Drohender Stellenabbau

Einschnitte in der Kraftwerkssparte: Siemens macht Ernst

08.11.2017 Bei Siemens droht Stellenabbau: Der Industriekonzern will seine Kraftwerkssparte deutlich verschlanken, was wohl nicht ohne betriebsbedingte Kündigungen gehen werde. Betroffene Standorte besonders in Ostdeutschland sollen jedoch gerettet werden.

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Gasturbine des Typs SGT5-4000F / SGT5-4000F gas turbine

Die Nachfrage nach Gasturbinen von Siemens sinkt im Zuge der Energiewende – das schwächt die Kraftwerkssparte des Konzerns. (Bild: Siemens)

„Es geht um nennenswerte Kapazitätsanpassungen, um große Einschnitte“, zitiert das Handelsblatt einen hochrangigen Manager. Dies sei bei Siemens seit der Krise 2008 nicht mehr vorgekommen, so ein Sprecher der IG Metall. Bei den Sparmaßnahmen soll es um tausende von Stellen gehen, vor allem in Ostdeutschland. Die Gewerkschaft kündigte bereits Widerstand gegen den massiven Stellenabbau an. Medienberichten zufolge könnte jeder zweite Arbeitsplatz in der Produktion betroffen sein, das wären bis zu 4.000 Stellen. Wichtig sei es, die einzelnen standorte nicht gegeneinander auszuspielen. Mit dem Verlagern von Arbeitsplätzen aus Ballungsräumen könnten besonders schwer betroffene Standorte im Osten Deutschlands gerettet werden.

Einer Vereinbarung von 2010 zwischen Konzern und Gewerkschaft zufolge sind Kündigungen nur mit Zustimmung der IG Metall und des Betriebsrats möglich. Verhandlungen sollen Ende November beginnen. Dem Management zufolge ist Siemens zu Zugeständnissen bereit, man werde aber „das Kleingedruckte diesmal auch anwenden müssen“. Auch Abstriche zu Lasten der Aktionäre seien möglich: „Vielleicht muss man einen Prozentpunkt Marge aufgeben, wenn man den Leuten dafür eine Perspektive geben kann.“

Schuld am Schwächeln der Kraftwerkssparte ist die Energiewende: Der Bedarf an den von Siemens angebotenen Gas- und Dampfturbinen sinkt. Das hat den Konzern jedoch nicht davon abgehalten, sich an einer Erklärung zum Kohleausstieg zu beteiligen, das sich an die neue Bundesregierung richtet. Der von der Klimaschutzorganisation „Stiftung 2 Grad“ angeregte Aufruf fordert von den Koalitionsparteien, „ein konsistentes Konzept vorzulegen, wie die 2020-Ziele und die Ziele des Klimaschutzplans 2050 erreicht werden können.“ Zu den 40 unterstützenden Firmen gehören neben Siemens auch EnBW, Telekom, Deutsche Bahn, Adidas und Aldi.

 

 

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