasbarer Dichtung.
  • Mit diesen Armaturen sparen Unternehmen nicht nur Kosten in der Anschaffung, sondern auch im Betrieb durch reduzierte Stillstandszeiten.

Die Armaturen sind für Einsätze konzipiert, die in der Vergangenheit oft nur Sonderanfertigungen vorbehalten waren. Bild: ufotopixl10 und Laurin Rinder – Fotolia

Die Armaturen sind für Einsätze konzipiert, die in der Vergangenheit oft nur Sonderanfertigungen vorbehalten waren. Bild: ufotopixl10 und Laurin Rinder – Fotolia

Den dreiteiligen Kugelhahn DG1 produziert das Unternehmen nun seit mehr als 15 Jahren weltweit für verschiedene Anwendungen. Dabei stimmt der Hersteller in enger Abstimmung mit dem Kunden stets die jeweiligen Ausführungsvarianten auf das Medium und die Betriebsbedingungen ab.

Die medienberührten, metallischen Bauteile des Kugelhahnes sind aus hochwertigem Edelstahl 1.4408 gefertigt, umgangssprachlich auch als V4A bezeichnet. In Kombination mit hochbeständigen Dichtungswerkstoffen ergibt sich somit eine universell einsetzbare Lösung, die einen Großteil der marktüblichen Anforderungen abdeckt und für Drücke bis 125 bar und Temperaturen von -50 bis 270 °C geeignet sind.

Die Herausforderung: korrosive Medien

Anwendungen mit salzhaltigen, schwefelsäurehaltigen oder auch mit Chlor versetzten Flüssigkeiten stellen durch ihre korrosive Wirkung eine echte Herausforderung an die Armatur dar. Grundsätzlich kann es dabei zu unterschiedlichen Arten der Korrosion kommen, wobei die Unterscheidung häufig schwer fällt. Im Folgenden betrachtet der Beitrag hier die Spalt- sowie die Lochfraß-Korrosion: Bei der Spaltkorrosion führen aggressive Medien in bauartbedingten Spalten im Kugelhahn zu einer Potenzialdifferenz innerhalb und außerhalb des Spaltes. Die Lochfraß-Korrosion hingegen resultiert aus Beschädigungen der Passivierungsschicht, die auf Edelstählen bei Kontakt mit Sauerstoff entsteht und somit einen natürlichen Korrosionsschutz bildet. Kommen diese Oberflächen allerdings mit chloridhaltigen Medien in Kontakt, führt dies bereits bei kleinsten Fehlstellen in der Passivierungsschicht zu einer punktförmigen Korrosion, die sich dann weiter ausweitet.

Heftausgabe: September 2016
Seite:
Stefan Leinhos,  Produktmanager  Armaturen, Gefa Processtechnik

Über den Autor

Stefan Leinhos, Produktmanager Armaturen, Gefa Processtechnik
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